NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1500 vom 31.08.2018

31.08.2018
NÖ Industrie hat volle Auftragsbücher, Fachkräfte aber fehlen

Niederösterreichs Industrieunternehmen freuen sich über prall gefüllte Auftragsbücher, die Suche nach geeigneten Facharbeitern erweist sich jedoch als äußerst mühsam. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage hervor, die das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) im Auftrag der Sparte Industrie der NÖ Wirtschaftskammer durchgeführt hat. Befragt wurden fast 60 Betriebe mit in Summe 18.600 Beschäftigten.

Demnach geben 86 Prozent der Industrieunternehmen an, mit dem Auftragsstand zufrieden zu sein, die derzeitige Auftragslage wird mit „sehr gut“ bewertet. „In den letzten drei Monaten ist die Produktion überdurchschnittlich stark gestiegen“, erklärt Thomas Salzer, Spartenobmann Industrie in der NÖ Wirtschaftskammer und Präsident der NÖ Industriellenvereinigung. Fast ein Drittel (31 Prozent) der Betriebe hat seine Produktion ausgeweitet, lediglich acht Prozent verzeichneten einen Rückgang.

Optimistisch blicken die produzierenden Unternehmen auch in die nahe Zukunft. 26 Prozent meinen, dass die Produktion in den kommenden Monaten anwachsen wird, nur sechs Prozent rechnen mit einem Minus. Ein Viertel der Betriebe plant, zusätzliches Personal einzustellen.

Massive Probleme hat die Industrie mit dem Fachkräftemangel. Nur mehr knapp über die Hälfte (57 Prozent) der Unternehmen kann ohne Schwierigkeiten produzieren – das ist der geringste Wert seit dem Krisenjahr 2009. „Der Facharbeitermangel darf die positive Entwicklung nicht zerstören“, warnt Salzer. Entscheidend sei, der Lehre ein besseres Image zu geben und die berufliche Weiterbildung zu forcieren. (mm)

www.noeindustrie.at

www.wifo.ac.at



31.08.2018
Badener Martinek Kaserne soll aus dem Dornröschenschlaf erwachen

Weiterhin für eine Mischnutzung der derzeit leer stehenden Martinek Kaserne in Baden durch Wohnen, Firmen und Bildungseinrichtungen spricht sich auf Anfrage des NÖ Wirtschaftspressedienstes die Abgeordnete zum Nationalrat Carmen Jeitler-Cincelli aus. Sie ist auch Obfrau des Wirtschaftsbundes Baden und Vize-Generalsekretärin des Wirtschaftsbundes Österreich. Derzeit sei man mit potentiellen Investoren im Gespräch.

„Obwohl die Martinek Kaserne von der offiziellen Liste der zu verkaufenden Kasernen genommen wurde, strebt man in Baden weiterhin eine zivile Nutzung der derzeit leer stehenden Gebäude und des dazugehörigen Areals an. Sowohl ich als auch die Stadt Baden sprechen laufend mit möglichen Investoren, sind aber bis jetzt noch nicht wirklich fündig geworden“, teilt Jeitler-Cincelli mit.

Sie spricht sich dafür aus, auf diesem Areal auch einen Bildungscampus zu errichten. Als wünschenswert nennt sie eine Kombination aus Sport und Lehre, zumal das Areal viele Sportmöglichkeiten biete. Weiters im Plan hat sie eine Fachhochschule und Forschung mit dem Schwerpunkt Gesundheit. „Sozusagen ein kleines Silicon Valley“, meint Jeitler-Cincelli, die aber auch Wohnkomplexe und Geschäfte am Standort sehen möchte. Sobald ein passender Investor gefunden ist, sei die Stadt Baden für die entsprechende Widmung des Areals offen. (hm)

www.carmenjeitler.at



31.08.2018
Der Ausbau des Flughafens Budweis ist eine groĂźe Chance fĂĽr das Waldviertel

Der zurzeit laufende Ausbau des tschechischen Flughafens Budweis zu einem internationalen Airport nährt auch im nahe gelegenen oberen Waldviertel die Hoffnung auf neue wirtschaftliche Impulse. Nach Informationen der Betreiber – der Stadt Budweis und dem Kreis Südböhmen – soll im Mai 2020 das erste kommerzielle Passagierflugzeug von der einstmaligen CSSR-Militäranlage abheben. In einem Interview mit dem Luftfahrt-Informationsportal „Austrian Aviation Net“ gibt Dieter Pammer, zuständiger Airline-Marketing-Manager des Flughafens Budweis, Details zu den geplanten Maßnahmen bekannt.

