NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1523 vom 10.02.2019

10.02.2019
Scheibbser Keramikwerkstatt beliefert auch Trachtenfirma in Salzburg

Seit die Niederösterreichische Lebenshilfe in Scheibbs im Jahr 1987 die Scheibbser Keramikwerkstatt ĂŒbernommen hat, wird hier nach alter Tradition gearbeitet. „Bei uns gibt es keine neuen Maschinen, keine neuen GerĂ€te und auch keine modernen Keramiken. Wir produzieren im großen Stil nur Gebrauchskeramik“, erklĂ€rt WerkstĂ€ttenleiter Johann Kreimel dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

FĂŒnfzehn Mitarbeiter mit Handykap und sieben Angestellte erzeugen Teller, SchĂŒsseln und Schalen, die im eigenen Laden erfolgreich verkauft werden. Als bekannte Kunden nennt der WerkstĂ€ttenleiter einen Landwirte-Verband und das TrachtenmodegeschĂ€ft Tostmann in Salzburg. „Die Firma Trachtenmode Tostmann bestellte Keramik-Geschirr, weil es farblich gut zu ihren Trachten passt. Und fĂŒr den Rinderzucht-Verband haben wir vor kurzem vierzehn große Keramikteller als Geschenke fĂŒr ausgezeichnete ZĂŒchter hergestellt“, berichtet Johann Kreimel. Trotz seinem Verkaufserfolg erwirtschaftet das Scheibbser Unternehmen als Teil einer gemeinnĂŒtzigen Organisation keinen finanziellen Gewinn.

FĂŒr Menschen mit besonderen BedĂŒrfnissen bietet die Keramikwerkstatt einen fixen Arbeitsplatz mit BeschĂ€ftigungstherapie. „Die meisten Mitarbeiter werden nach Abschluss der Sonderschule im Alter von 16 bis 17 Jahren bei uns aufgenommen. Dann bemĂŒhen wir uns, die AnfĂ€nger fĂŒr den ersten Arbeitsmarkt fit zu machen, um sie dort unterzubringen. Leider gelingt uns das aber nur selten. Manche bleiben sogar bis zur ihrer Pension bei uns“, so Johann Kreimel.

Besonders erfreut sind die Keramiker ĂŒber die steigende Zahl von Besuchern, die bereits mit Busunternehmen kommen. Der Besuch mit FĂŒhrung durch die Werkstatt wird immer öfter ein Ausflugsziel. Dass die GĂ€ste nicht nur beim Fertigen der Keramiken zuschauen, sondern meist auch etwas kaufen, rundet die Freude ĂŒber die Besuche ab. (km)

http://www.noe.lebenshilfe.at