NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1491 vom 22.06.2018

22.06.2018
Begabungskompass: Zwazl will alle Eltern ins Boot holen

Im Schulterschluss präsentierten dieser Tage Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl das „Erfolgsmodell NÖ Begabungskompass“ - mit dem Ziel, die Beteiligung der Schulen von derzeit 88 Prozent noch weiter zu erhöhen. „Wissenschaft und Bildung sind der Schlüssel zum Erfolg für die jungen Menschen in unserem Land und für den Standort Niederösterreich“, so Mikl-Leitner. Daher sei eine Begleitung auf dem Bildungsweg und bei der Berufsentscheidung sehr wichtig und der Begabungskompass dazu ein ideales Instrument.

Angeboten wird diese Orientierungshilfe in der 7. Schulstufe, also für die 3. Klassen der AHS und der Neuen Mittelschulen. Den Begabungskompass gibt es bereits seit 2012. Seit dem Vorjahr greifen vor allem organisatorische Verbesserungen in Form eines One-Stop-Shop-Prinzips, die die Abwicklung sehr vereinfacht haben. Die Tests werden im WIFI-Berufsinformationszentrum (BIZ) in St. Pölten und an den BIZ-Standorten in Gmünd, Mödling und Stockerau durchgeführt. Die psychologischen Beratungsgespräche, an denen auch die Eltern teilnehmen (sollen), finden an den Schulen vor Ort statt.

„Es ist uns wichtig, die Talente der Jugendlichen zu finden und zu fördern“, betont WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. „Da die Stärken der Kinder in der Schule oft zu wenig berücksichtigt werden, wollen wir sowohl die Eltern informieren, als auch den Lehrern zusätzliche Informationen liefern. Sie sind es ja, die gewissermaßen die Zukunft in ihren Händen halten.“ Ein besonderes Anliegen ist es Sonja Zwazl auch, dass möglichst alle Eltern an diesem Beratungsgespräch teilnehmen. Die Beteiligung ist zwar seit dem Vorjahr von 82 auf 86 Prozent angestiegen, „aber wir wollen noch mehr Eltern mit ins Boot holen“.

„Eltern, die das Angebot angenommen haben, haben durchwegs sehr positiv reagiert“, berichtet Zwazl und zitiert eine Mutter, die gesagt hat: „Der Begabungskompass hat mir die Augen geöffnet. Ich weiß jetzt mehr über mein Kind als vorher.“ Das Kennenlernen der eigenen Talente wirkt sich auch bei den Jugendlichen selbst sehr positiv aus. Viele würden danach bessere Leistungen in der Schule zeigen, erklärt die WKNÖ-Präsidentin. Im Rahmen einer Evaluierung habe der Begabungskompass die Gesamtnote 1,12 bekommen.

Und auf einer weiteren gesellschaftlichen Ebene trägt der Begabungskompass, an dem bisher insgesamt rund 65.000 Kinder teilgenommen haben, laut Zwazl ebenfalls bereits Früchte. So habe sich die Zahl der Mädchen in den Metalltechnik-Lehrberufen mittlerweile von 69 auf 87 (plus 26%) erhöht, bei den Bäckern gab es eine Steigerung von 78 auf 102 (plus 31%) und in der Elektrotechnik eine Steigerung von 29 auf 41 (plus 41%). (rz)

https://begabungskompass.at



22.06.2018
Donau Chemie-Gruppe katapultiert ihren Umsatz weit ĂĽber 300 Millionen

Die Donau Chemie-Gruppe, die in Pischelsdorf im Bezirk Tulln einen ihrer Hauptstandorte betreibt, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 einen Gesamtumsatz von 342 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist ein signifikanter Anstieg um 42,5 Millionen Euro oder 14,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres davor. Auch andere betriebliche Kennzahlen sind deutlich positiv: Das Ergebnis vor Steuern hat sich von fast 11 Millionen auf 18,1 Millionen Euro verbessert, der Cashflow aus dem Ergebnis von knapp 19,6 Millionen auf 32,8 Millionen Euro. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst der vor kurzem veröffentlichten Firmenbilanz.

