NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1492 vom 29.06.2018

29.06.2018
Neue AMS NĂ–-FĂĽhrungsspitze stellt ihren MaĂźnahmenkatalog vor

Um Niederösterreichs Unternehmen die von ihnen dringend benötigten Fachkräfte anbieten zu können, wird das Arbeitsmarktservice Niederösterreich (AMS NÖ) seine Aus- und Weiterbildungsprogramme in Handwerk und Technik, insbesondere in den Sektoren Metall, Elektro, Kunststoff und Holz, weiter forcieren. Das kündigt Sven Hergovich, der neue Landesgeschäftsführer des AMS NÖ an. „In den von uns finanzierten Ausbildungszentren stehen dafür 1.865 moderne Ausbildungsplätze bereit“, sagt er.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt von Hergovich und seiner Stellvertreterin Michaela Vorlaufer wird das Bemühen um jene Jobsuchenden sein, die trotz aller Qualifizierungsbemühungen und Fördermaßnahmen vom Erwerbsleben ausgeschlossen bleiben. „Ab November werden wir deshalb in den 22 AMS-Geschäftsstellen acht eigens geschulte Case Management-BeraterInnen einsetzen. Sie sollen Personen, die nicht auf dem Arbeitsmarkt untergekommen sind, beim beruflichen Wiedereinstieg unterstützen“, erklärt der Landesgeschäftsführer.

Im Fokus der neuen AMS NÖ-Chefetage stehen auch Jugendliche, die nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen können, sowie die Bekämpfung von Sozialmissbrauch. „Junge Menschen mit nicht mehr als einem Pflichtschulabschluss werden in ihrem Berufsleben in Summe zwölf Jahre lang arbeitslos sein“, rechnet Hergovich vor. In Lehrgängen und Lehrwerkstätten werde man deswegen die „Überbetriebliche Ausbildung“ anbieten. Und um Schwarzarbeit und Scheinwohnsitze aufzudecken, richtet das AMS NÖ ab September einen drei Personen starken Erhebungsdienst ein, der bei begründetem Verdacht möglichen Missständen vor Ort nachgehen wird.

Karl Fakler, bis 30. Juni 2018 Landesgeschäftsführer des AMS NÖ, übergibt seinem Nachfolger Sven Hergovich und dessen neuer Stellvertreterin Michaela Vorlaufer ein wohlbestalltes Haus. Im Vorjahr ist in Niederösterreich erstmals die Rekordzahl von mehr als 600.000 Menschen unselbständig beschäftigt gewesen. Rund 61.000 freie Stellen konnte das AMS NÖ bei Firmen besetzen – so viele wie noch nie zuvor. Und jüngsten Prognosen zufolge wird die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich heuer weiter stark sinken. Sie wird im Jahresdurchschnitt um sechs Prozent auf 54.500 Personen zurückgehen. (mm)

www.ams.at/noe



29.06.2018
Marchfeld-SchnellstraĂźe: Sechs Verkehrsminister haben keinen Meter gebaut

Im Bezirk Gänserndorf wird der Ruf nach einem raschen Bau der geplanten Marchfeld-Schnellstraße S8 immer lauter. Eine Gemeinde, die in besonderem Ausmaß unter dem herrschenden Durchzugsverkehr leidet und von der Errichtung der S8 einen Neugewinn an Lebensqualität erhofft, ist Markgrafneusiedl. „In den letzten fünf Jahren ist das Verkehrsaufkommen im Ortsgebiet um die Hälfte von 10.000 auf 15.000 Fahrzeuge pro Tag gestiegen“, rechnet Bürgermeister Franz Mathä in einem Kommentar zu aktuellen Belangen in der Marchfeld-Kommune vor. Das habe eine Auswertung der Verkehrsströme ergeben, die die Gemeinde mit einem Seitenmessradargerät selber durchgeführt hat.

