NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1557 vom 4.10.2019

4.10.2019
Lkw-Maut auf LandesstraĂźen ist Anschlag auf Versorgungssicherheit

Vor der Einführung einer Maut für alle Lkw über 3,5 Tonnen auf sämtlichen Bundes- und Landesstraßen in Österreich, wie das von manchen Politikern gefordert wird, warnt Beate Färber-Venz, Obfrau der Sparte Transport und Verkehr in der NÖ Wirtschaftskammer, eindringlich. „Das würde periphere Regionen, wie z.B. das Waldviertel, hart treffen“, meint sie gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Denn Produktionsbetriebe, die dort angesiedelt sind und viele Mitarbeiter beschäftigen, werden sich die dann spürbar höheren Transportkosten nicht so ohne weiteres leisten können.“ Auch das Projekt „Europaspange“, mit dem die Region für die Bewohner attraktiv gehalten werden soll, sei mit einer flächendeckenden Lkw-Maut zum Scheitern verurteilt.

Eines dürften jene, die den Lkw stets zum Sündenbock machen, nicht vergessen, macht Beate Färber-Venz aufmerksam: „Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung aller Österreicher, und das jeden Tag, vielfach auch am Wochenende.“ Aber die Transportwirtschaft habe schon lange keine Luft mehr, zusätzliche Kosten zu tragen, „also wird der Leidtragende am Ende der Geschichte der Konsument sein“, prophezeit sie.

Ärgerlich ist nach Ansicht der Branchensprecherin auch der Umstand, dass durch das plötzliche Platzen der Bundesregierung die von ihr bereits zugesagte Anhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw bei Nacht von 60 auf 70 km/h nun wieder auf die lange Bank geschoben wird. „Jetzt zuckeln die Laser in den Nachstunden weiter mit 60 km/h durch die Lande. Das ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Denn heute sind moderne schwere Motoren so ausgelegt, dass sie bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h den Treibstoff optimal verbrennen und damit die beste Leistung bei geringstmöglichen Emissionen erbringen“, unterstreicht Beate Färber-Venz.

In Niederösterreich spielt der Sektor Transport und Verkehr eine bedeutende Rolle. In der NÖ Wirtschaftskammer zählt diese Sparte rund 2.300 Betriebe. Direkt und indirekt sind mehr als 40.000 Mitarbeiter bei den Unternehmen beschäftigt. (mm)

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