In Pischelsdorf erzeugt die Donau Chemie AG hochreine Schwefelsäure, die bei der Herstellung von Düngemitteln, in Autobatterien und als Prozesssäure benötigt wird. Auch das zentrale Forschungs- und Entwicklungszentrum ist hier angesiedelt. Im Geschäftsjahr 2016/2017 hat die Gruppe durchschnittlich 984 Mitarbeiter beschäftigt, davon 560 Angestellte und 424 Arbeiter. (mm)

www.donau-chemie.at



22.06.2018
An den FuĂźball-WM-Stadien in Russland stehen 750 Spezial-Container aus NĂ–

Zum Gelingen der zurzeit laufenden Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland trägt ein niederösterreichisches Unternehmen nicht unwesentlich bei. Für die Dauer des Turniers bis Mitte Juli stellt die Wiener Neudorfer Container-Spezialfirma Containex mehr als 750 ihrer quaderförmigen Metallboxen bereit. Diese dienen an den Sportarenen u.a. zum Verkauf der Eintrittskarten, für Fernsehübertragungen, als Büros, Lager sowie zu Sicherheits- und Sanitärzwecken.

„Über russische Händlerpartner haben wir die Fußballstadien in Moskau, St. Petersburg, Kaliningrad, Weliki Nowgorod, Kasan, Samara, Sotschi, Jekaterinburg, Saransk, Kaliningrad, Nischni Nowgorod und Rostov am Don mit unseren Containern ausgestattet“, teilt Markus Schaden, Containex-Marketingleiter und Prokurist, dem NÖ Wirtschaftspressedienst auf Anfrage mit. Nach Abschluss der Weltmeisterschaft verbleibe ein Teil der gelieferten Anlagen vor Ort als fixe Infrastrukturlösung.

Containex ist eine Tochtergesellschaft des Speditionskonzerns LKW-Walter. Der Spezialbetrieb erzeugt in eigenen Produktionswerken Mannschafts-, Büro-, Lager-, Verpackungs-, Hochsee- und Sanitärcontainer. Aus 70 Depots in 22 Ländern Europas stellt das Unternehmen seinen Kunden auch mehr als 30.000 Mietcontainer bereit. Im Ende März 2018 abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 hat Containex mit 282 Beschäftigten einen Umsatz von 305 Millionen Euro erwirtschaftet. (mm)

www.containex.at



22.06.2018
Tourismus im Grenzraum Niederösterreich-Tschechien nimmt Fahrt auf

Mehr als 32.000 Radfahrer hat die sogenannte „Thayarunde“ – ein grenzüberschreitender Radweg zwischen dem nördlichen Waldviertel und dem benachbarten Tschechien – schon in ihrer ersten Saison 2017 angelockt. Dieser neue Strampelpfad, den man in fünf Etappen bewältigen kann, verläuft großteils eben auf den ehemaligen Trassen der Thayatalbahn von Waidhofen/Thaya nach Slavonice bzw. von Göpfritz an der Wild nach Raabs/Thaya.

Bezeichnet Reinhard Deimel, der BĂĽrgermeister von Dobersberg, die „Thayarunde“ als „touristisches Leitprojekt fĂĽr den Bezirk Waidhofen/Thaya und das gesamte Waldviertel“, hebt auch sein Amtskollege aus Telč, Roman Fabeš, die positiven Effekte hervor, die dieser Radweg binnen kurzer Zeit in der jenseits der Staatsgrenze gelegenen tschechischen Region Vysočina ausgelöst hat. „Es kommen jetzt viele Besucher zu uns, die aus dem Waldviertel mit dem Rad nach Slavonice fahren, um dort in die Bahn oder in den Bus nach Telč umzusteigen“, berichtet Fabeš dem NĂ– Wirtschaftspressedienst. Zwar gebe es noch keine genauen Zahlen dazu, der durch die neue Radroute ausgelöste Gästezuwachs in der Stadt und im Umland sei aber jedenfalls spĂĽrbar.