Die Verkehrsbelastung sei für die Einwohner Markgrafneusiedls nicht mehr tragbar, kritisiert der Bürgermeister. Schon jedes dritte Kraftfahrzeug, das das Gemeindegebiet durchquert, ist ein Lkw. „Der Schwerverkehr rollt durch Markgrafneusiedl zu den Kiesgruben und Deponien im Osten des Marchfelds und wieder zurück“, berichtet Mathä. Ähnlich der Blechlawine ausgesetzt wie seine Kommune sei auch das nahe Raasdorf mit einem Verkehrsaufkommen von sogar 20.000 Fahrzeugen pro Tag.

Das Projekt Marchfeld-Schnellstraße, das es nicht aus den Startlöchern schafft, ist eine „unendliche Geschichte“. Im März 2006 hatte der damalige Infrastrukturminister Hubert Gorbach angekündigt, 2009 mit der Errichtung der 35 Kilometer langen vierspurigen Marchfeld-Schnellstraße zwischen Raasdorf und Marchegg beginnen zu wollen. Amtsnachfolger Werner Faymann nannte dann als Baubeginn für die S8 das Jahr 2011 - ein Termin, der wieder nicht eingehalten werden konnte. Und auch die in der Folge amtierenden Infrastrukturminister Doris Bures, Alois Stöger, Gerald Klug und Jörg Leichtfried konnten kein Grünes Licht für das für die Region immens wichtige Verkehrsprojekt geben. Mit Norbert Hofer ist nun der bereits siebente Ressortchef für das Projekt Marchfeld-Schnellstraße zuständig. (mm)

http://markgrafneusiedl.at

www.asfinag.at



29.06.2018
NĂ–GKK segelt finanziell und organisatorisch auf Erfolgskurs

Die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem Jahresüberschuss von 31,5 Millionen Euro abgeschlossen. Heuer soll er bei 10,3 Millionen Euro zu liegen kommen. Das kündigte NÖGKK-Generaldirektor Jan Pazourek bei der Vorlage des Rechnungsabschlusses 2017 an, den er gemeinsam mit Obmann Gerhard Hutter und dem Vorsitzenden der Kontrollversammlung, Franz Ehrenleitner, präsentiert hat.

Die Zahl der beitragspflichtigen Versicherten ist 2017 um 5.000 oder 0,6 Prozent auf 931.100 Personen gestiegen, weitere 290.000 Angehörige waren gratis mitversichert. Das Gesamtbudget der NÖGKK betrug im Vorjahr 2,36 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen haben 1,96 Milliarden Euro ausgemacht. Für „ärztliche Hilfe und gleichgestellte Leistungen“ wurden 579 Millionen Euro ausgegeben, für Medikamente 502 Millionen.

Zu den Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung zählt die NÖGKK die wachsende Zahl von Gruppenpraxen. Davon gibt es im Land derzeit 116. Den Ärzten würden sie flexiblere Arbeitsbedingungen und den Patienten bessere und längere Öffnungszeiten bringen. Insbesondere den Ärztinnen ermöglichten die Gruppenpraxen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, heisst es bei der NÖGKK.

Die vom Versicherungsträger vorgelegten Zahlen beeindrucken: Zurzeit hat die NÖGKK 1.836 Vertragsärzte – so viele wie nie zuvor. Mehr als 93 Millionen Euro wurden im Vorjahr investiert. Und stolz ist man bei der NÖGKK auch auf den geringen Verwaltungsaufwand, der bei 1,9 Prozent der Gesamtaufwendungen und damit – so Jan Pazourek - auf einem „historischen Tiefpunkt“ liegt.

Lobende Worte für den von der Kasse eingeschlagenen Weg findet Kontrollversammlungs-Vorsitzender Franz Ehrenleiter: „Die NÖGKK segelt auf einem erfolgreichen Kurs: sowohl finanziell und organisatorisch, als auch was die Zusammenarbeit mit den niederösterreichischen Gesundheitspartnern betrifft. Wo immer es möglich ist, hat die NÖGKK in den vergangenen Jahren darauf geachtet, dass die Aufträge im Land bleiben. Das hilft der heimischen Wirtschaft und sichert Arbeitsplätze in Niederösterreich“, betont Ehrenleitner. (mm)

www.noegkk.at



29.06.2018
Römerstadt Carnuntum wird größer und peilt neuen Besucherrekord an

Die Römerstadt Carnuntum im Bezirk Bruck/Leitha, die 2017 die Rekordzahl von fast 187.000 Besuchern aus dem In- und Ausland verzeichnet hat, wächst weiter. Um die wirklichkeitsgetreue Darstellung eines römischen Stadtviertels zu vervollständigen, herrscht derzeit in Carnuntum ein Bauboom. Die Gewerbezone der Südstraße mit den Häusern eins bis drei wird wiedererrichtet und soll heuer im Herbst fertig gestellt sein. Bis 2021 soll die Rekonstruktion des kompletten Stadtteils mit Markthalle abgeschlossen sein.

