NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1490 vom 15.06.2018

15.06.2018
S1 und A5 sind ein Wirtschaftsturbo im sĂĽdlichen Weinviertel

Jene Gewerbegebiete im südlichen Weinviertel, die nahe am Schnittpunkt der Wiener Aussenring-Schnellstraße S1 mit der Nordautobahn A5 liegen, werden immer mehr zu „Brutkästen“ für neue Betriebsansiedlungen und den Ausbau bereits bestehender Unternehmen. Entlang dieser verkehrsgünstig gelegenen Achse finden heuer zahlreiche Spatenstiche und Standorterweiterungen statt. Der NÖ Wirtschaftspressedienst greift beispielgebend einige solcher Projekte heraus. Sie bringen den Gemeinden Hagenbrunn im Bezirk Korneuburg sowie Großebersdorf und Wolkersdorf im Bezirk Mistelbach Millioneninvestitionen und schaffen viele neue Arbeitsplätze.

Im Beisein von Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gibt die DHL Paket (Austria) GmbH, ein Tochterunternehmen der Deutschen Post, Ende Juni den Startschuss zum Bau eines neuen Paketzentrums auf dem Areal des Logistikzentrums Wien-Nord in Hagenbrunn. Das Projekt fügt zwei schon laufenden DHL-Verteilzentren in Graz und Wien-Liesing ein weiteres hinzu und trägt dem stark wachsenden Geschäft im online-Handel Rechnung. Denn jeder Österreicher empfängt pro Jahr bereits durchschnittlich zehn Pakete.

Im Logistikzentrum Wien-Nord in Hagenbrunn wird auch die Österreichische Post AG mit einem Paket-Verteilzentrum ihre Zelte aufschlagen. Das Projekt, das ursprünglich in Langenzersdorf hätte verwirklicht werden sollen, dort aber an massiven Anrainer-Protesten gescheitert war, löst ein Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro aus und soll Arbeitsplätze für 300 Beschäftigte bringen. Spatenstich ist Anfang Juli, die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Sommer 2019 geplant.

Schon erfolgt ist vor kurzem der Spatenstich zum Bau des neuen Logistikzentrums von Lidl Österreich in Großebersdorf. 150 Millionen Euro nimmt die Handelskette zur Errichtung dieser Distributionsdrehscheibe in die Hand, um in Zukunft 150 Filialen im Raum Wien besser versorgen zu können. „Mit der Großinvestition schaffen wir auch bis zu 240 neue Arbeitsplätze“, erklärt Christian Schug, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Lidl Österreich. Das Logistikzentrum Großebersdorf mit 60.000 Palettenplätzen ersetzt ein bestehendes Lager des Einzelhändlers im burgenländischen Müllendorf und wird 2021 in Betrieb gehen.

An der Schnittstelle von S1 und A5 expandieren aber nicht nur Handels- und Dienstleistungsunternehmen, auch Industriebetriebe erweitern ihre Produktionsanlagen. So hat der im ecoplus-Wirtschaftspark Wolkersdorf angesiedelte Gewürzhersteller Kotányi sieben Millionen Euro in die Errichtung einer neuen Rohwarenhalle sowie einer Flachbeutel- und Abpackanlage investiert. Die Traditionsfirma, die jedes Jahr mehr als 10.000 Tonnen Rohware verarbeitet, beschäftigt in Wolkersdorf rund 150 ihrer 540 Mitarbeiter. (mm)

www.dhlpaket.at

www.post.at

www.lidl.at

www.kotanyi.at



15.06.2018
Baugrundstücke sind in Mödling 12x teurer als in Gmünd

In Niederösterreich sind die Preise für Baugrundstücke 2017 wieder leicht gestiegen. Wie aus dem jüngsten Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich hervorgeht, gab es im Vorjahr einen Zuwachs um 1,7 Prozent auf durchschnittlich knapp 113 Euro je Quadratmeter. Im Vergleich der Bundesländer am stärksten sind die Grundstückspreise in Vorarlberg mit einem Plus von 15,1 Prozent nach oben geklettert.