Mit Projekten wie der „Thayarunde“ soll der grenzĂĽberschreitende Tourismus zwischen Niederösterreich diesseits sowie den tschechischen Regionen SĂĽdböhmen, SĂĽdmähren und Vysočina jenseits der Grenze angekurbelt werden. Hier liege, so Roman Fabeš, noch viel Potenzial, zumal allein die Region Vysočina mit der Altstadt und dem Renaissanceschloss von Telč, dem JĂĽdischen Viertel in TřebĂ­č und der Wallfahrtskirche des Heiligen Johannes von Nepomuk auf dem GrĂĽnen Berg in Saar (Ĺ˝ďár nad Sázavou) drei UNESCO-Welterbestätten beherberge. „Nach Telč kommen jedes Jahr rund 400.000 Besucher, davon etwa ein Viertel aus dem deutschsprachigen Raum“, rechnet der BĂĽrgermeister vor. (mm)

www.thayarunde.eu

www.telc.eu

www.region-vysocina.cz



22.06.2018
Installateure fordern österreichweite Kampagne für mehr Lehrausbildung

Obwohl das Jahr 2017 für die heimischen Installationsbetriebe gut gelaufen ist und sich heuer laut Karl Pech, dem Landesinnungsmeister und Bundesinnungsmeister-Stellvertreter der Installateure in der Wirtschaftskammer, die Auftragssituation als sehr gut darstellt, ziehen am Horizont Wolken auf. Das größte Problem der Branche sei die Nachwuchssituation.

„In Niederösterreich haben wir zurzeit 1.216 Mitgliedsbetriebe, die rund 7.000 Mitarbeiter beschäftigen, wovon 610 in Ausbildung stehende Lehrlinge sind. Das sind um 70 Lehrlinge weniger als im vergangenen Jahr, und das ist alarmierend“, erklärte er. „Der große Wunsch der Eltern, ihre Kinder in höhere Schulen zu schicken, wirkt nach wie vor. Dabei strengt sich unsere Innung konsequent an, die Vorteile unseres Lehrberufs bei den Schulabgängern ins Licht zu rücken.“

Da auch andere Fachgruppen ihre liebe Not haben, geeignete Lehrlinge zu finden und die Fachkräfte für morgen auszubilden, schlägt Karl Pech vor, in ganz Österreich eine Kampagne für die Lehrausbildung zu starten. „Wenn wir geschlossen auftreten, muss es uns doch gelingen“, meint Pech, „ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, dass Handwerk goldenen Boden hat, also eine sichere Erwerbungsgrundlage und Existenz verspricht. Was hilft ein akademischer Grad, wenn am Wochenende der Wasserhahn tropft, und keiner kommt, der ihn repariert, weil es keinen mehr gibt, der das gelernt hat?“

Zum wiederholten Mal und sichtlich frustriert fordert er die Senkung der Lohnnebenkosten. „Dadurch könnten die Nettogehälter für unsere Mitarbeiter steigen und im Vergleich mit anderen Berufen die guten Verdienstmöglichkeiten transparent machen, die ein Facharbeiter in unserem Gewerbe vorfindet. Irgendwann ist man es leid, ständig darauf hinzuweisen und nicht gehört zu werden!“

In die Offensive geht der Innungsmeister der Installateure mit dem Vorschlag, ein zumindest vier Jahre geltendes Bundesgesetz zur Förderung von Heizungssanierungen, die derzeit nur ein Prozent ausmachen, auf die Beine zu stellen. „In den zuständigen Ministerien sowie in allen Landesregierungen informieren wir derzeit Politiker und Sachreferenten über diese Aktion und deren Ziele“, erklärte er dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Bei der großen Zahl von Altanlagen nämlich würde eine Verbesserung der Sanierungsrate einen nachhaltigen Beschäftigungsimpuls für die nächsten Jahre auslösen. Der Gewinn wäre ein mehrfacher: mehr Arbeitsplätze in den Installationsbetrieben, mehr Steuereinnahmen des Staates, bares Geld für die Menschen mit geringerem Energieverbrauch durch bessere Regeltechnik und Überwachungsmöglichkeit der Heizung und schließlich nicht zuletzt auch ein messbarer Beitrag zum Umweltschutz.