Auch heuer ist das Ausflugsziel Carnuntum touristisch wieder gut unterwegs. Im ersten Halbjahr haben bereits rund 102.000 Personen die Römerstadt besucht. Für Markus Wachter, Geschäftsführer der Archäologische Kulturpark Niederösterreich Betriebsgesellschaft m.b.H., eine Bestätigung, dass diese Art der Vermittlung der römischen Kultur auf breites Interesse stößt.

„Wichtig ist uns, die Besucher zu animieren, dass sie öfter nach Carnuntum kommen. Dazu gehört auch, dass wir immer wieder Neuigkeiten bieten müssen. Entweder in der Kulturvermittlung oder mit Gebäuden“, betont Wachter im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst und teilt mit, dass die neue Carnuntum-App, wo die Römerstadt virtuell am Smartphone oder Tablet wiederaufersteht, sehr gut angenommen wird.

Ein Publikumsmagnet ist wieder das Römerfest im Juni mit 15.000 Besuchern und 220 Darstellern gewesen. Zum Spätantikenfestival im August werden mehr als 150 Reenactores aus ganz Europa erwartet. Für zusätzlichen Umsatz sorgt die Gladiatorentruppe, die „Familia Gladiatoria Carnuntina“, die für Feste und Feiern gut gebucht ist.

Der Archäologische Kulturpark Niederösterreich setzt sich aus der Römerstadt Carnuntum in Petronell sowie dem Carnuntinum und dem Amphitheater Militärstadt in Bad Deutsch-Altenburg zusammen. Ein Viertel der Besucher sind Schulen und drei Viertel Individualbesucher. Von diesen kommen 70 Prozent aus Österreich, zehn Prozent aus der Slowakei und 20 Prozent aus 70 anderen Nationen. Mit 18 Mitarbeitern und 60 Kulturvermittlern wird ein jährlicher Umsatz von etwas mehr als eine Million Euro erwirtschaftet. (hm)

www.carnuntum.at



29.06.2018
NĂ– Gewerbe und Handwerk will Strafen auch im Ausland vollstreckt sehen

57.365 aktive Betriebe in Niederösterreich sind derzeit Mitglied der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer. Unterteilt sind sie in 28 Fachgruppen mit insgesamt 343 Berufsgruppen. Sie beschäftigen 114.681 Mitarbeiter, davon 7.256 in Ausbildung stehende Lehrlinge. Damit sind die heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe Niederösterreichs größter Arbeitgeber, vor dem Handel und der Industrie. Wie Spartenobmann Wolfgang Ecker dem NÖ Wirtschaftspressdienst berichtet, ist die Zahl der Beschäftigten im NÖ Gewerbe und Handwerk von 2005 bis 2017 um 14,4 Prozent und die Zahl der Arbeitgeberunternehmen um 12,3 Prozent gestiegen.

Ein Trend lässt sich jedoch erkennen: Von den 57.365 Betrieben sind 40.890 Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Die größte Gruppe darin bilden 18.893 aktive EPU in der Personenberatung und Personenbetreuung, insbesondere 24 Stunden-Pflege.

Laut KMU Forschung Austria haben die NÖ Gewerbe- und Handwerksbetriebe im Jahr 2017 ihren Umsatz um 1, 5 Prozent auf 14, 3 Milliarden Euro erhöht. Die Exportquote des NÖ Gewerbes lag im Vorjahr bei sieben Prozent. Im Durchschnitt investierten die Betriebe 3.700 Euro je Beschäftigten.

