NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1536 vom 10.05.2019

10.05.2019
Niederösterreichs Kunsthandwerker punkten mit Kundennähe

Die derzeit auf der Schallaburg laufende Ausstellung „Der Hände Werk“ will die breite Öffentlichkeit auf die heimischen Kunsthandwerker aufmerksam machen. „Diese Schau werden wir heuer mit der bereits sechsten Auflage der KUNST WERK TAGE vom 2. Bis 4. August auf der Schallaburg ergänzen“, teilte Landesinnungsmeister Johann Figl dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Im Schlossgarten und im Arkadenhof findet in Kooperation mit der NÖ Wirtschaftskammer wieder ein Kunsthandwerksmarkt statt.

Was 2013 mit knapp 70 Ausstellern und 6.000 Besuchern begonnen hatte, hat sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt. „Heuer werden wir mehr als 90 Kunsthandwerker aus dem gesamten Bundesgebiet, die von einer Fachjury gebrieft werden, begrüßen dürfen“, so Figl. Zudem wird es im Schlosskeller eine Sonderausstellung der Uhrmacher, Goldschmiede, Buchbinder und Musikinstrumentenerzeuger geben.

„Die von uns veranstalteten KUNST WERK TAGE haben mit Sicherheit dazu beigetragen, bei den Konsumenten mehr Bewusstsein für Qualitätsprodukte zu schaffen“, meint Innungsmeister Figl. Schließlich hätten hier die Besucher die einmalige Gelegenheit, mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen, ihnen bei der Fertigung ihrer Kunstwerke über die Schulter zu schauen und Fragen zu stellen. „Früher einmal hat es geheißen, durchs Reden kommen die Leut´ z´samm. Diese Kombination von Kommunikation und dem Live-Erlebnis, Arbeitsschritte verfolgen zu können, machen es erst möglich, Verständnis für das Tun und das Produkt zu entwickeln. Und genau aus diesem Grund sind die KUNST WERK TAGE so wertvoll und beliebt“, so Figl.

Obwohl ein Aufschwung in der Branche zu verspüren sei, bleiben doch die Billigprodukte aus Asien weiterhin das größte Problem der Kunsthandwerker. „Hier sind wir gefordert“, betont der Innungsmeister, „auch weiterhin Informationen zu streuen. Natürlich können wir mit den Preisen aus Fernost nicht mithalten. Dafür aber erhält der Konsument bei uns erstklassige Ware, an der er sich oft ein Leben lang erfreuen kann. Qualitätvollste Materialien gepaart mit präziser und fachkundiger Verarbeitung sind garantiert. Ich denke, die Zeiten der Geiz-ist-geil-Maxime sind vorbei. Der Trend geht weg von der Massenware zum Unikat. Beim heimischen Kunsthandwerk geht es zudem niemals um Quantität, sondern um Qualität. Mir versichern die Besucher unserer KUNST WERK TAGE immer wieder, dass sie sich schon auf die nächste Auflage der Schau freuen, weil sie hier hervorragende Erzeugnisse erstehen können.“

Zurzeit gibt es in Niederösterreich 1.412 aktive Kunsthandwerker, die 426 Mitarbeiter beschäftigen. 18 Lehrbetriebe bilden zudem 11 Lehrlinge aus. 90 Prozent der Kunsthandwerker sind Ein-Personen-Unternehmen. (dsh)

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