NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1604 vom 11.09.2020

11.09.2020
Gewerbe- und Handwerksbetriebe haben Konjunkturspritze bitter nötig

Mit rund 130.000 Beschäftigten sind die 52.000 niederösterreichischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe der größte Arbeitgeber im Land. Diesem „Job-Motor“ droht allerdings – ausgelöst durch die Covid-19-Krise und deren Nachwirkungen – bald der Sprit auszugehen. „Die Unternehmen brauchen jetzt unbedingt Konjunkturimpulse“, warnt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich und Vize-Chefin des mitgliederstärksten Wirtschaftssektors in Niederösterreich.

Als Beispiele für die dringend notwendigen Maßnahmen nennt sie den Handwerkerbonus, den Reparaturbonus sowie den raschen Start angekündigter Investitionspakete im Sinne der Nachhaltigkeit. Denn bei vielen Firmen sei bereits „Feuer am Dach“. „Wenn die Konjunktur jetzt nicht anspringt, werden Österreichs Gewerbe- und Handwerksbetriebe am Jahresende fast elf Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresumsatz eingebüßt haben“, rechnet Scheichelbauer-Schuster vor. Jeden Monat würden zwischen 600 und 700 Millionen Euro abgehen.

Wie die KMU Forschung Austria erhoben hat, dämpft die durch die Corona-Krise ausgelöste Unsicherheit die Investitionsbereitschaft der Unternehmen stark. Hatten vor Ausbruch der Pandemie 49 Prozent der Betriebe angegeben, dass sie investieren wollen, waren es zuletzt nur noch 23 Prozent. „Nur mit der Belebung von öffentlicher und privater Nachfrage wird es uns gelingen, die heuer drohende Umsatzlücke zu reduzieren“, betont die Branchensprecherin. (mm)

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