„Noch heuer im Herbst werden wir das neue Passagier-Terminal 1 fertigstellen“, so Pammer, „und bis April 2019 wird die Renovierung der Runway inklusive Installation eines Instrument Landing System (ILS) abgeschlossen sein.“ Über die 2,5 Kilometer lange und 80 Meter breite Piste sollen dann auch große Jets, wie z.B. ein Airbus A-380, starten und landen können. Rund 15 Millionen Euro fließen – ohne EU-Förderungen – in das Projekt.

In der Anfangsphase sei der runderneuerte Flughafen Budweis auf eine Kapazität von rund 100.000 Passagieren pro Jahr ausgerichtet, informiert der Airline-Marketing-Manager, der als ehemaliger Mitarbeiter des Flughafens Linz das nötige fachliche und als gebürtiger Mühlviertler auch regionales Know-how in seinen Job mitbringt. Unter den Fluggästen „erwarten wir rund 60 Prozent Touristen.“ Die Barockstadt Budweis sowie das nahe UNESCO-Weltkulturerbe Krumau seien zwei starke Magneten für den Incoming-Verkehr, meint Pammer.

Bei den Airlines will die südböhmische Luftfahrtanlage vor allem Low-Cost-Carrier und klassische Ferienfluglinien als Kunden gewinnen. Einen prominenten Namen darf man seit kurzem auf die Referenzliste setzen: Die „Flying Bulls“, die Kunstflugstaffel des Energydrink-Konzerns Red Bull, haben den Budweis International Airport zu ihrer Training-Basis auserkoren. (mm)

www.airport-cb.cz



31.08.2018
Unter der Burg Kreuzenstein wächst Europas erster Bananenwein

Sogar das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) hat schon über das nicht alltägliche Produkt und seinen Schöpfer berichtet. Am Entstehungsort der Kuriosität im Weinviertel allerdings sind beide nahezu unbekannt: Im Erdgeschoß eines Einfamilienhauses in Leobendorf im Bezirk Korneuburg erzeugt der gebürtige Kongolese Yves Chikuru den – nach eigenen Angaben – ersten Bananenwein Europas. Aus 100 Kilogramm alten Bananen, deren Qualität top ist, die aber aufgrund der Verfärbung ihrer Außenhaut keinen Verzehr mehr finden, gewinnt er 30 bis 40 Liter Wein.

„Wenn eine Banane braune Punkte auf der Schale hat oder zu süß schmeckt, wird sie meist weggeschmissen“, stellt Chikuru fest. Solche Früchte kaufe er um den Hälftepreis - zehn Euro pro Kiste - einem Wiener Obstgroßhändler ab, verarbeite sie zu dem alkoholischen Getränk und habe so bereits 30 Tonnen Bananen „gerettet“. Wegen seines vergleichsweise hohen Zuckergehaltes entfalte Bananenwein ein besonderes Aroma und schmecke ähnlich einem Dessertwein, wie z.B. einer Beerenauslese oder einem Sherry, erklärt Chikuru.

Unter der Burg Kreuzenstein schreitet der Weinmacher aus Zentralafrika drei- bis viermal pro Jahr an die Produktion. Dazu schält er die Bananen, püriert das Fruchtfleisch durch eine Quetsche und sammelt die trübe Flüssigkeit, die sich nach einiger Zeit vom Bananenmark absetzt. Nach Zugabe von Hefe, wochenlanger Gärung im Stahltank, Schwefelung und Filtration füllt er den Bananenwein schließlich in Glasgebinde.

