NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1468 vom 12.01.2018

12.01.2018
Waldviertler Metallabfälle reisen mit dem Zug bis nach Schweden

Ein Laufweg von rund 2.500 Kilometern steht einem Güterwagen bevor, der vom Waldviertler Familienunternehmen Stark aus Irnfritz im Bezirk Horn Mitte Jänner auf die Reise geschickt wird. Das Ziel des mit 30 Tonnen Metallabfällen beladenen 4-Achsers liegt gut eine Flugstunde nördlich der schwedischen Hauptstadt Stockholm. „Nach einer Woche wird die Sendung ihr Ziel erreicht haben“, teilt Geschäftsführer Gottfried Stark dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Pro Quartal schickt die Stark GmbH jeweils einen Waggon auf die weite Reise quer durch Europa. Ausschlaggebend dafür ist der schwedische Geschäftspartner des Waldviertler Entsorgungsfachbetriebes, der Materialanlieferungen ausschließlich auf der Schiene akzeptiert. „Diese Vorgabe passt ausgezeichnet zu unserer Firmenphilosophie“, verrät Gottfried Stark. Als Betreiber einer eigenen Anschlussbahn, die vom Bahnhof Irnfritz der Franz-Josef-Bahn (FJB) abzweigt, hat man 1997 175.000 Euro mit dem Ziel investiert, Güter auf der Schiene versenden zu können.

Die umgeschlagenen Mengen haben sich seitdem auf gut 20.000 Tonnen pro Jahr eingependelt. Transportiert werden hauptsächlich Wertstoffe und Müll, die zu Empfängern in Österreich rollen. Die durchschnittliche Transportstrecke liegt dabei bei etwa 250 Kilometern. „Den Verkehrsträger Schiene nutzen wir, wo immer es sich anbietet, sehen hier aber noch deutlichen Spielraum nach oben“, analysiert der Geschäftsführer.

Dem in der letzten Zeit vermehrt geforderten Ausbau der FJB zwischen Wien und Gmünd will der Unternehmer in einem grenzenlosen Europa nicht nur auf das Inland beschränkt wissen. „Unser Transport von Metallabfällen aus dem Waldviertel bis nach Schweden ist ja der beste Beweis dafür, was alles auf der Schiene auch im Einzelwagenverkehr auf internationalen Strecken möglich ist“, sagt Gottfried Stark.

Für 2018 steht am Firmensitz des Familienunternehmens in Irnfritz eine großzügig angelegte Sanierung der mittlerweile 21 Jahre alten Anschlussbahn an. Es gilt, die Gleislänge zu vergrößern, ein Mattengleis zu errichten und die Waggonverladung zu optimieren. (haw)

www.stark-gmbh.at