NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1462 vom 1.12.2017

1.12.2017
Industriebeteiligungen treiben bei Raiffeisen die Gewinnzahlen empor

Im ersten Halbjahr 2017 hat die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien einen Konzerngewinn in Höhe von fast 200 Millionen Euro erwirtschaftet. Maßgeblich beigetragen zu diesem „langjährigen Spitzenwert“, so Raiffeisen-Holding-Generaldirektor Klaus Buchleitner, haben die Industriebeteiligungen der Unternehmensgruppe, die im Agrarsektor sowie im Infrastrukturausbau geschäftlich tätig sind. Rund 100 Millionen Euro und damit etwa die Hälfte des Gewinns macht der von Agrana, Südzucker, Leipnik-Lundenburger, NÖM und Strabag zum Konzernhalbjahresüberschuss beigesteuerte Anteil aus. Weitere 100 Millionen Euro entfallen auf die Bankbeteiligungen Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien (RLB NÖ-Wien) und Raiffeisen Bank International (RBI).

„Alle unsere Beteiligungen sind auf einem sehr profitablen Weg“, sagte Buchleitner vor Journalisten im Klub der Wirtschaftspublizisten. Man habe das Portfolio der Holding tiefgreifend verändert und damit den Umbau des Konzerns abgeschlossen. In den vier Geschäftsfeldern Agrar, Finanzdienstleistung, Infrastruktur und Medien werde die RLB NÖ-Wien heuer „deutlich zulegen und eines der besten Ergebnisse aller Zeiten erreichen“, kündigte der Generaldirektor an.

In Niederösterreich fahren die Raiffeisen-Beteiligungsgesellschaften auf Expansionskurs. So wird der Zucker- und Stärkekonzern Agrana in Pischelsdorf im Tullnerfeld die Produktion der Weizenstärke für 92 Millionen Euro verdoppeln und in Gmünd im Waldviertel die Tageskapazität der Kartoffelstärkefabrik für 40 Millionen Euro von 1.600 Tonnen auf 2.000 erhöhen. Zusammen mit der Maisstärkefabrik in Aschach an der Donau in Oberösterreich, deren Kapazität für 80 Millionen Euro um ein Drittel erweitert wird, machen diese Investitionen bis zum Jahr 2020 212 Millionen Euro aus. Dem Standort Pischelsdorf bringen sie auch noch 44 neue Arbeitsplätze.

Der Milchverarbeiter NÖM errichtet an seinem Hauptquartier in Baden ein neues Zentrallager für Haltbarprodukte. Diesem Unternehmen streut Buchleitner besonders Rosen: „In einem schwierigen Marktumfeld mit ständigen Preisschwankungen agiert die NÖM ganz, ganz ausgezeichnet. Sie ist eine Top-Molkerei.“ 2016 hat der Nahrungsmittelerzeuger mit rund 500 Beschäftigten 318 Millionen Euro erwirtschaftet. Die NÖM AG bearbeitet 26 europäische Märkte, wovon Italien mit einem Umsatzvolumen von 70 Millionen Euro der größte ist. Der Anteil des Auslandsgeschäfts macht schon 45 Prozent aus.

Weil immer mehr Kontoinhaber ihre Überweisungen online über das Internet erledigen, nimmt in Niederösterreichs Raiffeisenbanken – so wie auch in den Filialen in Wien – die Kundenfrequenz stark ab. Aus Spargründen haben die 60 Kreditinstitute deshalb die Zahl ihrer Standorte zwischen Enns und Leitha um 80 von 540 auf 460 zurückgefahren. „Die RLB NÖ-Wien arbeitet eng mit den NÖ Raiffeisenbanken zusammen“, erklärte Buchleitner. Das bringe Kostenentlastungen zwischen 30 bis 35 Millionen Euro pro Jahr. (mm)

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