NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1498 vom 17.08.2018

17.08.2018
Die Personenschifffahrt auf der Donau boomt ungebrochen

Schon das vierte Jahr in Folge hat die Personenschifffahrt auf der Donau ein Wachstum erzielt. 2017 sind auf Österreichs größtem Fluss fast 1,27 Millionen Passagiere befördert worden. Das ist ein Anstieg um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst dem aktuellen Jahresbericht 2017 der viadonau, der Wasserstraßengesellschaft des Bundes.

Den größten Zuwachs gab es bei den Flusskreuzfahrten. Mit den 174 auf der Donau verkehrenden Kreuzfahrtschiffen waren im Vorjahr 450.000 Passagiere unterwegs. Das waren um 8,4 Prozent mehr als 2016.

Im Linienverkehr sind 2017 in Summe rund 705.000 Personen befördert worden. Damit haben die Dienste in der Wachau, im Wiener Abschnitt der Donau und des Donaukanals sowie auf den Strecken Wien-Bratislava und Wien-Budapest die gleich hohe Gesamtpassagierzahl wie 2016 verbucht. Auch der Gelegenheitsverkehr mit Charterfahrten hat im Vorjahr mit 110.000 beförderten Personen ein konstantes Ergebnis geliefert.

Nicht nur die Zahl der Passagiere, auch der Verkehr auf dem 350 Kilometer langen Abschnitt der Donau in Österreich hat zugenommen. Das geht aus der jährlichen Statistik des Schleusenbetriebs an den Donaukraftwerken hervor. Für allein fahrende Schiffe und Schiffsverbände öffneten und schlossen sich 2017 die Schleusentore an den neun österreichischen Donaukraftwerken knapp 95.200 mal. Das ist ein Anstieg um zwei Prozent gegenüber 2016 gewesen.

Während im Güterverkehr die Zahl der geschleusten Schiffseinheiten um 0,9 Prozent auf 51.200 leicht zurückgegangen ist, gab es beim Personenverkehr einen deutlichen Zuwachs: Im Vorjahr durchfuhren nationale und internationale Linien-, Charter- und Flusskreuzfahrtschiffe die Kraftwerksschleusen 44.020 mal – das waren um 5,6 Prozent mehr Passagen als 2016. (mm)

www.viadonau.org



17.08.2018
Weiteres Umsatzwachstum bei Waldviertler Forstspezialist Stora Enso

Österreichs größtes Sägewerk, die Waldviertler Stora Enso Wood Products GmbH, blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst Angaben des Industriemagazins entnimmt, hat das Unternehmen, das seine Aktivitäten von der Zentrale in Brand im Bezirk Zwettl steuert, im Vorjahr einen Umsatz von fast 335 Millionen Euro erwirtschaftet. Das waren um 18,6 Millionen Euro oder 5,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016.

Mit rund 700 Beschäftigten betreibt Stora Enso neben dem Standort in Brand auch noch zwei Sägewerke in Ybbs/Donau sowie in Bad St. Leonhard in Kärnten. Die Mehrheit der Holzlieferanten befindet sich in einem Radius von rund 100 Kilometern um die drei Standorte. Damit hat sich Stora Enso in den letzten Jahren als einer der größten Garanten für Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft in der jeweiligen Region etabliert.

Der Stora Enso-Werk Ybbs ist das produktivste in Österreich – die jährliche Produktionskapazität liegt bei einer Million Festmeter Rundholz. Dies entspricht täglich 150 Lkw-Ladungen inklusive Anhänger. Rund 60 Prozent des verarbeiteten Rundholzes werden in Ybbs weiterverarbeitet. (mm)

www.storaenso.com



17.08.2018
Ăśber den Semmering fahren werktags nur noch drei NahverkehrszĂĽge

Zurzeit fahren auf der Südbahnstrecke über den Semmering zwischen den Bahnhöfen Payerbach-Reichenau in Niederösterreich und Spital am Semmering in der Steiermark an Werktagen lediglich drei Züge in jede Richtung. Bei diesem Angebot wird es auch bleiben, wie Verkehrsminister Norbert Hofer in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Jörg Leichtfried von der SPÖ mitteilt. „Da die Bahnhöfe entlang der Semmeringstrecke trassierungstechnisch nicht unbedingt immer direkt in den Ortszentren liegen und die Fahrzeiten über den Semmering derzeit im Vergleich zur Straße relativ lang sind, ist die Nachfrage nach Schienenpersonenverkehrsdiensten demgemäß hier eher schwach ausgeprägt“, führt Hofer aus.

