NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1564 vom 22.11.2019

22.11.2019
NĂ– Holzbaubetriebe melden Wachstum und steigende Lehrlingszahlen

Wolfgang Huber, Landesinnungsmeister der Innung Holzbau in der NÖ Wirtschaftskammer, darf sich freuen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet seine Branche eine zehnprozentige Steigerung im Aktivenstand der Lehrlinge. „Zurzeit bilden wir 262 Lehrlinge in Zimmerei und 45 in Zimmereitechnik, zusammen 307 aus“, berichtet Huber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Im Vorjahr sind es 278 Lehrlinge gewesen“.

Zudem gibt es auch einen leichten Anstieg bei den Betrieben. 2018 gab es 390 aktive Zimmerei- und Holzbaubetriebe in Niederösterreich, heuer sind es 394. Sie beschäftigen zusammen 2.182 Mitarbeiter. „Auch unser Wachstum in der Holzbaubranche ist positiv“, so Wolfgang Huber. „Es herrscht allgemein eine gute Stimmung und eine zufriedenstellende Auftragslage.“

Dennoch spitzt sich der Fachkräftemangel auch bei den Holzbaubetrieben zu. „Manche Betriebe können nicht mehr alle Aufträge übernehmen, weil ihnen die Mitarbeiter für die Ausführung fehlen“, so der Innungsmeister. „Auch wenn die Lehrlingszahl gestiegen ist, benötigen wir mehr Nachwuchs für unsere Betriebe. Eine Lehrlingszahl von 400 aufwärts wäre wünschenswert.“

Ein weiteres Problem ist das Herüberarbeiten von Firmen aus dem Ausland, die ihre Mitarbeiter nicht den österreichischen Kollektivverträgen entsprechend entlohnen und gesetzliche Bestimmungen nicht einhalten. „Hier werden einerseits keine Abgaben entrichtet, was den Wettbewerb unfair macht, anderseits fehlt oft auch die fachliche Kompetenz. Die Ausführungen entsprechen meist nicht unseren hohen Qualitätsstandards, die wir heimischen Holzbaumeister unseren Kunden bieten.“

Deshalb sei es dringend nötig, weiter am Ball zu bleiben, wie Wolfgang Huber betont, sowohl in der Ausbildung, die ständig den neuesten Entwicklungen im Holzbau angepasst werden müsse, als auch in der Öffentlichkeitsarbeit. „Weiterhin die Werbetrommel für unseren Beruf rühren“ will er mit Schauzimmern auf Berufsinformationsmessen, mit Plakaten und mit Holzbaupreisverleihungen. „Denn Holzbaukunst muss gelebt und nach außen sichtbar gemacht werden“, sagt Huber, der auf Seminare zur Weiterbildung von Fachkräften setzt.

Auch in Zukunft erwartet sich Wolfgang Huber von den politisch Verantwortlichen Unterstützung. „Der klimaneutrale Baustoff Holz muss weiterhin forciert werden“, sagt er, „da er ein wichtiger Beitrag für die Zukunft von uns allen ist. Was die OIB-Richtlinien betrifft, ist in vielen Normen und Gesetzen die Baustoffneutralität statuiert worden, die einen vielseitigeren Einsatz des Baustoffes Holz ermöglicht. Damit Holz noch sichtbarer eingesetzt werden kann, bedarf es aber noch weiterer Änderungen. Die Baustoffindustrie will Verkleidungen mit Brandschutzplatten. Wir meinen aber, dass der Holzbau mit einer sichtbaren Holzoberfläche mehr punktet als versteckt unter Baustoffplatten.“

Für das kommende Jahr wünscht sich Wolfgang Huber viele interessante Holzbauten, zufriedene Holzbaukunden sowie Holzbaubetriebe und: „außerdem eine weiterhin gute Wirtschaftslage, motivierte Planer, Statiker und Zimmerer, die mit allen anderen Gewerken gemeinsam bauen. Holzbau ist im Trend.“ (dsh)

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