N Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1604 vom 11.09.2020

11.09.2020
Fleischkäufer aus Nah und Fern rennen Bio-Landwirtschaft die Tür ein

„Der Fleischumsatz hat sich in der Zeit des Lockdowns mehr als verdoppelt. Aktuell liegen wir etwa 20 Prozent über dem Vorjahr. Im Durchschnitt geben unsere Kunden 70 Euro für den Fleischeinkauf aus“, teilt Christian Oberenzer vom Fleischbetrieb Dexterrinder aus Laa an der Thaya dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Seine Frau Melanie Oberenzer nennt vor allem eine Ursache für diese Entwicklung: „Viele haben gesehen, dass das Rindfleisch aus Argentinien nicht ständig verfügbar ist. Das Interesse für regionale Produkte ist damit gestiegen.“

Dass die Höhenflüge derzeit nicht mehr erreicht werden, führt sie darauf zurück, dass es aktuell mehr Kantinenessen gäbe. „Und Leute, die wieder Kochen gelernt haben, sind diejenigen, die quasi unsere neuen Stammkunden geworden sind und zu unseren schon bisher treuen Kunden dazu gekommen sind“, erklärt Melanie Oberenzer. „Die Menschen wollen nicht nur etwas über die Produktion und die Herkunft des Fleisches wissen, sondern mehr und mehr werde ich gefragt: Wie geht es denn den Tieren bei euch?“ Ihre Antwort: „Seit 2004 arbeiten wir biologisch. Artgerechte Haltung und Freiraum für unsere Nutztiere sind selbstverständlich.“

An Bedeutung gewonnen hat die Direktvermarktung. Im Frühjahr 2020 sind die Oberenzers direkt zu den Kunden gefahren und haben entsprechend den jeweils geltenden Vorschriften die Produkte ins Haus geliefert. „Jetzt kommen die Leute wieder zu uns. Sie kommen vor allem aus der Umgebung, aber auch aus Wien. Verstärkt sind das junge Menschen, die gerade mit ihrer Ausbildung fertig geworden sind, oder Jungfamilien. Sie alle wollen für sich und ihre Kinder gute biologische Lebensmittel.“

Alternativ werden Pakete mit dem Next Day Fresh-Service der Post geliefert. „Bevorzugt gekauft wird unser Mischsortiment. Da ist alles dabei: Schnitzel-, Suppen-, Koch- und Gulaschfleisch“, sagt Christian Oberenzer. „Männer kaufen vor allem unsere tolle Steakauswahl. Schließlich haben die kleineren Dexterrinder einen höheren Anteil an marmoriertem Fett, und das Fleisch ist daher besonders zart.“ (jm)

http://www.dexterrinder.at