Im Wiener Umland hat der Bezirk Bruck/Leitha mit einem Anstieg um fast 20 Prozent auf durchschnittlich 118 Euro den stärksten Preisanstieg bei Baugrundstücken für freistehende Einfamilienhäuser verbucht. Dahinter folgen die Bezirke Tulln mit einem Plus von 17,5 Prozent auf 203 Euro sowie Korneuburg mit einem Plus von 12,6 Prozent auf 211 Euro.

Auch St. Pölten erlebt zurzeit einen Boom der Grundstückspreise. Kostete 2016 in der NÖ Landeshauptstadt ein Quadratmeter Baugrund im Jahresdurchschnitt noch 100 Euro, waren es im Vorjahr schon fast 111 Euro – ein Anstieg um 10,4 Prozent. „St. Pölten wird nicht nur für Wohnzwecke immer attraktiver, sondern auch für Betriebe und als Handelsstandort“, erklärt Johannes Wild, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Wirtschaftstreuhänder in der NÖ Wirtschaftskammer. Daran habe die gute Anbindung der Stadt an das öffentliche Verkehrsnetz maßgeblichen Anteil.

Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst dem Immobilienpreisspiegel entnimmt, ist der Bezirk Mödling das teuerste Pflaster im Land. In den Gemeinden südlich von Wien muss man für einen Quadratmeter Baugrund durchschnittlich 358 Euro bezahlen. Vergleichsweise billig kommen Grundstückkäufer hingegen im Waldviertel davon. Laut Immobilienpreisspiegel kostet der Quadratmeter in Gmünd nur 29 Euro, in Waidhofen/Thaya 34 Euro sowie in Horn 44 Euro. (mm)

www.wkimmo.at

http://wko.at/noe/immobilien



15.06.2018
Wiener Städtische erklimmt in NÖ bei der Pflegeversicherung die Spitze

Die im letzten Jahr wütenden Unwetter mit Starkregen, Hagel und orkanartigen Windböen haben auch in Niederösterreich enormen Schaden angerichtet. Dieser erhöhte den Aufwand der Wiener Städtischen Versicherung im Vergleich zum Jahr 2015 um 165 Prozent auf fast 13 Millionen Euro.

Aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge mit weniger Menschen, die das System finanzieren können, und wegen der Abschaffung des Pflegeregresses erwächst der Versicherungswirtschaft ein neues Problemfeld. „Noch ist nicht festgelegt, wer letztlich diese zusätzlich hohen Kosten tragen wird“, sagte Wolfgang Lehner, Landesdirektor der Wiener Städtischen Versicherung, in seinem Rückblick auf das Geschäftsjahr 2017.

Jedenfalls zeichne sich ab, „dass es schwieriger werde, Pflegefälle in einem Heim zu versorgen.“ So wird es laut statistischer Vorausschau in Österreich im Jahr 2030 bis zu 800.000 Pflegegeldbezieher geben. Die Lücke zwischen Pension und Pflegekosten werde man deshalb aus heutiger Sicht nur auf dem Weg privater Vorsorge schließen können, meint Lehner.

In der Pflegeversicherung rückt die Wiener Städtische nach eigener Angabe nach der Fusion mit der s Versicherung mit 220 Millionen Prämienvolumen in Niederösterreich auf den 1. Marktrang. Dieser zeichne sich mit 451 Millionen Euro auch über sämtliche Versicherungssparten ab. (mü)

www.wienerstaedtische.at



15.06.2018
„Lehre mit Matura“ wird ab September noch attraktiver

Das Ausbildungsmodell „Lehre mit Matura“, das seit 2008 in ganz Niederösterreich angeboten wird, bekommt dank der Initiative einiger St. Pöltner Betriebe und Organisationen zusätzlichen Schub. XXXLutz-Geschäftsführer Martin Lackner und Josef Krückl von EMC in Böheimkirchen gehören zu den treibenden Kräften eines Firmenmodells, das gemeinsam mit dem WIFI nun umgesetzt wird. Während die Lehrlinge bisher nach der Arbeit in ihrer Freizeit die notwendigen Kurse in der Abendschule besuchen mussten, sieht das neue Firmenmodell vor, dass die Lehrlinge dieser Betriebe den Unterricht jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr im WIFI bekommen.

