N÷ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1540 vom 7.06.2019

7.06.2019
Waldviertler Nawaro Energie sieht heimischen √Ėkostrom in Zukunft gef√§hrdet

Das k√ľrzlich beschlossene Biomasse Grundsatzgesetz soll in Verbindung mit den Ausf√ľhrungsgesetzen der Bundesl√§nder soll den Weiterbetrieb von Holzkraftwerken in √Ėsterreich sichern. Im Detail geht es darum, dass die F√∂rderungen, die das √Ėkostromgesetz 2002 vorsieht, auslaufen oder bereits ausgelaufen sind. Es ist daher dringend eine Regelung notwendig, die es den Holzkraftwerken erm√∂glicht, im Betrieb zu bleiben, bis das Erneuerbare Ausbau Gesetz (EAG) in Kraft tritt. Dieses war f√ľr Anfang 2020 geplant.

‚ÄěNunmehr ist die Festsetzung des √Ėkostromtarifs L√§ndersache‚Äú, erkl√§rt Hans-Christian Kirchmeier, der nicht nur Gesch√§ftsf√ľhrer der Nawaro Energie Betrieb GmbH in Zwettl ist, sondern auch Vorstand der IG Holzkraft, der Interessenvertretung von √Ėkostromanlagen auf Basis von fester Biomasse. Nawaro betreibt im Waldviertel drei Holzkraftwerke in Altweitra, G√∂pfritz an der Wild und in Rastenfeld und versorgt rund 30.000 Haushalte mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen, also aus Biomasse. Die W√§rme, die bei der Produktion entsteht, wird an benachbarte Betriebe weitergegeben.

‚ÄěDas Land Nieder√∂sterreich‚Äú, so Kirchmeier, ‚Äěinsbesondere Landesrat Stephan Pernkopf und sein Team haben uns sehr unterst√ľtzt, und einen Passus ins Grundsatzgesetz hineinreklamiert, der es erlaubt den f√ľr einige Anlagen technisch v√∂llig ungeeigneten Brennstoffnutzungsgrad auszusetzen, wenn mehr als 50 Prozent Schadholz eingesetzt wird.‚Äú Da aber aufgrund der Neuwahlen im September das dringend notwendige Erneuerbare Ausbau Gesetz nicht Anfang 2020 in Kraft treten wird, sondern im besten Fall Anfang 2021, h√§ngen alle Betreiber, deren Tarife 2020 auslaufen, in der Luft. ‚ÄěDas gilt auch f√ľr unsere drei Kraftwerke‚Äú, so Kirchmeier.

‚ÄěWir brauchen dringend die Sicherheit in Form von ausreichenden √Ėkostromtarifen und realistisch erreichbaren Effizienzkriterien, damit unsere Anlagen in Betrieb bleiben k√∂nnen. Die rechtliche Unsicherheit hat mittlerweile ein Ausma√ü erreicht, das unzumutbar ist. Unternehmerische Entscheidungen sind nahezu unm√∂glich, obwohl Nawaro eigentlich in k√ľnftige Projekte kr√§ftig investieren will. Konkret haben wir an zwei Standorten Pelletswerke geplant, wobei es um Investitionen von 10 bis 12 Millionen Euro und weitere zehn Arbeitspl√§tze geht. Dazu brauchen wir aber endlich die rechtlichen Rahmenbedingungen‚Äú, fordert Kirchmeier.

Im Detail hei√üt das: Nawaro besch√§ftigt derzeit 32 Mitarbeiter, √ľber die Zulieferbetriebe sichert das Unternehmen bis zu 400 Arbeitspl√§tze. Dazu z√§hlen Mitarbeiter aus Forst- und Dienstleistungsbetrieben, Logistik, etc.. ‚ÄěHinzu kommt: Wir leisten einen hohen Beitrag f√ľr die regionale Wertsch√∂pfung. Zum Gro√üteil verarbeiten wir Schadholz aus dem Umkreis von rund 50 Kilometern um unsere jeweiligen Standorte‚Äú, erkl√§rt Kirchmeier. ‚ÄěUnd Schadholz ist aufgrund der aktuellen Borkenk√§ferkrise in einem sehr hohen Ausma√ü im Waldviertel vorhanden. Es ist wichtig, dass wir dieses Schadholz energetisch verwerten und den betroffenen Forstbetrieben Absatzm√∂glichkeiten bieten. Zudem kann die Borkenk√§ferkatastrophe nur bew√§ltigt werden, wenn das befallene Holz rasch aus dem Wald gebracht wird. Es ist endlich zur Kenntnis zu nehmen, dass wir ein Teil der L√∂sung sind.‚Äú

Mit dem Biomasse Grundsatzgesetz will der Gesetzgeber den Weiterbestand von 47 Anlagen √∂sterreichweit sicherstellen. 14 davon stehen in Nieder√∂sterreich. Wichtig ist, dass √Ėkostromtarife beschlossen werden, die den Unternehmen einen Weiterbetrieb der Anlagen erm√∂glichen.

Im Jahr 2020 laufen die bisherigen Tarife bei 22 Anlagen aus. Diese h√§ngen v√∂llig in der Luft, da das angek√ľndigte Gesetz aufgrund der Neuwahlen sicher zu sp√§t kommt. Wir fordern daher trotz der politischen Turbulenzen eine rasche L√∂sung‚Äú, so Kirchmeier. ‚ÄěEs kann nicht sein, dass eine Branche innerhalb von zwei Jahren wegen Neuwahlen auf Bundesebene keine vern√ľnftigen rechtlichen Rahmenbedingungen bekommt. Im Jahr 2017 ist die angek√ľndigte gro√üe Novelle des √Ėkostromgesetzes den Neuwahlen zum Opfer gefallen und jetzt das Erneuerbaren Ausbau Gesetz. Wir wollen weiterhin unseren Beitrag zu regionaler Wertsch√∂pfung, Klimaschutz und Waldgesundheit leisten und neue Arbeitspl√§tze schaffen. Wir sind bereit, weiterhin Verantwortung zu √ľbernehmen. Das Gleiche fordern wir von der Politik!‚Äú (jm)

http://www.nawaro-energie.at

http://www.ig-holzkraft.at