NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1476 vom 9.03.2018

9.03.2018
NÖ Freizeitwirtschaft wünscht sich einen Mountainbike-Beauftragten

„Für das Mountainbiken ist in Niederösterreich noch immer keine gesetzliche Lösung in Sicht“, stellt Wolfgang Menzel, Branchensprecher der Freizeit- & Sportdienstleister in der NÖ Wirtschaftskammer, fest. „Großgrundbesitzer und ihre Verbote, auf privaten Grundstücken zu fahren, machen Österreich - insbesondere Niederösterreich - für Mountainbiker uninteressant. Man bewegt sich regelmäßig an der Grenze der Legalität.“

Gleichzeitig aber liegt Mountainbiken voll im Trend, und es gibt immer mehr Menschen, die diese Sportart ausüben wollen. Unterstützt werden sie von einigen Initiativen, die sich darum bemühen, bestimmte begrenzte Gebiete für Mountainbiker zu erschließen. Dazu gehören die Wexl Trails in St. Corona am Wechsel, wo viel Geld in einige Kilometer für Mountainbiker investiert wurde. Für Wienerwaldtrails in der Grenzregion Wien - Niederösterreich sorgt eine Crowdfunding-Initiative, die in Einheit mit dem Biosphärenpark Strecken ermöglicht. Und am Königsberg bei Hollenstein/Ybbs gibt es mittlerweile ein dichtes Netz beschilderter Wege.

„Da passiert viel, weil der Bedarf enorm ist. Es entstehen zwar viele private Initiativen, aber noch immer sind weite Teile des Landes für Mountainbiker nicht erschlossen. Oft sind Wege vorhanden, die aber alt und schlecht beschildert sind“, erklärt Menzel. Einen Mountainbike-Beauftragten für Niederösterreich hält er für unabdingbar. In Tirol beispielsweise erledigen diesen Job vier Personen.

Als Hauptthema macht Menzel die Grundeigentümer aus. Als Beispiel nennt er die Stadt Wien, die bis auf die wenigen Wienerwaldregionen gegen Mountainbiker auftritt, sowie die Familien Rothschild und Hoyos. Wenn etwas freigegeben wird, und das sei nur in einem sehr geringen Umfang der Fall, dann seien es Forststraßen. Was aber völlig fehle, seien Single Trails. In Niederösterreich gibt es einen Anteil von einem Prozent schmaler und holpriger Wege, die Mountainbiker befahren dürfen.

Ob sich daran in nächster Zeit etwas ändern wird, bezweifelt der Branchensprecher. „Meines Wissens nach“, sagt er, „müssen die Betreiber, also die niederösterreichischen Gemeinden, 22 Cent pro Laufmeter an den Grundeigentümer zahlen. Auch hier ein Vergleich mit Tirol: Dort sind es 14 Cent. Und wenn es um neue Strecken geht, dann sitzen Gemeindevertreter, Grundeigentümer und Jäger an einem Tisch. Vertreter, die sich für das Mountainbiken einsetzen, wie wir von der Wirtschaftskammer, fehlen. Und natürlich auch der noch nicht eingesetzte Mountainbike-Beauftragte.“ (jm)

http://wko.at/noe/freizeit

www.freizeitinnoe.at

www.wexltrails.at

www.wienerwaldtrails.at

www.koenigsberg.at