NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1513 vom 30.11.2018

30.11.2018
Deutlich besseres Investitionsklima bei Niederösterreichs Industriebetrieben

Das Investitionsklima ist in den niederösterreichischen Industriebetrieben deutlich besser geworden, stellten Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung NÖ, und Sonja Zwazl, Präsidentin der NÖ Wirtschaftskammer, bei der Präsentation einer neuen Umfrage fest. 97,67 Prozent der befragen Unternehmen haben in den letzten zwölf Monaten Investitionen getätigt und 94,12 Prozent der Unternehmen planen in den kommenden zwölf Monaten Erweiterungsinvestitionen. Bei der Umfrage 2016 bildeten den Großteil der Investitionen noch Ersatzinvestitionen für veraltete Maschinen und Anlagen.

Wermutstropfen sind für Salzer jedoch unverändert die hohen Lohnnebenkosten sowie die kalte Progression. „In der Metallindustrie hatten wir zwar wieder einen hohen Lohnabschluss, aber den Mitarbeitern wird davon nicht viel bleiben, denn der Staat schneidet da kräftig mit“, sagte er. Es sei wichtig, dass endlich mehr netto vom brutto bleibt, was dann wieder der Wirtschaft zugute komme. Als sinnvoll erachtet der NÖ Industrie-Präsident auch eine Halbierung der Körperschaftsteuer auf nicht entnommene Gewinne, was weitere Investitionen bewirken würde. Schließlich löse jeder in der Industrie investierte Euro weitere 2,7 Euro bei den Zulieferfirmen aus.

Dem drohenden Facharbeitermangel will Wirtschaftskammer-Präsidentin Zwazl mit einem Umdenken im Bildungswesen begegnen. „Auch eine Lehre ist eine Ausbildung, und eine sehr gute sogar“, betonte sie. „Die größten Bildungseinrichtungen im Land sind eigentlich unsere Firmen.“ Für eine verstärkte Berufsorientierung spricht sie sich auch in der Mittelstufe aus. Schon in den Kindergärten und Volksschulen sollte man die unterschiedlichen Berufe vorstellen, zumal es Kinder gibt, die gar nicht wissen, welchen Beruf ihre Eltern haben.

Positiv stimmen Zwazl und Salzer die guten Noten aus der Umfrage. Das Wirtschaftsklima in Niederösterreich wurde mit 2,6 bewertet. Österreich hingegen bekam nur die Note 2,8, die EU sogar nur 3,1. (hm)

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