NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1575 vom 14.02.2020

14.02.2020
AKNÖ erkämpft im Arbeits- und Sozialrecht 56 Millionen Euro

56 Millionen Euro haben im Vorjahr niederösterreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Grund von gerichtlichen oder außergerichtlichen Interventionen der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ), meistens im Konflikt mit ihrem Arbeitgeber, zugesprochen bekommen. 150.000 Beschäftigte in Niederösterreich – jeder vierte Arbeitnehmer im Land – haben sich 2019 in den Bezirksstellen der Interessenvertretung telefonisch, schriftlich oder persönlich beraten lassen. Diese Zahlen teilt die AKNÖ in ihrer Jahresbilanz 2019 über die Hilfe mit, die sie ihren Mitgliedern landesweit in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen geleistet hat.

Die Bandbreite der Fälle, in denen die AKNÖ ihre Mitglieder vertreten hat, spiegelt die Probleme in der Arbeitswelt wider: nicht ausbezahlte Überstunden, ungerechtfertigte Entlassungen, Bezahlung unterhalb des Kollektivvertrags, nicht ausbezahlte Löhne und Gehälter oder Abfertigungen. Auch zu den Themen Arbeitslosenversicherung, Pension und Krankheit hat es im Vorjahr viele Wünsche nach fachgerechter Auskunft gegeben.

Mit Beginn des kommenden Jahres kommt es im Arbeitsrecht zu einer gesetzlichen Verbesserung, die von AKNÖ und Gewerkschaft schon lange gefordert worden ist und nun umgesetzt wird: „Für die rund 260.000 Arbeiterinnen und Arbeiter gelten dann die gleichen Kündigungsfristen wie für Angestellte“, erklärt AKNÖ-Präsident Markus Wieser. Im Regelfall bedeutet das eine Kündigungsfrist von sechs Wochen statt wie bisher 14 Tagen. Bei längerer Betriebszugehörigkeit verlängern sich die Fristen. (mm)

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