Der Minister weist auch darauf hin, dass die Pendlerströme aus Spital am Semmering weniger nach Payerbach-Reichenau, sondern vielmehr in die größeren Zentren Richtung Graz bzw. Wien ausgerichtet sind. „Hier gibt es, zumindest in den Hauptverkehrszeiten - teilweise in Kombination aus Bus- und Zugfahrt - stündlich Verbindungen von bzw. nach Spital am Semmering“, so der Ressortchef. Das Grundangebot des Bundes auf der Semmeringstrecke habe sich im Vergleich zum Angebot der vergangenen Legislaturperioden nicht geändert.

Tatsächlich war das Angebot der ÖBB im Nahverkehr über den Semmeringpass schon einmal weit üppiger als heute. Im Jahr 2011 fuhren zwischen dem steirischen Mürzzuschlag und dem Bahnhof Payerbach-Reichenau noch pro Tag und Richtung 15 Züge mit je 184 Sitzplätzen. Weil die Züge aber nur von durchschnittlich 25 Personen besetzt waren, hat man den Sparstift angesetzt und ab 2012 zahlreiche Verbindungen gestrichen. (mm)

www.bmvit.gv.at



17.08.2018
Pfahnl will Polsterer MĂĽhle in Enzersdorf an der Fischa europafit machen

Mit einem Investitionsvolumen zwischen zehn und 15 Millionen Euro will der oberösterreichische Mühlenbetreiber Pfahnl seinen Werksstandort in Niederösterreich, die Polsterer Mühle in Enzersdorf an der Fischa im Bezirk Bruck/Leitha, nachhaltig ausbauen. Das kündigt Eigentümer Andreas Pfahnl in einem Interview mit dem Handels-Fachmagazin „Regal“ an. „Jetzt gilt es, diesen Betrieb zur Europareife zu führen“, sagt er.

Pfahnl hatte die traditionsreiche Polsterer Mühle und ihre rund 20 Beschäftigten im Jahr 2014 vom damaligen Eigentümer, der Familie Rudolf Gabriel, übernommen. Mit dem Erwerb des Werksstandortes in Enzerdorf an der Fischa haben sich die Oberösterreicher einen direkten Zugang zum wachsenden Wiener Markt geschaffen, „mit kurzen Wegen, Einsparungen bei den Lkw-Kilometern und damit verbundenen wichtigen Nachhaltigkeitsaspekten“, wie Andreas Pfahnl hervorstreicht. Die geplanten Investitionen werden in neue Mehlsilos und eine neue Mühle fließen.

Unter den alten Eigentümern hat die Polsterer Mühle die gesamte Palette des klassischen Mühlengeschäfts auf ihrer Liste geführt: alle Arten von Grieß und Mehl, weiters Schrote, Getreideflocken und Kleie sowie Futtermehle. Heute verarbeitet der Betrieb jeden Tag rund 200 Tonnen Getreide. Zu den Abnehmern zählen u.a. die Firmen Ankerbrot, Manner und die Jomo Zuckerbäckerei.

Die Pfahnl-Mühle mit Sitz in Pregarten ist nach eigenen Angaben Österreich zweitgrößter privater Mühlenbetrieb. Das 1476 erstmals urkundliche erwähnte Traditionsunternehmen, das heute in 18. Generation geführt wird, produziert pro Jahr rund 170.000 Tonnen Mehle und Backzutaten. Mit 150 Beschäftigten erwirtschaftet Pfahnl einen Umsatz von 70 Millionen Euro. Exportiert wird in mehr als 30 Staaten. (mm)

