NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1472 vom 10.02.2018

10.02.2018
Hotellerie im Wechsel zwischen Sonnen- und Schattenseite

Alles in allem ist das Jahr 2017 für die heimische Hotellerie sehr gut verlaufen. „Mit dem klaren Überschreiten der 7-Millionen-Grenze haben wir in Niederösterreich einen neuen Nächtigungsrekord erzielt. Insofern sind wir auf einem guten Weg“, stellte Doris Reinisch, Obfrau der Fachgruppe der Hotellerie in der NÖ Wirtschaftskammer, gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest. „Dabei darf man aber nicht übersehen, dass wir zum Teil auch von Krisen in manchen Tourismusregionen auf der Welt profitiert haben. Andererseits haben sich die Betriebsergebnisse keineswegs im selben Ausmaß entwickelt.“

Ein Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe sei nach wie vor die schwierige Mitarbeitersuche. „Weder Anlern- noch Fachkräfte sind momentan zu finden“, so Reinisch. „Die starke Konjunktur bewirkt leider auch eine Abwanderung bisheriger Tourismus-Kräfte in andere Branchen.“ Was die hohe Bürokratie-, Steuer- und Abgabenbelastung betrifft, hofft sie, dass das, was angekündigt wurde, jetzt auch umgesetzt wird, wie etwa die Rückführung der Mehrwertsteuer auf Nächtigungen von 13 auf 10 Prozent, was ihrer Information nach noch heuer im November beschlossen werden soll. „Das wäre ein erster wichtige Schritt, um den Investitionsspielraum der Betriebe wieder zu erhöhen“, wozu auch die Verkürzung der Abschreibefristen beitragen würde, sagt sie.

Was die neue Bundesregierung betrifft, ist Doris Reinisch positiv gestimmt. Die Regierung habe offenbar die wirtschaftliche Bedeutung der Tourismusbranche erkannt. SchlieĂźlich trage der Tourismus rund 16 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

Die Fachgruppe Hotellerie Niederösterreich besteht derzeit aus 1.405 aktiven Mitgliedern, vom Hotel über den Gasthof mit Beherbergung ab neun Betten bis zur Frühstückspension und Ferienwohnung. Davon sind 393 Betriebe als 1- bis 5-Sterne-Betriebe klassifiziert. Insgesamt beschäftigt die Branche 10.477 Mitarbeiter, davon 469 Lehrlinge in Ausbildung. (dsh)

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