„Bis jetzt habe ich mehr als 4.000 Flaschen produziert und die gesamte Menge verkauft“, berichtet Chikuru dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Erhältlich ist der Bananenwein um 9,50 Euro pro Flasche an seinem Stand am Wiener Naschmarkt. Aufgrund des Erfolges mit der Paradiesfeige wagt er sich jetzt an die Verarbeitung weiterer reifer, unverkäuflicher Früchte und produziert u.a. Mangolikör, Ananaswein und Essig aus Bananen. (mm)

Facebook: Netty Exotic

chiklyna@hotmail.com



31.08.2018
NÖGKK-Betriebsvereinbarung fördert freiwillige Helfer

Die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) hebt die wichtige Rolle der freiwilligen Hilfsorganisationen mit einer Betriebsvereinbarung hervor, die als „Vorreiter-Projekt“ Schule machen soll. „Wenn die Sirene heult, dann muss es schnell gehen“, sagt NÖGKK-Obmann Gerhard Hutter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NÖGKK werden deshalb vom Dienst freigestellt und erhalten für die Zeit des Einsatzes auch ihr Gehalt. Die neue Betriebsvereinbarung zwischen Kassenleitung und NÖGKK-Betriebsrat gilt für die freiwillige Tätigkeit in zehn Gruppen von Hilfsorganisationen - wie Feuerwehr, Rotes Kreuz, Arbeitersamariter, Berg- und Wasserrettung, Rettungshundebrigade etc.

Mitarbeiter der NÖGKK waren zum Beispiel bei der Bergung der Mariazellerbahn dabei, sie helfen aber auch tagtäglich bei Bränden, Hochwasser, Unfällen oder wenn Menschen in Bergnot geraten. „Dieser Einsatz für die Allgemeinheit gehört belohnt und nicht bestraft“, betont Hutter.

Wie wichtig das Engagement der freiwilligen Helfer ist, zeigt ein Zahlenvergleich, den Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner mit Griechenland zieht, wo es heuer katastrophale Waldbrände gegeben hat. Dort kommen auf elf Millionen Einwohner nur rund 8.000 Berufsfeuerwehr-Leute, das entspricht einem Verhältnis von 1.400 : 1. „Bei uns kommt auf 25 Einwohner ein Feuerwehrmann bzw. eine Feuerwehrfrau“, betont Fahrafellner mit Verweis auf die hohe Schlagkraft und regionale Präsenz der Feuerwehren in Österreich.

„Da der Zulauf zu den Freiwilligen-Organisationen eher rückläufig ist, wollten wir in der NÖGKK ein Zeichen des Gegensteuerns setzen“, so Obmann Hutter und NÖGKK-Direktor Günter Steindl. Die Betriebsvereinbarung sieht vor, dass alle NÖGKK-Beschäftigten, die einer der zehn im ASVG genannten Hilfsorganisationen angehören, für ihre Einsätze oder Fortbildung bis zum maximalen Ausmaß ihrer Wochenarbeitszeit freigestellt werden - „und natürlich den Anspruch auf ihr Entgelt behalten“, so Steindl. Derzeit sind 44 Mitarbeiter der NÖGKK bei einer dieser Hilfsorganisationen engagiert, 27 davon bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Obmann Hutter bedauert, dass der Beschluss „mehrheitlich gegen die Stimmen der Arbeitgeber-Vertreter“, gefallen ist. „Würde, wie von der Bundesregierung im Rahmen der Kassenreform geplant, die Mehrheit der Arbeitnehmervertreter beseitigt werden, könnten solche Initiativen der Vergangenheit angehören.“

Landesfeuerwehrkommandant Fahrafellner setzt umgekehrt aber auf die Einsicht der Betriebe. „Es würde mich freuen, wenn die Aktion der NÖGKK den einen oder anderen Betrieb zu einer ähnlichen Initiative motivieren könnte.“ Mit einigen Großbetrieben sei man bereits im Gespräch. Und er wiederholt auch seinen Appell an die Bürgermeister und Gemeinden, bevorzugt FF-Leute oder Mitglieder anderer Rettungsorganisationen einzustellen. Daraus würde sich im Ernstfall jedenfalls eine Win-Win-Situation ergeben.