www.pfahnl.eu



17.08.2018
Korneuburger Jungunternehmer hat erste Aufträge aus Japan an der Angel

Daniel Rosenmayer führt neben seinem Stammsitz in Aspersdorf (Stadtgemeinde Hollabrunn) seit knapp drei Monaten im Korneuburger Industriegebiet einen RC-Carbonstore. Weil er, angeblich als einziger in Österreich, den Faser-Verbund-Werkstoff Carbon in höchster Qualität und verschiedenen Farben anbietet, bekommt er Aufträge aus Deutschland, Portugal, Italien, Holland, China und Japan. „Meine Kunden sind vor allem Modellbauer. Für sie fertige ich die benötigten Teile zu den verschiedensten Modellen mit höchster Präzision an. Es sind vor allem Teile für Modell-Rennfahrzeuge, Rennräder, Karts etc. und seit kurzem auch für Drohnen“, berichtet der Jungunternehmer dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Neben Carbon und hochfestem Aluminium, das für die Luft- und Raumfahrt verwendet wird, verkauft Daniel Rosenmayer auch CNC-Werkzeuge zur Bearbeitung von Carbon, Aluminium, Kunststoffen etc., die er zum Teil extra für den Modellbau anfertigen lässt. „Auch der Bau von Prototypen, wie zum Beispiel für echte Rennautos, gehört zu meinem Geschäft“, sagt der Unternehmer, der auch als „Daniel Düsentrieb“ bekannt ist.

Bevor Daniel Rosenmayer sein eigenes Unternehmen gegründet hat, ist er in der Fördertechnik und anschließend im Sondermaschinenbau als 3D-Konstrukteur und Monteur beschäftigt gewesen. Auch mit dem immer stärker wachsenden 3D-Druck ist er am letzten Stand der Technik. „Aufgrund der rasanten Entwicklung der Branche haben wir zwar keinen 3D-Drucker selber, aber die besten Kontakte zu renommierten Herstellern, die die gewünschten Teile für unsere Kunden fertigen können“, erklärt Rosenmayer.

Derzeit tüftelt „Daniel Düsentrieb“ an einem eigenen Windkanal, der einen mehr als 100km/h schnellen und wirbelfreien Luftstrom zu dem Zweck erzeugen soll, Strömungsversuche an aerodynamisch relevanten Bauteilen durchzuführen. Nach bestandenem Test soll der Luftstrom auch Privatpersonen für deren Versuche zur Verfügung stehen. (km)

https://rc-carbonstore.com



17.08.2018
Reitpädagogin setzt Pferde für Kinder ein

Kinder wieder Kinder sein lassen will Birgit Aspalter mit dem Einsatz ihrer Reitpädagogik nach FEBS® am eigenen Hof am Hochsöllaberg in Oberndorf an der Melk im Bezirk Scheibbs. Wie die diplomierte Gesunden- und Krankenschwester sowie Reitpädagogin gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst feststellte, sei es wichtig, den Druck, der schon im Volksschulalter auf Kindern laste, herauszunehmen und sie einfach spielen und erleben lassen. Dieses Angebot werde vom Markt sehr gut angenommen.

Mit Pferden und dem Reiten beschäftigt sie sich schon seit ihrem achten Lebensjahr. „Durch meinen Beruf als Gesunden- und Krankenschwester ist das allerdings leider ins Hintertreffen geraten“, sagt Aspalter. In ihrer Karenz sei schließlich der Entschluss gereift, sagt die Mutter eines achtjährigen Kindes, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen. Dafür stehen ihr drei eigene Pferde zur Verfügung.

FEBS® ist eine reitpädagogische Betreuung nach Dell´mour® und steht für Fantasie, Erlebnis, Bewegung und Spiel für Kinder von drei bis zehn Jahren. In Kleingruppen wird auf spielerische Weise eine Einheit zwischen Kind und Pferd ermöglicht, was sich zugleich auch als eine neue soziale Erfahrung niederschlägt. In den Mittelpunkt stellt Aspalter den Grundsatz, das Pferd als Lebewesen zu werten und auch zu erleben, das Gefühle und Bedürfnisse hat, und nicht als Sportgerät, wie im Reitsport oft üblich.