„Damit ist unser Angebot „Lehre mit Matura“ noch attraktiver geworden“ stellt sich WIFI-Institutsleiter Andreas Hartl mit Freude fest. Die Entscheidung, eine Lehre zu absolvieren, sei jetzt „keine Einbahnstraße mehr“. Denn die zusätzliche zeitliche Belastung außerhalb der Arbeitszeit fällt bei diesem Modell weg. Getragen wird es neben XXXLutz und EMC auch von NÖGKK, die GW, NXP, kika/Leiner sowie dormakaba in Herzogenburg.

Freilich ist das Engagement der Betriebe nicht ganz selbstlos. „Schließlich wollen wir top Lehrlinge haben und sehen in diesem Modell die Möglichkeit, als Ausbildungsbetrieb noch attraktiver zu werden“, sagt einer der Manager. Und für Martina Amler (NÖGKK) ist insbesondere auch das Angebot im WIFI ein großer Pluspunkt.

Für Betriebe aus dem Raum St. Pölten ist das Firmenmodell durchaus noch „offen“. „Es funktioniert jedenfalls branchen-übergreifend“, betont Andreas Satzinger, Ansprechpartner im WIFI für Betriebe, die in dieses Modell einsteigen wollen. (Tel. 02742/8902240 bzw. Mail: HYPERLINK "mailto:Andreas.Satzinger@noe.wifi.at"Andreas.Satzinger@noe.wifi.at).

Satzinger und WIFI-Kurator Gottfried Wieland heben hervor, dass die Drop-out-Quote bei dieser Art von „Lehre mit Matura“ sehr gering ist. Erfahrungen aus Wien hätten gezeigt, dass acht von zehn Lehrlingen auf Anhieb bestehen, der Rest in der nächsten Runde. Auch Befürchtungen, wonach Betriebe gute Leute an ein Studium verlieren, seien unbegründet. Die jungen Leute zeigen nämlich durchaus hohe Firmentreue, wenn sie entsprechende Aufstiegsmöglichkeiten erkennen.

Das neue Firmenmodell bringt manchen Betrieben zwar einige Herausforderungen, insbesondere dort, wo auch die Einteilung der Lehrlinge auf Baustellen zu berücksichtigen ist, aber alle beteiligten Manager sehen das Modell als „wichtigen Schritt für unsere weitere Entwicklung“.

Die Berufsmatura besteht aus vier Teilprüfungen: Deutsch, Mathematik, einer lebenden Fremdsprache und einem Fachbereich, wie etwa Betriebswirtschaft oder IT. Das WIFI bietet die entsprechenden Vorbereitungskurse an, die berufsbegleitend absolviert werden können und mindestens zwei Semester dauern. Nach Kursende legt man eine Teilbereichsprüfung (Matura) in diesem Gegenstand ab - in Form einer schriftlichen oder/und mündlichen Prüfung. Mit den vier Teilprüfungszeugnissen hat man dann die Vollmatura geschafft. „Für Lehrlinge mit einem aufrechten Lehrvertrag ist die Berufsreifeprüfung de facto kostenlos“, unterstreicht WIFI-Kurator Gottfried Wieland. Der Bund übernimmt die gesamten Kosten.

Der Start für das neue Firmenmodell erfolgt im September 2018 im WIFI. Satzinger rechnet mit etwa 15 Lehrlingen, die diese Möglichkeit nutzen werden. (rz)

www.noe.wifi.at



15.06.2018
Auch Mödlinger Wirtschaft drängt auf raschen Bau der Spange Guntramsdorf

Für eine möglichst zügige Umsetzung der Spange Guntramsdorf spricht sich der Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Mödling, Martin Fürndraht, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst aus: „Nicht nur die Wirtschaft profitiert davon, sondern auch die Bewohner, denn eine Verkehrsentlastung kommt allen zugute.“

Bei der Spange Guntramsdorf handelt es sich um eine direkte Anbindung der Triesterstraße, der B17, an die Südautobahn A2. Dieser Zubringer soll auf Höhe des „Badener Spitzes“ den Verkehr Richtung Knoten Guntramsdorf leiten. Die Planung ist längst abgeschlossen, jedoch fehlen bis jetzt konkrete Finanzierungszusagen.

