NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1476 vom 9.03.2018

9.03.2018
In der „Dunkelflaute“ sind die 90 NÖ Biogasanlagen besonders gefordert

Nachdem die Ökostrom-Novelle im Vorjahr abgelaufen ist, feilt das Umweltministerium derzeit an einer neuen Klima- und Energiestrategie, die noch heuer präsentiert werden soll. Die Ausarbeitung des neuen Gesetzes soll in ein bis zwei Jahren erfolgen. Als Zwischenlösung haben die rund 290 Biogasbetreiber in Österreich um einen dreijährigen Nachfolgetarif ansuchen können. „In Niederösterreich gibt es rund 90 Biogasanlagen. Davon bekommen aus heutiger Sicht etwa 80 einen solchen Nachfolgetarif“, teilt Bernhard Stürmer, Geschäftsführer des Kompost- und Biogasverbandes, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

In den NÖ Biogasanlagen produzieren die Betreiber aus nachwachsenden Rohstoffen, Reststoffen der Landwirtschaft und biologischen Abfällen elektrischen Strom für rund 65.000 Haushalte. „Damit können alle Haushalte der Bezirke St. Pölten, St. Pölten-Land und Horn das ganze Jahr über mit erneuerbarem Strom versorgt werden“, berichtet Stürmer. Gerade in Zeiten extremer Kälte, weniger Sonne und Wind – der sogenannten „Dunkelflaute“ - sei eine sichere Energielieferung aus Österreich besonders gefragt. „Stromimporte, derzeit vorwiegend aus Kohle- und Atomkraftwerken in Deutschland und Tschechien, sind keine Lösung“, meint Stürmer.

Zurzeit versorgen Niederösterreichs Biogasanlagen Nahwärme-Netze mit Wärme im Gegenwert von rund 13 Millionen Liter Heizöl und ersetzen 1,3 Millionen Kubikmeter Erdgas durch Biomethan. „Außerdem kann Biomethan als Kraftstoff für alle mit Gas betriebenen Fahrzeuge, Pkw wie Lkw, eingesetzt werden. Die Motorentechnik ist ausgereift, und die Emissionen können durch Biomethan deutlich gesenkt werden“, so Stürmer.

Der Kompost- und Biogasverband steht für eine organische Kreislaufwirtschaft, die technologisch möglich, ökologisch notwendig und wirtschaftlich sinnvoll ist. „In diesem Sinne vertritt der Verband die Interessen aller Österreicher und setzt dabei auf Information und Weiterbildung in Sachen nachhaltige Entwicklung“, erklärt Stürmer. (km)

www.kompost-biogas.info