Die Kunden der Reitpädagogin eilen zur Hälfte aus Oberndorf herbei, die anderen aus St. Pölten und Wieselburg. Eine Einheit kommt auf 18 Euro. Neben der Reitpädagogik betreibt Birgit Aspalter auch noch eine Mutterkuhhaltung sowie eine Salben- und Kosmetikherstellung, wovon sie ihre Erfahrungen in speziellen Kursen weitergibt. (hm)

www.birgitaspalter.at

http://reitpaedagogik.at/febs



17.08.2018
Kreative Unternehmerin liefert sogar nach Finnland

Ihre künstlerische Ader hat Sabine Zehetner in Frankenfels, Bezirk St. Pölten-Land, veranlasst, sich damit selbständig zu machen und ein Einpersonenunternehmen (EPU) zu gründen. Sie fertigt Brandmalerei und Lasergravuren auf diversen Gegenständen an. Wie die Start-up-Unternehmerin dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilte, besteht nach ihren Produkten und ihrer Dienstleistung eine große Nachfrage, was ihr sogar schon Kunden in Finnland eingebracht habe.

Künstlerisch tätig ist sie bereits von Kindheit an mit besonderem Interesse an der Brandmalerei, die sie fasziniert hat. „Über das Hobby konnte ich meine Fertigkeiten so weit perfektionieren, dass es mir möglich war, es zum Beruf zu machen“, erzählt Zehetner mit dem Bekenntnis, auf die individuellen Wünsche ihrer Kunden immer gern einzugehen.

Lasergravuren werden auf unterschiedlichen Materialien mit der Maschine und Brandmalerei auf Holz mit der Hand aufgebracht. Der Kunde kann das Material entweder selbst zur Verfügung stellen oder er wählt ein Produkt aus der Palette der Unternehmerin. Der Bogen reicht von Türschildern, Hundeanhängern, Flachmännern und Kugelschreibern bis zu Boxen. Spielzeugen und Skulpturen. Auch hier kann man entweder aus individuell gestalteten Motiven oder aus Vorlagen auswählen. Firmenkunden können ab fünf Stück auch Kleinmengen bestellen.

Die meiste Nachfrage besteht laut Zehetner in den Monaten August bis Jänner für das Weihnachtsgeschäft und von Firmen für Geschenke zum Jahreswechsel. Beliebt sind die Gravuren aber auch bei Taufen und Hochzeiten. Sabine Zehetners Kundschaft setzt sich zu etwa 70 Prozent aus Privatpersonen und zu etwa 30 Prozent aus Firmen zusammen. Die Exportquote beträgt rund vier Prozent mit dem Schwerpunkt Deutschland. Aber auch nach Italien, der Schweiz und Finnland wird geliefert. (hm)

www.brandmalerei-sabine.at



17.08.2018
„Bio-Garteln“ wird auch bei jungen Menschen immer populärer

Mit Nützlingen gegen Schadinsekten vorgehen, will Doris Kampas, Geschäftsführerin der Firma Bio-Garten in Oberrohrbach, Bezirk Korneuburg, allgemein populär machen. „Es ist nicht immer die chemische Keule notwendig, in den meisten Fällen kann man auch mit Nützlingen den Schädlingen erfolgreich zu Leibe rücken“, erklärt sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Die Firma hat alles im Angebot, was man zum biologischen Gärtnern braucht.

„Als ich vor zehn Jahren die Firma gegründet habe, mit der Idee, Produkte für das Anlegen und den Betrieb eines Bio Gartens anzubieten, war ich noch ein Exot. Inzwischen bin ich geschäftlich sehr gut unterwegs, und auch meine Beratungen und Kurse werden sehr gut angenommen. Man kann sagen, dass Biogärten boomen", sagt Kampas und fügt hinzu, dass an den Kursen auffallend mehr junge Menschen, so um die 20, teilnehmen, die mehr Bezug zur Natur anstreben.