Begrüßen würde es der Bezirksstellenobmann, wenn man für den Bau der Spange Guntramsdorf regionale Firmen heranziehen würde. Denn laut Fürndraht hätten einige Unternehmen hier das entsprechende Know-how, und die Wertschöpfung könnte so in der Region verbleiben. Weiters spricht er sich für die Untertunnelung der Triester Straße in der Höhe Wiener Neudorf aus, was ebenfalls zu einer Verkehrsentlastung führen würde. (hm)

http://wko.at/noe/moedling



15.06.2018
Speditionsriese cargo-partner schraubt Umsatz auf fast 700 Millionen

Der internationale Speditionskonzern cargo-partner, der seine Geschäfte von der Unternehmenszentrale in Fischamend im Bezirk Bruck/Leitha aus steuert, hat 2017 einen Rekorderlös erwirtschaftet. Gegenüber 2016 hat das Unternehmen im Vorjahr seinen konsolidierten Umsatz um 26 Prozent von 555 Millionen auf 698 Millionen Euro gesteigert. Auch die Bilanzsumme ist im selben Zeitraum um fast ein Drittel von 143 Millionen auf 189 Millionen Euro gewachsen. Der Konzerngewinn belief sich auf sechs Millionen Euro.

cargo-partner ist ein Transport- und Logistikunternehmen, das in Europa, Nordost- und Südostasien, auf dem indischen Subkontinent sowie in Nordamerika tätig ist. 2017 hat die Gruppe jeweils rund eine Million Tonnen See- und Lkw-Fracht sowie 171.000 Tonnen Luftfracht transportiert. Im Vorjahr hat cargo-partner mehr als eine Million Sendungen abgewickelt – um 90.000 Einheiten mehr als 2016. Der Konzern beschäftigt an Standorten in 30 Ländern fast 2.700 Mitarbeiter, davon 450 in Österreich. (mm)

www.cargo-partner.com/de



15.06.2018
Luxus-Ausstatter List GC bereitet sich auf strategisches Wachstum vor

Auf Expansionskurs befindet sich die List General Contractor GmbH mbH in Bad Erlach, Bezirk Wiener Neustadt-Land, mit einer Exportquote von 98 Prozent. Sie ist auf die exquisite Innenausstattung von Jachten und Villen spezialisiert. Von derzeit 215 Mitarbeitern sind 74 mit der Produktion und 60 mit der Projektabwicklung befasst. Bis Jahresende soll der Mitarbeiterstand in der Produktion auf 100 erhöht werden. Weiters soll sich der Jahresumsatz von 58,3 Millionen Euro 2017 bis 2020 auf durchschnittlich 75 Millionen erhöhen. Zusätzlich evaluiert man noch das dazu passende Geschäftsfeld.

„Als Familienbetrieb ist uns selbstverständlich auch die Ausbildung der Jugend ein großes Anliegen. Mit Herbst beginnen fünf junge Menschen bei uns eine Tischlerlehre. So können wir unsere Spezialisten schon von Beginn an ausbilden und sind auch an interessierten Mädchen interessiert“, betonte Geschäftsführerin Theresa Ludwiger-List bei einer Pressekonferenz im Werk. Neben dem Tischlerhandwerk gibt es auch noch eine Ausbildung in Lackiererei und Polsterei.