Derzeit sei die Einsatzbereitschaft der Helfer vom Wohlwollen der Firmenchefs abhängig, wobei Fahrafellner auch eine gesetzliche Freistellungs-Regelung nicht unbedingt begrüßen würde: „Das würde die freiwilligen Helferinnen und Helfer möglicherweise am Arbeitsmarkt diskriminieren, obwohl sie sich mit ihrem hohen sozialen Engagement und Fortbildungswillen auszeichnen.“ (rz)

www.noegkk.at

www.noe122.at



31.08.2018
Hirtenberger AG fährt erneut ein Umsatzwachstum ein

Die Hirtenberger AG, einer der größten Industriebetriebe im Triestingtal, schraubt ihre Erlöse weiter nach oben. 2017 hat die Unternehmensgruppe, die metall- und pyrotechnische Produkte für Autohersteller, den Munitionssektor, den Anlagenbau und die Umwelttechnik erzeugt, mit weltweit 1.770 Beschäftigten einen Umsatz von 231 Millionen Euro erwirtschaftet. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst Angaben des Industriemagazins entnimmt, waren das um 17 Millionen Euro oder 7,2 Prozent mehr als im Vergleichsjahr 2016.

In Österreich beschäftigt das Unternehmen rund 630 Mitarbeiter. Neben seinem Hauptsitz in Hirtenberg im Bezirk Baden betreibt es Standorte in Winzendorf im Bezirk Wiener Neustadt-Land, in Frohnleiten in der Steiermark sowie in Wien. Niederlassungen im Ausland gibt es in Deutschland, Ungarn, Slowenien, Großbritannien und in den USA. (mm)

www.hirtenberger.com



31.08.2018
Österreichs älteste Forellenzucht liefert an der Traisen das ganze Jahr

Ob Regenbogenforelle oder Lachsforelle, Elsässersaibling, Seesaibling, Bachforelle, Seeforelle, Stör, Karpfen, Schleie, Wels, Zander und Hecht – die Fischzucht Haimel in Traismauer hat für jeden Geschmack den richtigen Fisch parat.

„Laut Aufzeichnungen ist unsere Fischzucht die älteste Forellenzucht Österreichs“, teilt Johann Haimel als Eigentümer dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Gegründet wurde der Betrieb um 1850 vom Gutsbesitzer Freiherr von Geymüller. „Ich und meine Frau Monika haben das Unternehmen von der Familie Hartwiger-Neuhold im Jahr 1985 gepachtet, die Fischzucht neu begonnen und schließlich 2004 den Betrieb gekauft“, so Haimel.

Da beide mittlerweile im Ruhestand sind, hat die Tochter Ilona Wagner-Karl den Betrieb gepachtet und die Geschäftsführung übernommen. Die rund fünf Hektar große Wasserfläche wird vom frischem Grundwasser der Traisen gespeist, die hier an die Oberfläche tritt. „Wir haben eine echte Naturanlage, weil die Fische in natürlichen Wasserläufen gehalten und gezüchtet werden können, und das das ganze Jahr über“, so Johann Haimel.

Erstehen kann man die frischen oder geräucherten Fische im Ganzen oder als Filet direkt ab Hof an drei Vormittagen in der Woche sowie bei ausgesuchten Partnerbetrieben in Tulln, Klosterneuburg, Sachsendorf, Hollabrunn, Retz, Stockerau und Korneuburg bzw. auf den Wochenmärkten in Melk und in St. Pölten. Beliefert werden zudem zahlreiche Haubenlokale, Top-Restaurants, Landgasthöfe und Heurigenlokale von der Wachau bis Wien Umgebung sowie Fischereivereine mit Besatzfischen.

„Für die Gastronomie ist es wichtig, dass wir die gesamte Produktpalette größtenteils das ganze Jahr über liefern können ist“, erklärt Haimel. „Denn regionale Produkte sind zunehmend begehrt.“ Deshalb bietet die Firma jeden Freitagabend frisch geräucherte Forellen, Saiblinge und Lachsforellen an. Diese Köstlichkeiten können gleich vor Ort konsumiert oder zum Verzehr daheim mitgenommen werden.

