NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1489 vom 8.06.2018

8.06.2018
Niederösterreichs Industrie wirbt bei den „Industrietagen 2018“ um Lehrlinge

50 Industriebetriebe aus Niederösterreich öffnen an den Industrietagen 2018 – 14. bis 16. Juni - ihre Tore für Interessenten, insbesondere für die Jugend. „Unsere Betriebe bieten Arbeitsplätze mit Zukunft, guter Ausbildung und guter Bezahlung“, so der Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ) Thomas Salzer. Trotzdem bekommen die Betriebe weniger Lehrlinge als in früheren Jahren bzw. müssen mehr Aufwand betreiben, um Lehrlinge an Bord zu holen. „Früher hat man uns die Türen eingerannt, heute müssen die Betriebe aktiv werden, wenn sie Lehrlinge mit entsprechender Qualifikation finden wollen“, sagt Salzer.

Die alle drei Jahre stattfindenden Industrietage sind so eine Gelegenheit aktiv zu werden. Die Betriebe öffnen ihre Tore zu unterschiedlichen Zeiten – siehe (HYPERLINK "http://www.noeindustrie.at/"www.noeindustrie.at). Und weil das heurige Motto „Ich bin IN, und DU?“ vor allem auf die Jugend abzielt, gibt es auch einen direkten Link HYPERLINK "http://www.ichbinin.at/"www.ichbinin.at mit einer interaktiven Industrie-Landkarte mit allen teilnehmenden Betrieben und den Infos zum jeweiligen Programm.

Waren an den Industrietagen 2015 rund 12.000 Besucher durch die 44 teilnehmenden Betriebe gewandert, wird heuer ein neuer Besucherrekord erwartet. Einer der Gründe ist die Kooperation mit dem NÖ Landesschulrat. Niederösterreichs Bildungsdirektor Johann Heuras: „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen schon im Schulalter die industrielle Arbeitswelt kennenlernen, daher wollen wir dazu beitragen, dass möglichst viele Schulklassen die Industriebetriebe besuchen.“ Weil die Industrie vielfach auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze in den MINT-Fächern anbietet, sieht Heuras auch für die Schulen als „Gebot der Stunde, die Jugend in geeigneter Form für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu interessieren.“

Mit den Industrietagen 2018 könnte das gut gelingen. Ein buntes Programm, exklusive Führungen für Schulklassen, aber auch ein Gewinnspiel, bei dem Technik-Geräte sowie Tickets für das Red Bull Airrace gewonnen werden können, sind nur einige der Höhepunkte an diesen Tagen. „Selbstverständlich wollen wir auch die Menschen aus der Region sowie die Angehörigen der Industrie-MitarbeiterInnen in den Betrieben begrüßen“, erklärt Johannes Schedlbauer, Geschäftsführer der Sparte Industrie in der NÖ Wirtschaftskammer.

Präsentiert wurde das Programm der Industrietage bei der Firma Egger in Unterradlberg bei St. Pölten. Werksleiter Reinhard Grießler nannte nicht nur eindrucksvolle Kennzahlen – so produziert Egger hier pro Jahr rund 38 Millionen Quadratmeter beschichteter Spanplatten, eine Fläche, so groß wie ganz Wien - , er verwies auch darauf, dass speziell für Jugendliche viele Anschauungsmodelle sowie Projektpräsentationen von Lehrlingen gezeigt werden.

Laut IV-NÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither zeigt eine Market-Umfrage, dass die heimische Bevölkerung von der Bedeutung der Industrie zwar überzeugt ist, „im Detail aber wissen unsere Landsleute eher wenig über die Top-Betriebe ihrer Region, obwohl „eine ganze Reihe von Welt- oder Europa-Marktführern darunter ist“, so Johannes Schedlbauer. Roither und Schedlbauer heben in diesem Zusammenhang hervor, dass gerade Niederösterreichs Industrie ein wichtiger Auftraggeber für andere Betriebe ist: „Ein Arbeitsplatz in der Industrie sorgt für zwei bis drei weitere Arbeitsplätze in zuliefernden Branchen.“

Damit das auch so bleibt, fordert IV-NÖ-Präsident Salzer: „Es ist höchste Zeit für ein Arbeitszeitgesetz, das den Anforderungen der modernen Arbeitswelt entspricht.“ Er verweist auf „sehr soziale Länder in Skandinavien, wo das durchaus gut funktioniert. Dort ist z.B. eine minimale Ruhezeit anstelle der maximalen Arbeitszeit vorgeschrieben. Wir wollen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht die Überstunden wegnehmen, aber wir wollen die Stunden im Bedarfsfall anders verteilen können. Wir brauchen mehr Flexibilität“, so Salzer. (rz)

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