List ist ein Komplettausstatter von Jachten und Villen. Hier gilt Diskretion als oberstes Gebot. Das Unternehmen garantiert nicht nur hochwertige Tischlerarbeit, sondern auch detaillierte Planung der gesamten Einrichtung zusammen mit dem Kunden oder den Designern. Die Stücke werden in Bad Erlach vorgefertigt und am Standort des Kunden in aller Welt endmontiert. Die Kunden erhalten somit die gesamte Einrichtung aus einer Hand. Jährlich werden etwa zehn Neubauprojekte und etwa zehn Refit-Projekte abgewickelt. Neubauprojekte können sich über drei bis vier Jahre hinziehen. (hm)

www.listgc.at



15.06.2018
Drechsler aus Harmannsdorf zimmert hölzerne Büstenhalter

Die ersten hölzernen BHs hat der Drechsler Michael Keller aus Harmannsdorf im Bezirk Korneuburg bei einem Kollegen in Deutschland gesehen, worauf er beschloss, ebenfalls solche zu produzieren. Nach einigen Versuchen gelangen ihm in der Tat die ersten schön geformten Büstenhalter. „Sie sind natürlich nicht für Damen gedacht, obwohl das hölzerne Kleidungsstück vor Grapschern optimal schützen könnte,“ erklärt Michael Keller dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Die BHs werden gekauft für Auslagenpuppen, als Gag auf Faschingsveranstaltungen oder einfach nur als Scherzartikel.

Gefragte Produkte des Holzkünstlers sind Erzeugnisse aus Zirbenholz. „Die verkaufen sich am besten“, so Keller. So seien vor allem Brotdosen aus Zirbenholz in allen Größen sehr beliebt. Daneben experimentiert der Drechsler gern mit heimischen Hölzern. Gebrauchs- und Schmuckgegenstände mit besonders schöner Maserung fertigt er aus Eiche, Nuss und Ahorn an. Die meisten Auftragsarbeiten bekommt Keller nach Ausstellungen. Zuletzt hat er seine Werke erfolgreich bei der Holz-Kunstausstellung im Rathauskeller von Korneuburg gezeigt.

Bevor der Harmannsdorfer die Drechslerei erlernt hat, ist er viele Jahre lang Karosseriebauer gewesen. „Meine Vorfahren waren alle Wagner-Meister und hatten viel mit Holz zu tun. Leider ist die Wagnerei fast ausgestorben, und so wurde ich statt Wagner Karosseriebauer. Meine Liebe gehörte jedoch immer dem Holz“, berichtet Michael Keller. Als seine Söhne den Karosseriebetrieb übernahmen und in Stockerau eine Drechsler-Kurswerkstatt ihre Pforten öffnete, hat Keller das Drechsler-Handwerk erlernt.

Dabei kam er so richtig auf den Holz-Geschmack. Er kaufte alles Werkzeug und Zubehör, das man zur Holzbearbeitung braucht. Inzwischen drechselt der Holz-Künstler bereits fünf Jahre lang. Ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht: „Ich habe fast alle heimischen Hölzer, von E wie Eiche bis Z wie Zwetschke, gesammelt und wünsche mir ein langes Leben, damit ich noch alles verarbeiten kann.“ (km)

www.keller.co.at



15.06.2018
Speiseöle aus Klosterneuburg begeistern Spitzenköche in ganz Europa

Seit 2003 entwickelt und verkauft Franz Hartl in seinem Geschäft am Stadtplatz Nummer 15 in Klosterneuburg hochwertige Speiseöle. Zu seinen Kunden zählen neben Gourmets auch schon nationale und internationale Spitzenköche. Mittlerweile sind es 18 verschiedene Öle, die in renommierten heimischen und europäischen Restaurants zum Einsatz kommen.

Begonnen hatte alles Anfang der 1990er Jahre. Da hat der gebürtige Oberösterreicher, der nach absolvierter Tourismusschule in Bad Ischl einige Jahre in der Branche arbeitete, anschließend Kommunikationswissenschaften und Geschichte studierte und auch in der Kommunikationsbrache tätig war, ein Wochenende im Waldviertel bei einem Strategie-Meeting verbracht. „Dort habe ich nicht nur die wunderschönen Mohnfelder gesehen, sondern auch Graumohn-, Weißmohn- und Blaumohn-Öle kennengelernt. Das hat mich so beeindruckt, dass ich mich in den folgenden Jahren immer wieder umgesehen habe, welche Öle ich noch entdecken könnte“, berichtet der heute 54-jährige Wahl-Klosterneuburger dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Der ihn immer neugieriger machende Lernprozess habe schließlich in die Auseinandersetzung mit naturbelassenen Ölen gemündet, als „bodenständige wie sinnliche Erfahrung erdverbundener Arbeit und kulinarischer Erlebnisvielfalt.“