Trotz dieser positiven Zahlen stehen die NÖ Gewerbe- und Handwerksbetriebe in einem Abwehrkampf gegen das Preisdumping aus dem Ausland. „Österreich verfügt zwar mit dem Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz über eine klare Richtlinie und die schärfste Gesetzgebung gegen Unterentlohnung in der EU“, erklärt Wolfgang Ecker. Dies treffe aber vor allem inländische Unternehmen, weil Strafen gegenüber ausländischen Unternehmen im Ausland kaum vollstreckbar seien. „Wir benötigen daher eine bessere Vollziehung mit einer leichteren Vollstreckung der Strafen im Ausland, eine verbesserte Kooperation mit den ausländischen Behörden sowie die Bekämpfung von Scheinfirmen bereits im Herkunftsland“, betont der Spartenobmann. In diesem Zusammenhang plädiert er für ein „europaweit geltendes Verwaltungsübereinkommen, welches den Austausch der Sozialversicherungsdaten und eine entsprechende Vollstreckung der Strafen sicherstellt.“

Auch Fachkräftemangel und Lehrlingsmangel sind ein Thema. „Beides geht Hand in Hand,“ so Ecker. „Der Stellenwert der dualen Berufsausbildung in unserem Bildungssystem und in der Gesellschaft ist zwar besser geworden, hat aber noch nicht das Niveau erreicht, das wir uns wünschen: nämlich auf Augenhöhe mit den schulischen Berufsausbildungsformen. Denn gerade im Gewerbe und Handwerk hängen Befähigungsnachweise und duale Berufsausbildung eng zusammen. Der Weg, Wissen vom Meister auf den Lehrling zu übertragen, funktioniert und hat sich jahrhundertelang bewährt. Er ist ein Erfolgsmodell, das funktioniert und international große Beachtung findet. Nicht umsonst spielen unsere Lehrlinge und Facharbeiter bei internationalen Wettbewerben in der Weltliga höchst erfolgreich mit. Qualität fußt eben auf Qualifikation. Diese muss auch in Zukunft gewährleistet sein.“

Von der neuen Bundesregierung wünschen sich die NÖ Gewerbe- und Handwerksbetriebe, dass der eingeschlagene Weg der Deregulierung und Rücknahme von „Golden Plating –Bestimmungen“ konsequent fortgesetzt wird. Das heurige Jahr sieht Wolfgang Ecker für seine Mitgliedsbetriebe durchwegs positiv. „Der Optimismus unserer Betriebe in der Erwartung ihrer Geschäftsentwicklung ist sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal 2018 gestiegen. 27 Prozent unserer Betriebe planen den Personalstand um durchschnittlich 47,5 Prozent zu erhöhen und 69 Prozent beabsichtigen, den Personalstand konstant zu halten.“ (dsh)

http://wko.at/noe/gewerbe



29.06.2018
Lackerzeuger Axalta setzt weiterhin auf Lehrlingsausbildung in Guntramsdorf

Gut eingespielt hat sich die Lehrlingsausbildung zum Lack- und Anstrichmitteltechniker in Guntramsdorf bei der Axalta Coating Systems Austria GmbH. Die Lehrlingszahl von 20 jungen Menschen wird für die nächsten Jahre beibehalten. „So können wir unseren Nachwuchs selber ausbilden, und die Lehrlinge, die diese Ausbildung wählen, haben die besten Chancen am Arbeitsmarkt“, betont Axalta-Geschäftsführer Ernst Gruber gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Laufend ist er an jungen Menschen, die diese Ausbildung machen möchten, interessiert.

„Wer bei uns einen Beruf lernt - wir bieten auch Schlosser, Elektriker und Bürofachkräfte an - hat nicht nur eine gute fachspezifische Ausbildung, sondern nach der Ausbildung sofort auch einen Arbeitsplatz. Da wir rein für den eigenen Betrieb ausbilden, bekommen unsere Lehrlinge von den erfahrenen Fachkräften das Rüstzeug für eine gute Zusammenarbeit“, erklärt Gruber. Anerkennung zollt er dem Fachverband der Wirtschaftskammer, der an der FH Krems einen FH-Lehrgang initiieren konnte, zumal diese Fachleute auch in Guntramsdorf gesucht seinen.

