NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1544 vom 5.07.2019

5.07.2019
Installateure fordern eine bundesweite Initiative zur Lehrausbildung

Nach einem guten GeschĂ€ftsjahr 2018 sind Niederösterreichs Installateure laut Landesinnungsmeister und Bundesinnungsmeister-Stellvertreter Karl Pech auch im laufenden Jahr mit der Auftragslage und den Anfragen durchwegs zufrieden. „Ein großes Problem aber nach wie vor sind der Mangel an geeigneten FachkrĂ€ften und die zu geringe Lehrlingsausbildung“, erklĂ€rte er dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Zurzeit gibt es in Niederösterreich 1.238 Mitgliedsbetriebe, die 7.230 Mitarbeiter beschĂ€ftigen. Die Lehrlingszahlen habe man mit einer landesweiten Kampagne von 610 im Jahr 2017 auf 654 im Vorjahr steigern können. „Dennoch wĂŒrde da weitaus mehr gehen. Wir wĂŒnschen uns daher eine Initiative zur Lehrausbildung bundesweit“, sagt Karl Pech.

Insbesondere der Beruf des Installateurs habe nach wie vor einen „goldenen Boden“ mit einer zukunftssicheren Erwerbsgrundlage. „Als Installateur- und GebĂ€udetechniker decken wir alles ab“, so Pech, „was in einem modernen energiesparenden GebĂ€ude benötigt wird - von der Heizung, der Klimatisierung bis zum Traumbad. Mit einer bundesweiten Kampagne wollen wir jungen Leuten unseren Beruf nachvollziehbar schmackhaft machen. Ich stelle mir immer die Frage, wenn alle studieren, wer repariert dann am Sonntag vormittag den tropfenden Wasserhahn? Fakt ist nĂ€mlich, und das weiß man scheinbar nicht oder zu wenig, dass wir bei den GehĂ€ltern im Vergleich zu anderen Berufen sehr gut liegen. Die Einkommensmöglichkeiten gut ausgebildeter FachkrĂ€fte sind ausgezeichnet, und viele Firmen bieten darĂŒber hinaus VergĂŒnstigungen an, wie Diensthandy oder Laptop, Firmenwagen, kostenlose Weiterbildung und Fachseminare.“

Großes Lob spenden die Installateure den Förderungen zur Heizungssanierung. „In den letzten Jahren ist viel unternommen worden, um in den Landesregierungen und zustĂ€ndigen Ministerien fĂŒr die Notwendigkeit solcher Maßnahmen zu werben“, so Karl Pech. „Diese Förderungen mĂŒssen allerdings einige Jahre aufrecht bleiben, um die Sanierungsrate, die derzeit unter einem Prozent liegt, zu erhöhen. Cirka 190.000 Anlagen in Niederösterreich sind mehr als 25 Jahre alt. Ihre Erneuerung wĂŒrde einen nachhaltigen BeschĂ€ftigungsimpuls auslösen. Auch der Beitrag zur Erreichung der Klimaziele wĂ€re beachtlich, zumal rund 27 Prozent der CO2-Emmissionen durch Raumheizungen verursacht werden.“ (dsh)

http://www.dieinstallateure.at