Schließlich ging Franz Hartl eine Partnerschaft mit zwei Ölproduzenten ein – der Stöger GmbH aus Neuruppersdorf im Weinviertel sowie der Ölmühle Hartlieb im steirischen Heimschuh –, um gemeinsam neue Öle zu entwickeln und auch zu produzieren. Dazu machte sich der Kommunikationswissenschaftler vor 15 Jahren selbständig. Die Rohstoffe, wie etwa Hanf, Mohn, Sonnenblume und Leinsamen, bezieht Hartl aus Niederösterreich, Kürbiskern und Traubenkern aus der Steiermark.

„Ansonsten bemühe ich mich, besondere von der EU geografisch geschützte Spezialitäten zu verwenden, wie etwa Piemonteser Haselnüsse oder Erdmandeln aus der Region Valencia. Allerdings sind Rohstoffe, wie Erdbeer-, Weichsel- oder Tomatenkerne nur von ausgesuchten Partnern in der EU erhältlich“, sagt Hartl So erzeugt er unter dem Namen „Hartls feinste Essenzen“ Spezialitäten wie Bio-Macadamianussöl, Pistazienöl, Bio-Marillenkernöl oder Chillikernöl.

Vertrieben werden die derzeit 18 verschiedenen Öle über den eigenen Webshop sowie im Geschäft in Klosterneuburg. Erhältlich sind sie aber auch in der Vinothek des Stiftes Klosterneuburg, im Langenloiser Loisium, im Geschäft von Hellerschmid in Krems, bei Thorsten Busch in Spitz, im Spezialitätenladen im Dürnsteinerhof, in den Spezialitätenshops der Eurospar-Märkte in Retz und Eggenburg sowie im Naturladen von Frau Grauhofer in Waidhofen an der Thaya. In Wien ist er vertreten im Meinl am Graben, im Cuisinarum in der Singerstraße, bei Haas&Haas am Stephansplatz, am Karmelitermarkt bei Isabel Kaas, am Naschmarkt sowie bei Sussitz im 2. Bezirk.

„Ich bin sehr stolz darauf, dass einige der besten Köche Österreichs unsere Produkte verwenden“, gesteht Franz Hartl. So zählt er Heinz Reitbauer vom Steirereck, Paul Ivic vom TIAN, Markus Mraz von Mraz & Sohn sowie Helmut und Philip Rachinger vom Mühltalhof zu seinen Kunden. Aber auch internationale Spitzenköche schätzen Hartls Öle. „Gerade hat das Restaurant Barr in Kopenhagen bei uns bestellt, das ist das vormalige NOMA, das über viele Jahre als bestes Restaurant der Welt geführt worden ist“, informiert Hartl. Auch im De Librije in Zwolle, das als erstes Restaurant in den Niederlanden gilt, sowie im Strandresort & Spa Sylt-Westerland und im Hotel Castel in Meran kocht man mit seinen Ölen.

Ausruhen möchte sich Franz Hartl auf seinen Lorbeeren jedenfalls nicht: „Das nächste Öl wird ziemlich sicher heimisch-fruchtig. Die Blüte der Buchen im Wienerwald sieht heuer nach Bucheckernöl im Herbst aus.“ (dsh)

www.hartls-oele.at



15.06.2018
Riz up GENIUS-Preise: Zwischen Ă–ko-FuĂźballrasen und Virtual Reality

Mehr als 20 preiswürdige Einreichungen sind im Rahmen der riz up GENIUS – Preisverleihung Anfang Juni im Schloss Thalheim bei St. Pölten vor den Vorhang gebeten worden. Den Rekord an Einreichungen für diesen Preis führt Petra Patzelt, Geschäftsführerin der riz up Gründeragentur, einmal mehr auf die Innovationskraft im Land zurück. 174 Projekte waren diesmal für den Ideen+Gründer-Preis eingereicht worden und 86 Projekte für den Jugendpreis.