Als klares Bekenntnis des Axalta-Konzerns zum Standort Guntramsdorf ist nicht nur die hohe Lehrlingszahl zu werten, sondern auch die Investition von durchschnittlich 1,5 Millionen Euro jedes Jahr in allgemeine Instandsetzungsarbeiten sowie in die Nachhaltigkeit der Produktion. Die Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens sind Autoserien-, Autoreparatur- und Industrielacke, z.B. Metallserienlacke und Elektroisoliersysteme, sowie Lacke für die Sportartikelindustrie. Die Exportquote beträgt 70 Prozent mit Schwerpunkt EU-Raum.

Mit 320 Mitarbeitern hat Axalta 2017 eine Produktionsmenge von 14.000 Tonnen und eine Verkaufsmenge von 23.000 Tonnen erzielt. Der Umsatz betrug wieder 130 Millionen Euro. Der Axalta-Konzern, mit Zentrale in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania, ist in 130 Ländern mit 35 Produktionsstätten weltweit vertreten. 2017 wurden mit 12.000 Beschäftigten über vier Milliarden Dollar umgesetzt. (hm)

www.axaltacs.com/at/de_DE.html



29.06.2018
Alpenland-Obmann Steiner: Gute Architektur leistbar machen

Die Gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft „Alpenland“ mit Sitz in St. Pölten blickt auf ein Rekordjahr zurück. „Insgesamt haben wir 2017 im Konzern 651 Wohneinheiten fertiggestellt, wobei Alpenland alleine 467 Wohnungen mit über 29.000 qm Wohnfläche an Kunden übergeben hat“, so Obmann Norbert Steiner. Diese Zahlen bedeuten einen Marktanteil von mehr als 15 Prozent. Die Gemeinnützigen Genossenschaften haben in Niederösterreich im Vorjahr insgesamt rund 4.400 Wohneinheiten angeboten.

Besonders stolz ist Steiner auf die soziale Komponente. „Der Kaufpreis einer Alpenland-Wohnung ist im Schnitt um 20 Prozent günstiger als der durchschnittlich marktübliche Wert.“ Es sei das Ziel, „gute Architektur leistbar zu machen“, so der frühere Hauptstadt-Manager. Fürs Wohnen sollte nicht mehr als ein Drittel des Einkommens aufgewendet werden müssen.

Zur Alpenland-Strategie gehört auch, sowohl flexible Wohnkonzepte für junge Kunden anzubieten, als auch neue Haushaltstypen, die betreutes Wohnen für Ältere ermöglichen. Zur Qualitätsoffensive von Alpenland gehöre aber auch ökologisches Bauen. „Unsere Immobilien verursachen heute um 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß als noch vor 20 Jahren“, betont Steiner.

Die Alpenland und ihre Töchter haben im Vorjahr ein Bauvolumen von 77,6 Millionen Euro angeschoben, wovon 4,6 Millionen Euro auf Sanierungsprojekte entfallen. „Dabei haben wir rund 3.000 regionale Betriebe mit der Ausführung beauftragt, denn wir wollen die Wertschöpfung im Land halten“, betont Steiner und verweist auf einen weiteren Rekord: „In Stockerau haben wir eine Wohnhausanlage mit 102 Wohneinheiten übergeben, das bisher größte Alpenland-Wohnprojekt in Niederösterreich.“ Dieser Rekord wird allerdings nicht lang halten. Für zwei große und zukunftsträchtige Wohnprojekte in St. Pölten (Mühlbach Ost) und Baden (Spitalsgärten) sind 330 bzw. über 200 Wohnungen vorgesehen.

Bestätigung für den Kurs der Alpenland ist auch die Auszeichnung mit dem NÖ Wohnbaupreis für das Projekt „Betreutes Wohnen“ neben dem Stadtschloss in Traismauer. Dort ist nach den Plänen von POPPE*REHAL Architekten ein Tageszentrum der NÖ Volkshilfe mit 24 geförderten Wohnungen errichtet worden.

