NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1632 vom 2.04.2021

2.04.2021
Atomkraftwerk Dukovany erhält noch vor Ausbau kräftiges Facelifting

Die Betreibergesellschaft des tschechischen Atomkraftwerkes (AKW) Dukovany, der halbstaatliche Energiekonzern ČEZ, wird heuer zwei Milliarden Kronen – umgerechnet 76 Millionen Euro – in den Ausbau des Meilers investieren. Das hat Roman Havlín, der Direktor des AKW, vor kurzem bei einem Online-Pressegespräch angekündigt. Modernisiert werden sowohl die Produktionsanlagen als auch die Verwaltungsgebäude. Dort möchte man künftig bei den Eingängen – als Reaktion auf die Corona-Pandemie – die Körpertemperatur automatisch messen.

Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst erfahren hat, wollen ČEZ und seine Partnerfirma Elektrárna Dukovany II im Juni die Baugenehmigung für den geplanten neuen Reaktor beim regional zuständigen Bauamt in Třebíč (Trebitsch) beantragen. Laut Petr Závodský, Generaldirektor von Elektrárna Dukovany II, würden dafür alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen bereits vorliegen. Unklar sei nur die Auswahl desjenigen, der den neuen Reaktorblock betreibt, so Závodský.

Hier könnte es sich noch spießen. Denn ob der veranschlagte Zeitplan hält, erscheint in Anbetracht der jüngsten politischen Scharmützel in Tschechien fraglich. So hat der Senat, die obere Parlamentskammer im Parlament, die Regierung aufgefordert, wegen erheblicher Sicherheitsbedenken keine russischen oder chinesischen Firmen bei der Dukovany-Ausschreibung zuzulassen. Mit Baukosten von mehr als sechs Milliarden Euro ist die Aufrüstung des 36 Jahre alten AKW, das nur 30 Kilometer Luftlinie von Niederösterreichs Nordgrenze entfernt liegt, das größte Investitionsprojekt in der tschechischen Geschichte. (mm)

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