Der Vertrieb der etwa 200 Bio-Garten Produkte erfolgt über einen Onlineshop. Dazu bietet Kampas einen telefonischen Beratungsdienst an, der bei den Interessenten sehr gut ankommt. Neben den Nützlingen liefert sie auch noch Hochbeete. Diese erzeugt eine Partnerfirma speziell für Bio-Garten aus heimischem Lärchenholz für einen Endverkaufspreis ab 200 Euro. Nicht zuletzt gibt es auch das passende Saatgut. Als wichtig hebt Kampas hervor, dass es auch eine Wintersaat gibt, die auf Hochbeeten besonders gut gedeiht, bis minus 20 Grad frostsicher ist und frischen Salat auch im Winter liefern kann. Auch der bekannte Wespenschreck „Waspinator“ ist Bestandteil des Lieferprogramms.

Umfassende Informationen zum biologischen Gärtnern liefern ein Blog und das 400 Seiten umfassende Buch „Biogärten gestalten“ mit Kampas als Autorin. Darin wird alles beschrieben, was man braucht, um aus Garten, Balkon oder Terrasse ein Paradies mit essbaren Früchten zu machen. Ein zweites Buch ist bereits in Vorbereitung. Mit drei Mitarbeitern erzielt Bio-Garten einen Jahresumsatz von etwa 100.000 Euro. (hm)

www.bio-garten.at



17.08.2018
Naturtonkeramik eröffnet eine schöpferisch-kreative Welt

Durch ihren Mann Karl Heinz Kummer, der seit 1988 Keramikmeister ist und den Familienbetrieb kummerkeramik in Emmersdorf in 3. Generation führt, ist Gabriele Kummer auf den Ton gekommen. Der Naturton bestimmt schon seit drei Jahrzehnten ihr Leben. Doch nach 27 Jahren Zusammenarbeit mit ihrem Mann hat sich Gabriele im Mai 2016 mit dem Startup „die Brotdose“ selbständig gemacht. Jetzt im Juli folgte Keralei – Keramik die Freude schafft. „Das ist nun die Dachmarke für alle meine Keramikarbeiten, von den Brotdosen mit Holzdeckel und Deko-Keramik wie Tür- und Hausschilder bis zu Schalen, Lampen und Gartensonnen“, berichtet die 50-jährige Neo-Unternehmerin dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Gern fertigt sie die Stücke ganz individuell nach Kundenwunsch und baut die gewünschten Strukturen ein. Das sind nicht nur Hand- und Fußabdrücke sowie Tierpfoten, sondern manchmal auch ein Reifenprofil oder sogar ein Brautschleier. „So entstehen Unikate, die Freude schaffen und lange für Erinnerungen sorgen“, sagt Gabriele Kummer.

Den Ton bezieht die Mostviertlerin aus dem deutschen Westerwald. Er ist schamottiert, verträgt hohe Brenntemperaturen, und es gibt ihn in verschiedenen, natürlich vorkommenden Tonfarben, allesamt sehr „erdig“. Diesen Ton verwendet sie sowohl für die Kachelproduktion als auch für alle anderen Keramikarbeiten.

Zu Gabriele Kummers Kunden zählen Menschen, die das Zeitlose, Persönliche und Individuelle schätzen – mit hohem Qualitätsanspruch. Besonderen Wert legt sie auf eingehende Gespräche mit ihren Auftraggebern. Ihre Devise lautet genau zuhören, was gewünscht wird und zu welchem Zweck. So entstehe „Einzigartiges, Ressourcen schonend, alles aus einer Hand, stets mit Freude gefertigt und immer im Dialog mit dem Kunden.“

Bereits seit 2007 hält Gabriele Kummer, die auch ausgebildete Mediatorin ist, Workshops für Erwachsene ab, fallweise auch als Referentin der NÖ Landesakademie oder mit Kursen für Firmengruppen. „Arbeiten mit Ton eignet sich hervorragend, um den Teamgeist zu stärken“, erklärt die keralei-Chefin. „Für die Teilnehmer ist das Handwerken ein Eintauchen in eine schöpferisch-kreative Welt, die im Alltag oft fehlt. Viele Menschen nehmen die Begeisterung - Ton erdet - nach einem Tag in der Werkstatt mit nach Hause. Kommen immer wieder, obwohl man körperlich gefordert wird, da keine Maschinen zur Verfügung stehen und ausnahmslos alles von Hand gefertigt werden muss.“

