N÷ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1589 vom 22.05.2020

22.05.2020
Rettet Donauwasser aus Hainburg den d√ľrstenden Neusiedler See?

Im Burgenland l√§uten bei Umwelt-, Agrar- und Tourismusexperten die Alarmglocken, denn der Neusiedler See wird immer seichter. Zur Zeit liegt der Wasserstand des fast 300 Quadratkilometer gro√üen Steppensees um 30 Zentimeter unter dem Normalwert. Im Monat Mai hatte der Neusiedler See √ľberhaupt noch nie so wenig Wasser wie heuer seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1965.

Damit bringen Fachleute einen alten, nie ganz ad acta gelegten Plan wieder auf das Tapet. Um die m√∂glicherweise drohende Austrocknung des Neusiedler Sees zu verhindern, hat das Land Burgenland schon vor 15 Jahren ein Projekt ausgearbeitet, bei dessen Verwirklichung auch Nieder√∂sterreich ma√ügeblichen Anteil h√§tte. Nach dieser Idee will man j√§hrlich rund 32 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Donau √ľber einen Kanal in den Steppensee leiten. Entnommen werden soll das Wasser aus dem Fluss im Raum √∂stlich von Hainburg im Bezirk Bruck/Leitha.

Nach Berechnungen von Experten lie√üe sich der Pegelstand des Neusiedler Sees damit um zehn Zentimeter erh√∂hen. Aufgrund der gro√üen Wassermengen, die die Donau f√ľhrt, w√§re die Ableitung kaum merkbar. Auch transportiert die Donau im Gegensatz zu anderen Fl√ľssen relativ wenig N√§hr- und Schadstoffe. Auf Preisbasis 2005 h√§tte das gesamte Kanal-Projekt an die 50 Millionen Euro gekostet, nach heutiger Kalkulation wohl deutlich mehr. (mm)

http://www.neusiedlerseewiki.at/Donau