Schwierigkeiten bereiten der Fischzuchtbranche laut Johann Haimel die Behörden in Sachen Wasserrecht und „ausufernde Bürokratie mit steigenden Kosten, die uns zu schaffen machen.“ Außerdem sei es nicht einfach, Personal mit entsprechender Praxis und der richtigen Einstellung zur erforderlichen Arbeit zu finden. Und auch das Extremwetter sorgt für Kopfzerbrechen. „Unsere Anlage liegt größtenteils unter einem Blätterdach von alten Bäumen“, sagt Haimel. „Die Wassertemperatur beträgt im Sommer maximal 14 Grad und im Winter 10 Grad Celsius. Bei längerer Trockenheit im Traisental wird bei uns die Schüttung der Quellen weniger. Das müssen wir dann mit mechanischer Belüftung ausgleichen.“ (dsh)

www.fischzucht-haimel.jimdo.com



31.08.2018
Niederösterreichs Bauwirtschaft ist gut in Fahrt

Die Bauwirtschaft in Niederösterreich profitiert von der zurzeit guten Konjunkturphase. Nach Berechnungen der Statistik Austria lagen die Auftragsbestände der niederösterreichischen Hoch- und Tiefbauunternehmen Ende Mai 2018 bei knapp über 2,5 Milliarden Euro. Das ist ein starker Anstieg um 18,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Positive Signale kommen in Niederösterreich auch vom Bauproduktionswert. Er hat laut Statistik Austria von Jänner bis Mai 2018 eine Gesamtsumme von ebenfalls rund 2,5 Milliarden Euro erreicht. Damit ist der Wert der technischen Gesamtproduktion in Niederösterreich gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 um sechs Prozent gestiegen. (mm)

www.statistik.at



31.08.2018
Mödlinger Firma entwickelt ersten computergestützten Demenztest

Den ersten Demenztest, der computergestützt arbeitet, hat die Schuhfried GmbH in Mödling auf den Markt gebracht. Schuhfried ist auf die Entwicklung und Produktion computergestützter psychologischer Diagnostik spezialisiert. Im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst betont der Geschäftsführer Gerald Schuhfried, dass nach diesem Test bereits eine internationale Nachfrage herrsche.

„Unser Demenztest wird an einem Touchscreen durchgeführt, auch um Senioren nicht mit einem regulären Computer zu überfordern und um eine angenehme Testumgebung herzustellen. Hier war die Herausforderung nicht nur eine benutzerfreundliche Oberfläche zu schaffen, sondern auch die Reaktionszeiten am Touchscreen exakt messen zu können, was bei solchen Tests ebenfalls sehr wichtig ist,“ erklärt Schuhfried. Dieser Test wird insbesondere zur Früherkennung von Demenz bei Psychologen eingesetzt.

Entwickelt werden alles Tests in Mödling, wo auch die Hardwarekomponenten hergestellt werden. In Sachen Forschung bestehen Kooperationen besonders eng mit der Universität Padua und dem Max-Plank-Institut sowie mit mehr als 500 Universitäten weltweit. Derzeit sind 120 Testverfahren in rund 30 Sprachen verfügbar. Je nach Anforderung belaufen sich die Kosten auf fünf bis zehn Euro je Testvorgabe oder als Paket auf 5.000 bis 10.000 Euro. Zu den Kunden zählen das AMS, das österreichische Bundesheer, die Schweizer und Deutsche Bahn, etliche Fluglinien sowie Kliniken und Rehabilitationszentren.

Die Exportquote beträgt 80 Prozent und verteilt sich auf 68 Länder. Schwerpunkte sind Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Südafrika, China und Holland. Für 2018 peilt man mit 75 Mitarbeitern einen Umsatz in der Größenordnung von neun Millionen Euro an. (hm)

www.schuhfried.at



31.08.2018
In der Stadt GmĂĽnd rĂĽckt man Tattoos mit Laser zu Leibe

Auf das Entfernen von Tattoos mittels Laser haben sich die beiden Diplomkrankenpfleger Martin Dichler und Jürgen Mayer als Start-up-Unternehmer mit ihrer Firma Skinfinity OG in Gmünd spezialisiert. „Wir wollen diese Möglichkeit auch im Waldviertel anbieten, damit man dafür nicht extra nach Wien fahren muss,“ nennt Martin Dichler dem NÖ Wirtschaftspressedienst als Motiv zur Firmengründung. Zusätzlich werden mit dem Laser auch noch Narben, Alters- und Pigmentflecken, Couperose und Besenreiser entfernt sowie Akne- und Schönheitsbehandlungen durchgeführt.

