N÷ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1527 vom 8.03.2019

8.03.2019
W√∂lfe in Nieder√∂sterreich: Wo bleibt der Tierschutz f√ľr Schafe und Ziegen?

‚ÄěBei uns im Waldviertel sind immer wieder Kadaver von Rehen zu finden, die vom Wolf gerissen wurden. Obwohl Nieder√∂sterreich als erstes Bundesland beschlossen hat, dass Problemw√∂lfe abgeschossen werden k√∂nnen, traut sich offenbar kein J√§ger, solches auch zu tun‚Äú, erkl√§rt der B√ľrgermeister der Marktgemeinde Thaya Eduard K√∂ck in seiner Funktion als Obmann des Nieder√∂sterreichischen Landeszuchtverbandes f√ľr Schafe und Ziegen in einer Aussendung an die Verbandsmitglieder.

Die EU habe zwar zus√§tzliche Gelder f√ľr die Aufstellung eines Herdenschutzes bereit gestellt, aber aus Erfahrungen wisse man, dass das nicht funktioniert. ‚ÄěEs gibt aber auch Schafhalter und Herdehundez√ľchter, die sich hinstellen und sagen, das geht ohnehin gut, obwohl auch dort schon Schafe gerissen wurden‚Äú, sagt K√∂ck. ‚ÄěDie Wolfsrisse in der Umgebung von Klosterneuburg haben uns sehr geholfen, weil darauf ein realistischer Blick in der Bev√∂lkerung eingekehrt ist.‚Äú Er zitierte die Kritik des B√ľrgermeisters einer Nachbargemeinde, der seinem √Ąrger freie Bahn lie√ü: ‚ÄěDas geht nicht, dass bei uns hier W√∂lfe herumlaufen, bei uns leben ja Leute. Wir sind ja nicht auf einem Stern im Waldviertel oder sonst wo‚Äú.

Eduard K√∂ck: ‚ÄěDas zeigt die Denkweise von St√§dtern. Solang der Wolf nicht in der Stadt ist, ist er ein liebes Tier. Darauf z√§hlen die radikalen Wolfbef√ľrworter, sie machen mit Falschmeldungen, L√ľgen und get√ľrkten Umfragen Stimmung gegen uns Tierhalter. Der Vorwand ist immer der Tierschutz. Aber wo bleibt der Tierschutz f√ľr Schafe und Ziegen, wenn neben den gefressenen noch weiter get√∂tete und verletzte Tiere herumliegen?‚Äú

Seine Schlussfolgerung: ‚ÄěIn dieser Frage m√ľssen wir die Medien gewinnen. Die Menschen sind zu weit weg von der Produktion, sie verstehen die Bauern oft nicht mehr. Wir m√ľssen unsere Hoft√ľren √∂ffnen und unsere Produktion erkl√§ren. Nicht nur praktisch, wie das einige von uns dankenswerter Weise jedes Jahr tun, sondern auch digital. Wir m√ľssen die Konsumenten auf unsere Seite holen. Ihr Verst√§ndnis brauchen wir in Zukunft immer mehr, auch bei vielen anderen Themen‚Äú. (m√ľ)

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