Mitarbeiter seien in dieser Branche eher die Seltenheit, betont Gabriele Kummer: „Man verbringt doch viel Zeit allein in der Werkstatt. Es ist schon eine gewisse Herausforderung, Produktion, Kundengespräche, Büroarbeit, Verwaltung und Marketing selber zu erledigen, aber das ist andererseits auch wieder das Schöne am Selbständigsein, diese Selbstbestimmtheit. Mit Disziplin, die ich mir über Jahrzehnte durch den Laufsport angeeignet habe, ist das zu schaffen. Manche Tage sind wie ein Marathon - lange und herausfordernd, hier liegt aber auch das Potenzial, Kreativität, Ideen und Lösungen zu entdecken.“

Nicht zuletzt war es der Naturtonkeramikerin wichtig, neben der Mitarbeit im Betrieb ihres Mannes ein eigenes Standbein zu schaffen. „Und weil ich mit dem Material Ton meinem Menschsein und meinem handwerklichen Geschick so wunderbar Ausdruck verleihen kann.“ (dsh)

www.keralei.at

www.diebrotdose.at

www.kummerkeramik.at



17.08.2018
Mostviertler Start-up-Firma haucht WachstĂĽchern neues Leben ein

Das gute alte Wachstuch zur Aufbewahrung und zum Frischhalten von Lebensmitteln erzeugt Christa Rohringer-Fangmeyer aus Waidhofen an der Ybbs als Start-up-Unternehmerin mit ihrer Firma Beeofix. Dazu bietet sie entweder eine entsprechende Bienenwachsmischung zum Selbstimprägnieren von Baumwoll- und Leinentüchern oder auch bereits fertige Wachstücher an. Erhältlich sind diese Tücher und die Wachsmischung zum Selbermachen über den eigenen online-Shop und bei etwa 30 Geschäften in Österreich, Deutschland und Südtirol. Der Exportanteil beträgt 15 Prozent. Wie Rohringer-Fangmeyer – im Hauptberuf Lehrerin - dem NÖ Wirtschaftspressedienst erklärte, will sie damit auch einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Müllvermeidung leisten.

„Wachstücher sind früher sehr viel verwendet worden“, sagt sie. „Mit dem Aufkommen der Plastik- und Alufolie sind sie aber von der Bildfläche fast verschwunden. Nachdem ich einmal über diese Tücher gestolpert war, wollte ich sie für mich selber machen. Das hat bei Freunden und Bekannten so viel Anklang gefunden, dass ich mich entschloss, daraus eine Firma im Nebenerwerb zu gründen.“ Als Gewinn ihrer Geschäftsidee führt sie nicht nur die steigende Nachfrage nach ihren Wachstüchern an, sondern dass diese sogar auch noch nach oftmaligem Gebrauch kompostierbar sind.

Grundlage der Wachstücher sind alte Baumwollstoffe aus unterschiedlichen Quellen, die gereinigt und desinfiziert werden. Danach wird eine Mischung aus Bienenwachs, Jojobaöl und Baumharz aufgetragen und das Tuch damit getränkt. Um die richtige Mischung zu finden, musste Rohringer-Fangmeyer lang herumprobieren, da ihr nur die Inhaltsstoffe bekannt waren, aber nicht die genauen Mischungsverhältnisse.

Pro Woche werden etwa 100 Tücher erzeugt, die es in unterschiedlichen Größen ab 25 Zentimetern im Quadrat gibt. Sonderanfertigungen sind ebenfalls möglich. Die Preise belaufen sich ab zehn Euro pro Tuch. Zusätzlich sind die Tücher auch in veganen Varianten erhältlich, wo das Bienenwachs gegen Rapswachs getauscht wird.

Da der Unternehmerin die Kreislaufwirtschaft sehr wichtig ist und sie Abfälle so weit es nur geht vermeiden will, werden Abfälle bei der Wachstuchproduktion zu Anzündhilfen gewickelt. Hier ist eine Kooperation mit der Lebenshilfe zum Wickeln in Vorbereitung. Für das heurige Jahr wird mit einer Mitarbeiterin ein Umsatz in der Größenordnung 30.000 Euro angepeilt. (hm)

www.beeofix.at