NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1523 vom 10.02.2019

10.02.2019
ReisebĂĽros erzielen mit FrĂĽhbuchervorteilen groĂźes Buchungsaufkommen

Das vergangene Geschäftsjahr ist für die heimischen Reisebüros sehr positiv verlaufen. Davon zeichnet sich heuer eine Verlängerung ab. „Die Kunden schätzen die kompetente Beratung sowie die Absicherung durch die Reisebüros. Deshalb können wir uns auch heuer wieder über ein großes Buchungsaufkommen freuen. Dazu tragen mit Sicherheit aber auch die attraktiven Frühbucherangebote bei.“ Das gab Sabine Riedl, Fachgruppenobfrau der Niederösterreichischen Reisebüros in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst bekannt.

Voll im Trend liegen auch heuer die Kreuzfahrten. Bei den Mittelstrecken haben Griechenland, Spanien. Portugal, die Türkei und Italien eindeutig die Nase vorn, bei den Langstrecken Südafrika, Tansania und Sansibar, die Malediven, Mauritius, Thailand sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Aber auch Städtereisen sind wieder en vogue, da sind vor allem Marrakesch, Lissabon und Valencia die Favoriten. Pro Kopf sind die Niederösterreicher bereit, für den Sommerurlaub durchschnittlich 1.000 Euro auszugeben.

Dennoch gibt es einen Wermutstropfen, der die Reisebranche beschäftigt. „Auch bei uns herrscht zurzeit leider akuter Lehrlingsmangel“, verrät die Fachgruppenobfrau. Den Grund sieht sie in erster Linie in einer Gesetzesbestimmung, die es Schülern in bestimmten berufsbildenden Schulen ermöglicht, statt drei Lehrjahren nur eines zu absolvieren. „Das in der Reisebranche erforderliche umfangreiche Fachwissen lässt sich in einem Jahr nicht vermitteln und erzeugt bei den jungen Leuten Frustration. „Wir unternehmen daher viel,“ sagt sie, „wie etwa Messeauftritte und Lehrlings-Castings, um mehr Lehrlinge zu gewinnen.“

Aktuell hat die Branche mit Fluglinien-Insolvenzen und Streiks zu kämpfen. Fluglinien müssen im Gegensatz zu Pauschalreiseveranstaltern und zu Vermittlern verbundener Reiseleistungen keine Insolvenzabsicherung abschließen. „Diese Lücke muss rasch geschlossen werden,“ fordert Riedl. „Generell machen es uns die gesetzlichen Neuerungen, wie Pauschalreisegesetz und -verordnung sowie die Margensteuerregelung nicht einfach. Die neue Margensteuerregelung - Besteuerung von Reiseleistungen - soll mit 1. Mai 2020 in Kraft treten. Problematisch für die Reisebürobranche ist, dass diese Regelung nun auch für den B2B-Bereich gelten soll und Gesamt- und Gruppenmargen, also Pauschalierungen bei der Bemessungsgrundlage, verboten sind. Hier müssen Lösungen gefunden werden. Bei all unseren Branchenanliegen würden wir uns eine entsprechende Unterstützung von der Bundesregierung erwarten.“

Derzeit gibt es in Niederösterreich 256 Reisebüros, die 1.015 Mitarbeiter beschäftigen. Elf Betriebe bilden 20 Lehrlinge aus. (dsh)

http://wko.at/noe/reisebueros