Als hemmend merkt Karl Pech noch an, dass bei großen Projekten und Wohnhausanlagen von Wohnbaugenossenschaften eine angespannte Preissituation oft dadurch entsteht, dass Anbieter sich nicht-österreichischer Subfirmen bedienen. (dsh)

www.dieinstallateure.at



22.06.2018
Holzverarbeiter Mosser verzeichnet beachtlichen Umsatzsprung

Die Mosser Leimholz GmbH mit Zentrale in Randegg im Bezirk Scheibbs hat 2017 ihren Erlös kräftig gesteigert. Im Vorjahr konnte das Mostviertler Industrieunternehmen seinen Umsatz gegenüber 2016 um 5,8 Millionen Euro oder acht Prozent von 73,2 auf mehr als 79 Millionen Euro in die Höhe schrauben. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Mit 125 Beschäftigten erzeugt die Mosser Leimholz GmbH Brettschichtholz, Balkenschichtholz, Deckenelemente, keilgezinkte Latten und Holzbriketts. Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Mosser Holzindustrie, das in Zarnsdorf bei Wolfpassing ein hochmodernes Sägewerk betreibt, erwirtschaftet Mosser einen Jahresumsatz von fast 130 Millionen Euro. Die Exportquote beträgt 60 Prozent, Hauptabsatzmärkte sind Europa und Asien. Die Mosser-Firmengruppe beschäftigt 215 Mitarbeiter. (mm)

www.mosser.at



22.06.2018
E-Bikes gewinnen immer mehr Fans und Marktanteile

Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, Tennis Grand Slam Turniere in Paris und London – Sport ist derzeit in den Medien stark präsent. „Auch wenn Österreich bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht dabei ist, so schlagen sich solche Großereignisse in der Regel mit einem Umsatzzuwachs um zwei bis drei Prozent auf den Sportartikelhandel nieder“, teilt Michael Nendwich, Obmann des Sportartikelhandels in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. „Würde das österreichische Nationalteam in Russland mitspielen, wäre ein Plus von bis zu fünf Prozent möglich – das ergibt sich allein aus den vielen Merchandiseartikeln“, so Nendwich.

Und zur zweiten aktuellen Top-Sport-Art Tennis meint der Experte: „Hier macht sich kein regionaler Vorteil bemerkbar, nur weil Dominic Thiem aus Niederösterreich stammt, auch ist der „Thomas Muster Effekt“ noch nicht ganz im Sportartikelhandel angekommen, das heißt das Interesse am Tennis ist zwar vorhanden, aber spürbare Umsatzzuwächse gibt es – noch - nicht.“

Ganz anders ist das beim E-Bike. „In Österreich macht der Marktanteil 30 Prozent aus, in Niederösterreich sind es 40 Prozent. Das sei auf die vielen, gut ausgebauten Fahrradwege zurückzuführen, wie den Donauradweg oder Traisentalweg und viele andere mehr, meint Nendwich. In diesem Segment ist ein Plus von 20 Prozent erreicht worden. Der Großteil davon entfalle auf Mountain-E-Bikes. Damit sei man knapp am Plafond – mit 50 Prozent Marktanteil für E-Bikes.

Insgesamt ist Outdoor jener Bereich, in dem am meisten mit Umsatzzuwächsen zu rechnen ist. Österreichweit werden in diesem Segment 200 bis 300 Millionen Euro umgesetzt. Spitze mit einem Plus von neun Prozent ist Stand Up Paddeling. Dieser Trendsport beginnt gerade die Szene aufzumischen, und vor allem in Seeregionen finden sich immer mehr Anhänger.

Schon sehr lange am Markt und besonders in Niederösterreich mit Zuwächsen von zehn Prozent herausragend ist Camping. „Das führe ich auf die Festival-Kultur zurück. St. Pölten und Wiener Neustadt bieten entsprechende Veranstaltungen, zu denen viele Menschen kommen, oft auch aus Wien, die dann vor Ort eine gute Campingausrüstung mit entsprechender Beratung kaufen“, betont der Obmann des Sportartikelhandels Niederösterreich, „denn der Fachhandel begeistert besonders im Sport und verzeichnet – im Gegensatz zu den großen Ketten – stetig steigende Umsatzzuwächse und Marktanteile.“ (jm)

http://wko.at/noe/mode-freizeit



22.06.2018
Wirtschaftsagentur ecoplus macht innovative NĂ– Unternehmen flĂĽgge

Das Helga Algengetränk der Firma evasis edibles aus Berndorf, eine innovative Gewürzmühle aus Bio-Kunststoff der Joma Kunststofftechnik aus Brunn/Gebirge, 3D-Bauteile aus Metall der Wiener Neustädter FOTEC Forschungs- und Technologietransfergesellschaft oder ein intelligentes und ökologisches Regenwassermanagement-System, das der St. Pöltner Industriebetrieb Stauss-Perlite mitentwickelt hat: Das sind einige Beispiele von Innovationen, mit denen sich niederösterreichische Unternehmen erfolgreich auf dem Markt behaupten. Im Rahmen der von der NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus organisierten „ecoplus business lounge 2018“ wurden diese und weitere wegweisende Entwicklungen vor kurzem rund 250 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in der Werft Korneuburg vorgestellt.

