N÷ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1604 vom 11.09.2020

11.09.2020
√Ėsterreichs einzige Auffangstation f√ľr Schildkr√∂ten schreit um Hilfe

√Ėsterreichs einziges Schildkr√∂ten-Tierheim, das in Seebarn am Wagram im Bezirk Tulln steht, platzt bald aus allen N√§hten. ‚ÄěDerzeit werden immer mehr Tiere aus ganz √Ėsterreich bei uns abgegeben und immer mehr Leute fragen, ob sie auch andere Reptilien bringen k√∂nnen. Aber daf√ľr fehlt uns das Geld. Wir brauchen dringend Hilfe‚Äú, teilt Markus Putzgruber, Obmann des Vereins RespekTurtle, dem N√Ė Wirtschaftspressedienst mit. Als kleinen Lichtblick nennt er den demn√§chst erwarteten amtlichen Status des einzigen Schildkr√∂tentierheims in √Ėsterreich. ‚ÄěEine m√ľndliche Zusage gibt es bereits. Vielleicht gibt es f√ľr uns dann auch finanzielle Unterst√ľtzung von amtlicher Seite.‚Äú

Als j√§hrlich anfallende Kosten f√ľr die Erhaltung der insgesamt mehr als 400 Tiere nennt Putzgruber 20.000 Euro an Tierarztkosten, 8.000 Euro Futterkosten und etwa 4.000 Euro f√ľr Strom. ‚ÄěUm die Kosten etwas zu verringern, bieten wir Tierfreunden Patenschaften an und freuen uns auch √ľber private Spenden. F√ľr etwa die H√§lfte der Kosten m√ľssen wir allerdings selbst aufkommen‚Äú, erkl√§rt der Vereinsobmann.

Um den abgegebenen und ausgesetzten Schildkr√∂ten eine artgerechte Bleibe zu bieten, hat Markus Putzgruber vor drei Jahren den Verein RespekTurtle gegr√ľndet. Auf einem Areal von rund 2.500 Quadratmetern mit vier Teichen und einigen Gro√üanlagen leben derzeit rund 400 Schildkr√∂ten der verschiedensten Arten, von Riesen- bis zu fleischfressenden Alligatorschildkr√∂ten und von Sumpf- bis zu Schmuckschildkr√∂ten. Dazu kamen noch Hunde, Katzen, einige Geckos, ein Dutzend Papageien, Wellensittiche, Kaninchen und Meerschweinchen.

Als Grund f√ľr das Weggeben oder Aussetzen von Schildkr√∂ten nennt der erfahrene Tiersch√ľtzer das Wachstum und die Lebenszeit der Tiere. Einige Schildkr√∂ten sind zu Beginn sehr klein, etwa in M√ľnzgr√∂√üe, und k√∂nnen in einem Aquarium gehalten werden. Doch bald sind sie daf√ľr zu gro√ü und werden deshalb weggegeben. Andere wieder k√∂nnen sehr alt werden, manche bis zu 100 Jahre. Sie werden f√ľr ihre Besitzer zu einer nicht mehr tragbaren Belastung. Weil immer mehr Wasserschildkr√∂ten - zum Beispiel aus Aquarien - abgegeben werden, plant die Vereinsleitung, einige Teiche noch mehr anzulegen.

F√ľr die Zukunft w√ľnscht sich der Tierfreund die Errichtung eines gro√üen Reptilientierheims in Nieder√∂sterreich. ‚ÄěEs w√§re so wichtig‚Äú, betont er, ‚Äěetwas f√ľr Reptilien zu tun. Sie k√∂nnen nicht schreien und leiden oft ein Leben lang. Es muss unbedingt mehr Aufkl√§rung f√ľr ihre richtige Haltung und F√ľtterung getan werden.‚Äú

Nach Meinung Putzgrubers w√§re ein gro√ües √∂sterreichisches Reptilientierheim auch ein ideales Ausflugsziel f√ľr Jung und Alt aus Nah und Fern. ‚ÄěWir bekommen sogar jetzt schon Besuche aus Deutschland, weil unsere Station so einzigartig ist‚Äú, sagt er. ‚ÄěNirgends gibt es so viele verschiedene Schildkr√∂ten wie bei uns.‚Äú (km)

http://www.respekturtle.at