„Der Zugang zu Tattoos ist in den letzten Jahren viel leichter geworden, weshalb auch die Zahl unüberlegter Fälle steigt. Hier möchten wir appellieren, sich so etwas sehr gut zu überlegen und erst mit Aufmalen oder mit Photos auszuprobieren, ob man damit wirklich leben will und kann,“ betont Dichler. Er verweist auf eine Studie in Deutschland, wonach zehn Prozent aller Tattoos wieder entfernt werden. Die Gründe sind zumeist, dass diese Körperzier nicht mehr gefällt, Namen und Daten nicht mehr passen oder der Wechsel in einen Beruf, wo Tätowierungen nicht gern gesehen werden.

Ob Entfernung eines Tattoos oder einer Narbe, Couperose und Besenreiser, zuerst wird die Laserbehandlung mit einem Arzt im Haus abgeklärt und erst danach durchgeführt. Etwa 30 bis 40 Prozent der Behandlungen entfallen auf die Tattoos. Eine Sitzung ist ab 50 Euro möglich. Für die komplette Entfernung eines Tattoos sind durchschnittlich sechs bis acht Sitzungen notwendig. Behandelt wird mit einem Speziallaser mit Kühlung.

Wichtig ist Dichler, dass vorher immer ausführliche Beratungen und Abklärungen vorgenommen werden. Denn: „Fragen kostet nichts!“ Die Kunden von Skinfinity kommen nicht nur aus dem Waldviertel, sondern auch aus Wien und Krems. Sowohl Dichler als auch Mayer sind weiterhin auch noch in der Krankenpflege tätig. (hm)

www.skinfinity.at



31.08.2018
Schinkenspezialität aus dem Schneebergland erobert Feinschmeckerherzen

Innovativ sein und Marktnischen entdecken sind verlässliche Grundlagen für den Erfolg eines Unternehmers. So auch für Bertram Roysky und Johann Puchegger. Schon lange Freunde haben die beiden, der Fleischer und der Gastwirt aus dem Schneebergland, bei einem gemütlichen Abend beschlossen, die alte Räucherkammer im Gasthaus Restaurant Puchegger Wirt in Winzendorf zu reaktivieren.

Der erste Versuch, Schinken zu erzeugen, erfolgte im April 2014. Der Verkauf des Emmerberger Rauchschinkens startete im Februar darauf. Seither gibt es diese Schinkenspezialität in vielen heimischen Gastronomiebetrieben, Haubenlokalen, Hotels und ausgewählten Delikatessenläden. Etwa im Merkur am Hohen Markt in Wien, im Billa Corso Pöhl am Wiener Naschmarkt sowie beim Heurigen Mayer am Pfarrplatz in Wien. Seinen Namen hat dieser Schinken von der Burgruine Emmerberg bezogen, weil dort den beiden Herren diese Geschäftsidee eingefallen ist.

Die Rohware für ihre Schinkenspezialität beziehen Roysky und Puchegger aus Niederösterreich und der Steiermark. „Der Schinken wird nach alter Tradition hergestellt, ist besonders mild und zergeht auf der Zunge“, erklärt Bertram Roysky dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Der Emmerberger Rauchschinken wird mit Salz und verschiedenen Gewürzen, wie Koriander oder Wacholder, vorsichtig eingerieben und hat anschließend drei Wochen zu rasten. Danach folgt die zirka einwöchige Kalträucherung bei maximal 30 Grad über Buchen-Sägespänen in der 125 Jahre alten Räucherkammer. Anschließend reift der Schinken vier Monate, damit er seinen vollen Geschmack entfalten kann.

Um ihren Schinken auch Feinspitzen schmackhaft zu machen, teilen sich die beiden innovativen Köpfe die Arbeit auf. Johann Puchegger ist für Marketing zuständig, Bertram Roysky für Produktion und Kundenbetreuung. „Wir denken, dass es in der heutigen Zeit wichtiger denn je ist, regionale Produkte zu entwickeln und damit auch die Wertschätzung unserer Landwirte sichtbar zu machen.“

Dennoch sei die Arbeit nicht immer leicht. „Vor allem Produkte und Billigimporte aus der Massentierhaltung machen unserer Branche zu schaffen“, betonen die beiden. Roysky und Puchegger wissen, dass sie nur mit Qualität punkten können. „Wir würden uns wünschen, dass die Konsumenten noch mehr als bisher kleine Fleischerbetriebe unterstützen, die Tiere aus der nahen Umgebung beziehen und verarbeiten.“ (dsh)

www.emmerberger.at