„Der Standort Niederösterreich lebt von der Kreativität unserer Unternehmen und ihren neuen Geschäftsideen. Sie sind die Motoren, die uns voranbringen“, stellte Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav bei der nun bereits 17. GENIUS-Preisverleihung fest. Nicht zuletzt deshalb sei Niederösterreich im Vorjahr als „beste Unternehmer-Region Europas“ ausgezeichnet worden. Man wolle sich weiterhin bemühen, „die Gründer und Unternehmer in allen Phasen zu unterstützen, von der Idee bis zu deren Umsetzung.“ Wie mehrere Preisträger aus dem Vorjahr betonten, sei der Preis eine wertvolle Hilfe, weil er einem jungen Unternehmen erhöhte Aufmerksamkeit einbringe.

Der 1. Preis 2018 in der Kategorie „Start-Ups“ ging an die „nxtbox“ von Paul Bruckberger & Team (nxtbox.com). Die nxtbox ist eine Industrie 4.0 Plug&Use-Lösung für Klein und Mittelbetriebe, die Smart Manufactoring ermöglicht, indem sie Daten zur Produktionsoptimierung nutzt. Der Schritt ins Silicon Valley ist in Vorbereitung. Auf Platz 2 landete TiPY von Matthaeus Drory, eine Tastatur für eine Hand, Platz 3 belegte die Vermittlungsplattform für Events – www.eintollesfest.at

Den Jugendpreis in dieser Kategorie holten sich die HTL Waidhofen/Ybbs mit einer Aufwickelvorrichtung für Sicherheitsnetze an Schipisten sowie die HAK Amstetten mit dem solarbetriebenen SUN Pen, einem Stift, den man auch zum Aufladen von elektronischen Geräten nutzen kann.

In der Kategorie „Geniale UnternehmerInnen“ war der Teichrandbaustein CaPoFix (www.teichoase.at) das Sieger-Projekt. Platz 2 ging an www.gartenleben.at für die „Ökologische Sportplatzpflege“, auf Platz 3 landete Bernhard Wagner mit seiner Wiederbelebung der Uhrenproduktion im Waldviertel - „Die Rückkehr der Horologen“ (www.uhrmacherkunst.at).

Dazu wurden auch drei Jugendpreise vergeben, Die HTL St. Pölten holte sich den Sieg mit dem Projekt NC-gesteuerte Schneid- und Bearbeitungszelle für Dickbleche. Die BHAK/HAS Mistelbach schickte ihr Projekt „Running Brettljaus´n“ ins Rennen und schnappte sich Platz 2. Den neuen Weg für Heurigenlokale kann man bereits in einem Heurigenlokal im Nonseum-Dorf Herrenbaumgarten erleben. Das Projekt „Krebs im Fokus“ der BHAK/BHAS Waidhofen/Ybbs erhielt einen Sonderpreis.

Bei den Forschern und Entwicklern reihte die Jury die revolutionäre Wasseraufbereitung per Implosion von Robert Aflenzer & Christian Zeiner (ZARC-tec) auf den 1. Platz. Die Strom- und Spannungs-Sensoren von www.greenwood-power.at wurden mit Platz 2 gewürdigt, und ein Team der Donau Uni Krems um Harald Steiner hat einen Sensor zur Messung der magnetischen Feldstärke entwickelt, dessen geringe Größe einen mobilen Einsatz möglich macht (Platz 3).

Die entsprechenden Jugend-Preise in dieser Kategorie: Dominik Ballwein und Samuel Lehner von der HTL Waidhofen/Ybbs haben eine mitwachsende Armprothese für die 3-jährige Lena entwickelt (Platz 1). Das Mixed Reality Information System aus der HTL Hollabrunn belegte Platz 2. Den Sonderpreis holten sich junge Haar-Spezialistinnen von der LBS St. Pölten. Ihr Projekt: Ökologische und nachhaltige Haarpflegeprodukte, die in recyclebaren Flaschen abgegeben werden können.