„Innovationen sind essentiell für den wirtschaftlichen Erfolg, denn ohne Innovation gibt es keine Weiterentwicklung“, betonen NÖ Wirtschafts- und Technologielandesrätin Petra Bohuslav sowie die beiden ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki und Jochen Danninger. Der Wirtschaftsagentur sei es daher ein großes Anliegen, die heimischen Betriebe bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, ihr Innovationspotenzial zu heben und ihre Ideen zur Marktreife zu bringen. Insbesondere mit dem Zukunftsthema Digitalisierung, das immense Bedeutung habe, müsste man sich intensiv befassen. (mm)

www.ecoplus.at



22.06.2018
NĂ– Tierfriseurin verspinnt Hundehaare auch aus Frankreich und Amerika

Dass man Hundehaare weiterverarbeiten und daraus ein Geschäft machen kann, hat die 29jährige gelernte Eventdekorateurin, Bühnenbauerin und Tierfriseurin Julia Hollaus schon vor sieben Jahren mit ihrem Tiersalon Pfotenoase in Petzenkirchen (Bezirk Melk) entdeckt. „Bereits bei der Gründung der Firma ist mir klar gewesen, dass die Pfotenoase sich von allen anderen Hundesalons unterscheiden muss“, erklärt sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Von allem Anfang war ihr wichtig, ohne Galgen, Gestell und Käfig auszukommen und sowohl Kunden, als auch Tieren bei der Arbeit mit Respekt, Geduld und Einfühlungsvermögen zu begegnen. Die Pfotenoase sollte ein Ort werden, wo sich Mensch und Tier wohl fühlen. „Ich habe mich in den sieben Jahren sehr weiter entwickelt, alle meine Entscheidungen sind für mich eine sehr große Herzensangelegenheit,“ sagt sie. So absolvierte sie die Ausbildung zur Hundeernährungsberaterin und baute einen Getreide- und chemiefreien Futtershop speziell für Hunde auf, die empfindlich sind und an Unverträglichkeiten leiden. Vor vier Jahren hat sie dafür auch den Großhandel übernommen. Dazu kommen mittlerweile spezielle Hundeleckerlis, natürliche Reinigungsprodukte für Tierbesitzer sowie Hundebetten, die auch über den Onlineshop erhältlich sind.

Doch dem nicht genug. Allmählich begann Julia Hollaus, sich Gedanken über die im Salon anfallenden großen Mengen von Tierhaaren zu machen, die beim Bürsten von Hunden, Katzen und Kaninchen anfallen. „Es sind jeden Tagen wahre Berge“, berichtet sie. Der Wunsch, die gute Unterwolle irgendwie weiter zu verarbeiten, wurde immer größer. Der Versuch, die Haare zu verspinnen, klappte aber nicht gleich. „So einfach, wie ich mir das vorgestellt habe, war es nicht. Denn Hunde- oder Katzenhaare lassen sich nicht mal ansatzweise mit Schaf- oder Alpakahaaren vergleichen. Das Verfahren war unglaublich aufwendig und sehr schwer zu erlernen“, gesteht sie. „Als ich es dann geschafft hatte, war mir zunächst nicht klar, dass ich eine Marktlücke gefunden habe. Das war vor fünf Jahren. Sehr überrascht war ich, als sich zeigte, dass viele Hundebesitzer offenbar nur auf die Gelegenheit gewartet haben, die gesammelten Haare ihrer vierbeinigen Lieblinge endlich zu etwas Sinnvollem und Bleibendem verarbeiten lassen zu können.

Und so funktioniert es: Der Hund oder die Katze werden gebürstet. Die angefallenen Haare werden gewaschen und mit Kardierbürsten bearbeitet, bis alle Haare in eine Richtung stehen. Danach geht es ans Spinnen. Es werden immer zwei Fäden gesponnen, die mit einander verzwirnt werden. Dabei beträgt die reine Spinnzeit für zirka 50 Gramm Wolle zwischen zehn und vierzehn Stunden. Aus der Wolle können dann Pullover, Westen, Hauben, Schals und Socken gestrickt werden. Auf Kundenwunsch übernimmt Julia Hollaus auch diese Arbeit für ihre Kunden, die mittlerweile aus der Steiermark, Wien, Linz, Wels, Graz und dem Waldviertel nach Petzenkirchen in die Pfotenoase kommen.