„Mittlerweile sind 60 Prozent unserer Bewohner bereits Eigentümer geworden“, berichtet Steiner. Die Hausverwaltung der Alpenland betreut derzeit rund 16.000 Wohnungen, davon 12.000 von Alpenland selbst. Auch hier setzt man auf Qualität und Kundennähe. Im Vorjahr wurde eine 24-Stunden-SOS-Hotline für technische Notfälle eingerichtet: 02742 204 477.

Sorgen bereiten dem Alpenland-Obmann die steigenden Grundstücks- und Baupreise: „Das Geld ist derzeit zwar billig, aber bei den Baupreisen stellen wir derzeit Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich fest. In St. Pölten haben sich die Grundstückspreise in den vergangenen fünf Jahren von durchschnittlich 150 Euro auf 300 Euro pro Quadratmeter verdoppelt.“

Die Preise im Wohnbau bleiben also die Herausforderung der nächsten Jahre. Mit rund 3.000 Euro pro Quadratmeter sind sie in der Landeshauptstadt noch immer relativ günstig. „Wir schauen darauf, dass St. Pölten die leistbare Hauptstadt bleibt“, so Steiner. Bei der Bewerbung St. Pöltens um die Europäische Kulturhauptstadt 2024 will er übrigens mit dem Thema „Baukultur“ mitmischen. Demonstrieren will er es auf dem Areal des früheren Altenheims in der Trautsonstraße nahe dem Landesklinikum. (rz)

www.alpenland.ag



29.06.2018
Konsumenten setzen bei Speiseeis immer mehr auf handwerklich hergestelltes Eis

„Die hohen Temperaturen der letzten Wochen haben den Gusto auf Eis erheblich angekurbelt. Pro Kopf verspeisen die Österreicher, ähnlich wie die Deutschen und die Italiener, mittlerweile an die zehn Liter Speiseeis. Im Vergleichszeitraum sind das in etwa um zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Tendenz weiter steigend“, teilte Silvio Molin-Pradel, Sprecher der österreichischen Eissalons in der Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Zu bemerken sei auch, dass immer mehr zu handwerklich hergestelltem Speiseeis gegriffen wird. „Die Konsumenten legen Wert auf Qualität und natürliche Inhaltsstoffe. Viele fragen auch genau nach, was in der jeweiligen Sorte enthalten ist“, so Molin-Pradel.

Die heimischen Eissalons - 210 in Österreich und davon 29 in Niederösterreich - sind bereits am 24. März, dem europaweiten „Tag des handwerklich hergestellten Speiseeises“, voll neuer Ideen in die heurige Saison gestartet. Auf Initiative Deutschlands ist an diesem Tag die Kreation „German Black Forest“ angeboten worden. Diese an die Schwarzwälder Kirschtorte angelehnte Eissorte besteht aus Schokolade- und Fioccoeis, marmoriert mit Amarenasauce und nach Belieben verfeinert mit Kirschwasser. Im Mai kredenzten die heimischen Eissalons kühle Versuchungen, die sich an traditionell österreichische Speisen, wie Kaiserschmarren, Topfengolatsche und Punschkrapfen, anlehnen.

Vom 9. bis 15 Juli gibt es im Eisreigen den nächsten erfrischenden Innovationsschub. Da stehen Kräuter und Gewürze im Mittelpunkt. „Ob Lavendel, Basilikum, Minze oder Koreander – damit lassen sich viele neue Eissorten kreieren und altbewährte Sorten verfeinern“, so Silvio Molin-Pradel. Ende August heißt sein Motto „Alles Walzer“ mit Eiskreationen, die auch einen Schuss Prosecco oder Campari enthalten und bereits die Ballsaison anvisieren.