Personalisierte Medizin ist der Kern des Sieger-Projekts in der Kategorie „Genial digital“. www.permedio.at  ist ein Online-Service zur Überprüfung der individuellen Wirksamkeit von Medikamenten, verbunden mit der Warnmöglichkeit vor unerwünschten Nebenwirkungen.

Platz 2 wurde zweimal vergeben. An www.hypesthive.com, eine Online-Plattform, die Partnerschaften zwischen Brands und Influencern aus dem Gaming-Bereich vereinfacht. Sowie an „door2vr“, ein Virtual Reality-Projekt, das beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau zu Schulungs- und Wartungszwecken einsetzbar ist (www.door2solution.at).

Die siegreichen digitalen Schüler-Projekte sind eine E-Learning-Plattform für den Umgang mit modernen Technologien speziell für Personen höheren Alters von der BHAK Wiener Neustadt sowie NERVE aus der BHAK/BHAS Waidhofen/Ybbs, womit Unterrichtssequenzen individuell via mobiler App oder im Internet erneut abgerufen werden können. (rz)

www.riz-up.at/genius/ideenpreis



15.06.2018
Borkenkäfer bedrohen die Wälder auch in Niederösterreich

Weil der Klimawandel und Schädlinge wie der Borkenkäfer derzeit dem Wald besonders arg zusetzen, hat das Land Niederösterreich in Allianz mit der Landwirtschaftskammer ein Waldschutzprogramm in Angriff genommen. „Derzeit ist das Waldviertel am stärksten vom Borkenkäfer betroffen“, stellte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner fest. „Wir haben Sorge, dass sich das auf das Alpenvorland, den Wienerwald und auch das südliche Niederösterreich ausbreitet. Daher ist rasches Handeln erforderlich.“ Das Schutzprogramm ist mit einer Million Euro für technische Schutzmaßnahmen dotiert.

Betroffen sind in erster Linie Fichten, die durch die Trockenheit im April besonders geschwächt worden sind. „Dadurch kann sich der Baum nicht mehr wehren. Wir befürchten, dass heuer drei Generationen von Borkenkäfern auf uns zukommen“, erklärte Hermann Schultes, Präsident der NÖ Landwirtschaftskammer. Er und Umweltlandesrat Stephan Pernkopf haben schon vor einiger Zeit ein erstes Maßnahmenpaket geschnürt. Damit wurden die Lkw-Kapazitäten für Holztransporte aus dem Wald durch die Erhöhung der zulässigen Tonnage von 45 auf 50 Tonnen erweitert. Auch die Aufforstung mit Mischwald ist ein Bestandteil des Programms.

Der rasche Abtransport aus dem Wald ist jetzt vordringlich. „Wir sind dabei, auch die entsprechenden Lager-Kapazitäten zu erweitern,“ betonte Mikl-Leitner mit Verweis auf Gespräche mit der EVN und dem Straßendienst des Landes. Sie habe auch schon erste Fühler in Richtung Katastrophenschutz ausgestreckt - „und für den schlimmsten Fall hat auch das Bundesheer bereits seine Unterstützung zugesagt.“

Rund 35.000 der etwa 40.000 bäuerlichen Betriebe in Niederösterreich sind auch Waldbesitzer, die bereits im Vorjahr einen Schaden von 35 Millionen Euro verkraften mussten. Laut Pernkopf machte das Schadholz 2017 1,5 Millionen Festmeter aus, heuer müsse man mit 1,8 bis 2,2 Millionen Festmeter rechnen. Das ist mehr als die Hälfte des Jahreseinschlages. Den Ernst der Lage zeigen die aktuell zu erwartenden Erlöse: Holz bester Qualität erzielt einen Preis von 90 bis 100 Euro pro Festmeter, geschädigtes Holz rund 65 Euro und befallenes Faserholz 30 Euro.

Um die Infektionsherde einzudämmen, fordert Landwirtschaftskammer-Präsident Schultes eine Öffnung des Arbeitsmarktes. Nur damit könne man den Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft ausgleichen. (rz)

https://noe.lko.at