„Erst kürzlich habe ich Aufträge aus Frankreich und Amerika bekommen“, erzählt die sympathische Tierfriseurin. Verwunderlich ist dies nicht, denn Anbieter in diesem Bereich sind rar. „Außerdem kratzt Hundewolle nicht und wärmt bis zu 80 Prozent mehr“, klärt Julia Hollaus auf. „Und stricke ich aus der Wolle Kleidung, habe ich ein Erinnerungsstück an mein geliebtes Haustier, auch wenn es einmal nicht mehr da sein sollte.“ (dsh)

www.pfotenoase.at



22.06.2018
Ă–sterreichs Lackerzeuger bekommen in der FH Krems eigenen Lehrgang

Die Österreichische Lackindustrie hat in der Ausbildung ihres Fachpersonals einen Etappensieg errungen. In der Fachhochschule Krems ist ein entsprechender Lehrgang eingerichtet worden. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Hubert Culik, Obmann der österreichischen Lackindustrie, fest, dass man in Niederösterreich mit offenen Armen empfangen wurde. Schon im Herbst startet der erste Studiengang „Applied Chemistry“, der auch ein Wahlmodul zum Thema Lack beinhaltet.

„Leider ist auch nach langen Verhandlungen unser Plan eines FH-Lehrganges in Wien nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Hingegen ist nach einem Gespräch mit der zuständigen Landesrätin in Niederösterreich dieser Lehrgang in kürzester Zeit in Krems implementiert worden,“ so Culik. Zusätzlich soll auch noch ein Modul „Surface Technology“ in Krems eingerichtet werden. Laut Fachverband werden jedes Jahr 30 bis 50 akademisch ausgebildete Fachkräfte benötigt.

Kopfzerbrechen bereitet Culik weiterhin die Rohstoffverfügbarkeit, besonders die des Titandioxids. „In der Staubform soll es krebserregend sein. Dabei kommt nur die Produktion mit dieser Form in Kontakt, aber niemals der Konsument. Wegen seiner hohen Deckkraft in Farben ist Titandioxyd einfach unverzichtbar, und seit über 100 Jahren wurde noch keine Krebserkrankung durch eine Farbe mit Titandioxyd festgestellt“, so Culik.

Weiters setzt sich die Branche für eine ganzheitliche Betrachtung in der Chemikaliengesetzgebung ein. Denn oft haben Verbote und Beschränkungsmaßnahmen keinerlei fundierte wissenschaftlichen Grundlagen, was Probleme bei den Rohstoffen oder bei der Haltbarkeit der Lacke schafft. So wie bei der Biozid-Thematik bei wasserbasierten Lacken, die dann nur sehr kurz haltbar wären, oder bei nicht verkaufter War, die als Sondermüll entsorgt werden müsste.

Damit die heimische Lackindustrie weiterhin nachhaltig gestärkt wird und hochqualifizierte Arbeitsplätze sichern kann, hat die Branche an die Bundesregierung folgende Bitten formuliert:

• risikobasierter Ansatz bei Verboten und Beschränkungen

• weniger Bürokratie

• planbare rechtliche Rahmenbedingungen

• Bekenntnis zum Industriestandort Österreich.

Für die österreichische Lackindustrie, die aus 27 Unternehmen besteht, ist 2017 wieder ein erfolgreiches Geschäftsjahr gewesen. Der Umsatz stieg um 2,5 Prozent auf 445 Millionen Euro, die produzierte Menge Lack- und Anstrichmittel belief sich auf 170.000 Tonnen, eine Zunahme um 2,1 Prozent.

In Österreich beschäftigt dieser Industriezweig etwa 2.700 Mitarbeiter. Die acht niederösterreichischen Betriebe dieses Industriezweiges, die 505 Mitarbeiter und 19 Lehrlinge beschäftigen, erzielten sogar mit 195,6 Millionen Euro ein Umsatzplus von 5,16 Prozent. (hm)

www.fcio.at