In seinem legendären italienischen Eissalon am Wiener Schwedenplatz hat Molin-Pradel mehr als 100 Sorten im Programm, von A bis Z - Alpenmilchkaramell bis Zwetschke, und außerdem täglich ein Eis des Tages. Pro Saison verarbeitet er 60.000 Liter Bio-Milch und 60 Tonnen Früchte. Zudem produziert das Unternehmen Speiseeis für den Lebensmittelhandel und beliefert mittlerweile 100 Billa-Filialen in Niederösterreich (60), Wien (25) und im Burgenland (15). Dazu kommen noch vier OBI-Baumärkte in Niederösterreich und Wien. (dsh)

www.eissalons.org

www.gelato.at



29.06.2018
„NÖ Tage der Offenen Ateliers“ sind eine Erfolgsgeschichte

Bereits zum 16. Mal finden heuer an einem Wochenende im Oktober die sogenannten „NÖ Tage der Offenen Ateliers“ statt, zu denen sich Kunstschaffende, Handwerkstätten, Atelier- und Galeriebetreiber aus ganz Niederösterreich noch bis 8. Juli anmelden können. Veranstaltet werden die „NÖ Tage der Offenen Ateliers“ von der Kulturvernetzung Niederösterreich, die mit dieser Initiative Leistungen aus den Kunstdisziplinen Bildhauerei, Malerei, Grafik und Fotografie einer breiten Öffentlichkeit näher bringen möchte. Auch Film, Modedesign, Textil-, Schmuck- und Schmiedekunst sollen bei diesem Herbstevent wieder im Rampenlicht stehen.

Seit ihrem Start im Jahr 2003 haben sich die „NÖ Tage der Offenen Ateliers“ zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Bisher haben fast 800.000 Gäste die Arbeitsstätten der niederösterreichischen Kunstschaffenden besucht, wobei viele Werke gleich vor Ort käuflich erworben werden. 2017 wirkten an den „NÖ Tagen der Offenen Ateliers“ an 700 Standorten knapp 1.200 Teilnehmer mit. (mm)

www.kulturvernetzung.at



29.06.2018
Die Digitalisierung beflĂĽgelt die Elektro- und Elektronikindustrie

Die heimische Elektro- und Elektronikindustrie mit ihren rund 300 Unternehmen, davon 64 in Niederösterreich, profitiert eindeutig von der Digitalisierung. 2017 ist der abgesetzte Produktionswert um 12,5 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro gestiegen. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich um 4,8 Prozent auf 65.071. Brigitte Ederer, Obfrau des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie Österreichs (FEEI), führt dieses Rekordhoch zum Großteil auf die Digitalisierung zurück. Dieser Trend hielt auch im ersten Quartal 2018 an und verspricht, sich das gesamte Jahr durchzuziehen.

„Die Digitalisierung ist für uns ein starker Motor, denn ohne unsere Produkte geht hier gar nichts. Unsere Mitgliedsbetriebe können auf gut gefüllte Auftragsbücher blicken. Dieser Umstand schlägt sich auch in der Mitarbeiterzahl nieder, die derzeit bei 66.127 liegt“, erklärte Ederer bei der Pressekonferenz zur Präsentation der jüngsten Bilanz.

Wermutstropfen ist und bleibt der herrschende Facharbeitermangel. Es ist derzeit nicht einfach, junge Menschen für Berufe in der Elektro- und Elektronikindustrie zu gewinnen. Hier möchte Ederer insbesondere jungen Mädchen und auch Frauen Mut machen, sich für eine technische Ausbildung oder Umschulung zu interessieren.

Für die kommende EU-Ratspräsidentschaft Österreichs wünscht sich Ederer eine starke Industriepolitik: „Hier sollte ein Gegenpol zu China geschaffen werden. Damit wir das Know-how erhalten und die Komponenten weiter in Europa erzeugen können und nicht vom asiatischen Markt komplett abhängig werden.“

Die Elektro- und Elektronikindustrie in Niederösterreich besteht aus 64 Betrieben, die mit 6.693 Beschäftigten und 182 Lehrlingen 2017 einen Umsatz von 2,12 Milliarden Euro erzielt haben, um über zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Zu den Flaggschiffen der Branche zählen die Liebherr-Transportation Systems GmbH & Co KG in Korneuburg, die Eaton Industries Austria GmbH mit FI-Schaltern in Schrems, die Zizala Lichtsysteme GmbH in Wieselburg und die DAS Energy GmbH mit leichten und flexiblen Photovoltaikpaneelen in Wiener Neustadt. (hm)

www.feei.at