NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1614 vom 20.11.2020

20.11.2020
Corona-Krise: Event-Zulieferbetriebe schauen einmal mehr durch die Finger

Während Gastronomie, Hotels und Eventveranstalter sowie Caterer für den November-Lockdown 80 Prozent des Vorjahresmonatsumsatzes ersetzt bekommen, geht die Branche der dahinter stehenden Zulieferbetriebe, wie Veranstaltungstechniker, Zeltverleiher oder Eventmöbel-Bereitsteller, leer aus. Dabei befindet sich genau diese Berufsgruppe seit Mitte März mehr oder weniger im Dauer-Lockdown. Das will man sich dort nicht mehr länger gefallen lassen.

„Von den zugesagten Hilfen kommt bei den Betrieben wenig an, und auch beim Umsatzersatz schauen viele durch die Finger“, kritisiert Gert Zaunbauer, Obmann der Freizeit- und Sport- sowie der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe in der NÖ Wirtschaftskammer. Das Problem: Da es in der Veranstaltungsbranche eine breite Szene an Dienstleistern und Zulieferern gibt, sind diese Berufe nicht in ihrer Gesamtheit erfasst und erhalten nach jetzigem Stand keinen Ersatz für entgangene Umsätze.

„Hier muss dringend konkreter definiert werden, dass alle Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft, die vom Lockdown beeinträchtigt werden, bezugsberechtigt sind“, fordert Zaunbauer ein rasches Nachschärfen. Denn: „Die Branche kämpft ums nackte Überleben. Die Stimmung ist schlecht, viele Unternehmer sind verzweifelt und haben teilweise resigniert.“

Die Veranstaltungswirtschaft besteht aus vielen Branchen. Dazu gehören die Veranstaltungstechniker, Schausteller, Catering, Messebau, Zeltverleiher, Fotografen, Pyrotechniker, Security, Moderatoren, Beleuchter, Blumenhändler und weitere.

Die Veranstaltungswirtschaft trägt mit 8,9 Milliarden Euro 3,4 Prozent zur Wirtschaftsleistung Österreichs bei und sichert in der Branche 144.000 Arbeitsplätze. Inklusive Zulieferern sind mit dem Sektor 250.000 Jobs verknüpft. In Niederösterreich hat die Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs „Kunst, Unterhaltung und Erholung, Erbringung von sonstige Dienstleistungen“ 2018 mit 35.500 Beschäftigungsverhältnissen 1,3 Milliarden Euro betragen. (mm)

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