NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1527 vom 8.03.2019

8.03.2019
NÖ Anrufsammeltaxis bewähren sich immer mehr als Alternative zum Selbstfahren

Nicht selbstfahren, sondern das Anrufsammeltaxi benutzen, hat sich in Niederösterreich zu einer Alternative mit Wachstumspotenzial entwickelt. 2002 ist das erste Anrufsammeltaxi - kurz AST genannt - in Betrieb gegangen. Zurzeit gibt es davon bereits 22 Systeme im gesamten Bundesland, von Amstetten bis Hollabrunn. Neu in Betrieb sind seit 2018 das AST Frankenfels sowie das FöhrenAST. Das bisherige AST Bad Fischau-Brunn wurde mit dem FöhrenAST um die Gemeinden Wöllersdorf-Steinabrückl und Markt Piesting erweitert. Laut Landesrat Ludwig Schleritzko sind derzeit die Planungen zur Umsetzung des RegionsAST Marchfeld mit 20 teilnehmenden Gemeinden im Laufen.

„Im Vorjahr haben mehr als 110.000 Personen das AST-Angebot in Niederösterreich genutzt“, berichtet Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko. „Die meisten Fahrgäste hatte das AST St. Pölten, gefolgt vom ISTmobil Korneuburg. Auf Platz 3 gelangte das CityAST Amstetten, auf Rang 4 AST Gänserndorf und auf Platz 5 AST Klosterneuburg.“

Die ASTs werden je nach Zielgruppe und Bedarf zu bestimmten Zeiten und Tagen genutzt. Angebote, die eher für ältere Menschen eingerichtet wurden, damit sie Alltagswege, wie etwa zum Arzt oder zu Einkäufen erledigen können, werden meist am Vormittag genutzt. Für Pendler sind die AST-Linien Zubringer zu den höherrangigen Verkehrsmitteln Bahn und Bus, hauptsächlich in den frühen Morgenstunden. Angebote, die vor allem auf Jugendliche ausgerichtet sind, sind Freizeitwege, die eher in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende genutzt werden.

Alle Kunden würden vor allem die Flexibilität der ASTs und die Verfügbarkeit des Öffentlichen Verkehrs auch in ländlichen Gebieten gleichermaßen schätzen. Sehr interessiert sind derzeit viele Gemeinden an einem regionalen AST, wie es 2015 im Bezirk Korneuburg mit dem Korneuburg ISTmobil umgesetzt wurde und nun auf das Marchfeld ausgedehnt werden soll. „Dazu gibt es momentan viele Anfragen“, erklärt Ludwig Schleritzko.

Großes Gewicht legt der Landesrat auf Infoveranstaltungen und Diskussionen mit Gemeindevertretern sowie auf die Beratungsarbeit der niederösterreichischen Mobilitätsmanager, die bei der NÖ.Regional.GmbH angesiedelt sind. Rund 100 Gemeinden in allen Hauptregionen sind es inzwischen geworden, die sich aktuell mit der Errichtung solcher großflächigen Systeme beschäftigen. Nach diesen Infoveranstaltungen kommt es oft zu Vorstudien, um sich einen ersten Überblick über die Funktionsfähigkeit und die zu erwartenden Kosten zu verschaffen. „Entspricht das in der Grobplanung erarbeitete Konzept den Wünschen der Gemeinden“, so Scheritzko, „geben wir die entsprechenden Detailplanungen in Auftrag.“ (dsh)

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