NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1468 vom 12.01.2018

12.01.2018
NÖ Trafiken verkaufen um bis zu 30 Prozent weniger Vignetten

Dieser Tage wird sie viel gekauft, die digitale Vignette. Was durchaus bequem für den Kunden ist, bedeutet für die Trafikanten einen Geschäftsrückgang. „Im Durchschnitt sind bei uns rund 20 bis 30 Prozent weniger Vignetten gekauft worden als in den vergangenen Jahren“, teilt Peter Schweinschwaller, Landesgremialobmann der Tabaktrafikanten in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. „Zuletzt haben wir pro Vignette 1,62 Euro Provision erhalten, das sind 2,2 Prozent des Verkaufspreises.“

Das sei zwar bedauerlich, da jeder zusätzliche Kunde, der das Geschäft betritt, wichtig sei. Schweinschwaller betont aber auch, dass die meisten Vignettenkäufer ohnedies in der Regel Stammkunden seien. „Das heißt, dass diese Kunden ohnedies weiterhin ihre Trafikprodukte, wie Zeitschriften oder Zigaretten, bei uns kaufen“, so der Obmann.

Hoffnungsfroh stimmt ihn jedenfalls, dass bereits Gespräche mit der Asfinag laufen, „dass auch wir Tabaktrafikanten die digitale Vignette 2019 anbieten können. Das hat vor allem den Vorteil, dass die Vignette ab Kauf sofort gilt. Aufgrund des Konsumentenschutzes besteht beim Internetkauf eine Wartefrist von 18 Tagen.“ Diese Wartefrist sei für die Jahresvignette lästig, bei kurzen Vignetten, also der 10 Tages-Vignette oder der 2 Monats-Vignette, für Konsumenten oft unpraktisch.

Freilich ist der Vignettenverkauf nur ein kleiner Teil des Angebots der Tabaktrafikanten. Allerdings sind insgesamt die Rahmenbedingungen mit von Jahr zu Jahr geringer werdenden Margen nicht gerade positiv. Auch im Jahr 2017 haben wieder einige Trafikanten in Niederösterreich zusperren müssen, vor allem auf dem Land. Dabei sei vor allem der Zigarettenmarkt grundsätzlich stabil. „Der Rückgang um rund ein Prozent im Stückverkauf konnte durch eine Preisanpassung wettgemacht werden“, sagt Schweinschwaller. Und auch jene Shops, die E-Zigaretten verkauft haben, sind weniger geworden am Markt, womit E-Zigaretten wieder vermehrt in den Trafiken umgesetzt werden.

„Unser Thema sind die Hanfshops. Die viel diskutierte Legalisierung von Cannabis würde sich für unsere Branche positiv auswirken“, so der Landesgremialobmann, der allerdings nur auf erlaubte Produkte setzt. „Als Wirtschaftskammer führen wir Gespräche mit verschiedenen Branchen, wozu ich aber noch nichts im Details sagen möchte. Nur soviel: Wir sind oft der letzte Nahversorger in mancher Region, und da gilt es, ein grundsätzliches Sortiment aufzubauen.“ (jm)

http://wko.at/noe/trafikanten