NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1512 vom 23.11.2018

23.11.2018
IV-NÖ-Präsident Salzer: „Der ländliche Raum muss urbaner werden!“

Die Schaffung von besseren Verkehrsanbindungen, mehr Kinderbetreuungsangebote sowie attraktivere Bildungseinrichtungen: In diesen Maßnahmen sieht die Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ) wirksame Instrumente, der Ausdünnung des ländlichen Raumes und der Überalterung der dort lebenden Bevölkerung gegenzusteuern. Denn in peripheren Regionen haben die Unternehmen oft noch stärker mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen als in Ballungsräumen.

„Der ländliche Raum muss urbaner werden“, fordert IV-NÖ-Präsident Thomas Salzer. Damit sei keineswegs gemeint, die schöne Landschaft mit Gebäuden zuzupflastern. Vielmehr gehe es darum, den urbanen Komfort und Lebensstil, den sich vor allem junge Menschen wünschen, über die Stadtgrenzen hinaus auch in die abgelegenen Gebiete Niederösterreichs zu transportieren. „Im nördlichen Wald- und Weinviertel gibt es erhebliche Defizite in der regionalen Wertschöpfung“, stellt Salzer fest.

Als ein erfolgreiches Best-Practice-Beispiel, wie man die Abwanderung einbremsen konnte, nennt der IV-NÖ-Präsident die Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke zwischen Wien und St. Pölten sowie den Pendlerbahnhof Tullnerfeld. Auch auf dem Bildungssektor gebe es mit den Fachhochschulen und regionalen Initiativen, wie z.B. der Zukunftsakademie Mostviertel, positive Impulse. Allerdings: „Das Breitbandnetz muss dringend flächendeckend ausgebaut werden. Die Digitalisierung eröffnet auch dem ländlichen Raum neue Chancen, dazu ist aber der schnelle Datenaustausch erforderlich“, unterstreicht Salzer. (mm)

http://www.niederoesterreich.iv.at



23.11.2018
Neue Niederösterreich-CARD bietet wieder neue Attraktionen

Die NÖ Landesausstellung 2019 „Welt in Bewegung!“ in Wiener Neustadt, die NÖ Landesgalerie in Krems, das MAK Wien – Österreichisches Museum für Angewandte Kunst oder ein Gratis-Eintritt zu einem Heimspiel der niederösterreichischen Fußballvereine SKN St. Pölten und FC Flyeralarm Admira: Das sind nur einige jener Attraktionen, die im Programm der neuen Niederösterreich-CARD 2019/20 stehen werden. Das beliebte Kundenbindungsinstrument bietet dem Inhaber freien Eintritt zu vielen populären Ausflugszielen in Niederösterreich und angrenzenden Bundesländern.

Kann man mit der laufenden NÖ-CARD 2018/19 312 Ausflugsziele besuchen, „werden bei der kommenden Ausgabe ab 1. April 2019 wieder einige noch hinzukommen“, teilt NÖ-CARD-Geschäftsführerin Marion Boda dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Die Details zum genauen Programm bleiben noch geheim, die neue Karte biete aber bestimmt für jeden Geschmack etwas: Museen und Ausstellungen, Burgen und Schlösser, Erlebniswelten und Wellnesstempel, Tierparks und Gärten. Von der laufenden NÖ-CARD 2018/19 sind 155.000 Stück verkauft worden.

Wie schon 2017 kommt die neue NÖ-CARD auch heuer wieder vor dem Jahreswechsel als Weihnachtsedition auf den Markt. Wer diese Sonderausgabe bis 31. Dezember erwirbt, kann sie bis Ende März 2020 15 statt 12 Monate lang nutzen. Zum Normalpreis kostet die NÖ-CARD für Erwachsene 61 Euro. Jugendliche von 6 bis 16 Jahren zahlen nur 31 Euro, Kinder bis zum Alter von 6 Jahren überhaupt nichts. Erhältlich ist die NÖ-CARD u.a. in Trafiken in Niederösterreich und Wien, in Raiffeisen-Bankstellen, bei vielen teilnehmenden Ausflugszielen, über die CARD-Hotline 01/535 05 05 sowie über das Internet. (mm)

http://www.niederoesterreich-card.at



23.11.2018
Floristen setzen bei den Adventdekorationen auf Material aus der Region

Das Naturhandwerk wird bei den heimischen Floristen hochgehalten. Wie Thomas Kaltenböck, Innungsmeister der NÖ Gärtner und Floristen dem NÖ Wirtschaftspressedienst berichtet, habe sich die Branche heuer bewusst dazu entschieden, bei den Adventdekorationen nicht auf Opulenz und Üppigkeit sondern auf Authentizität und elegante Schlichtheit zu setzen. „Wir wollen damit bewusst einen Gegenpol setzen“, sagt er. „Denn die kommerzialisierte Ware bei Diskontern und Baumärkten zielt eindeutig auf Amerikanisierung und Überladung ab – frei nach dem Motto: mehr ist mehr. Wir hingegen begegnen dem Ganzen mit Stimmigkeit, Nostalgie, Vintage und dem Shabby Chic.“

Zudem würden die derzeit 298 aktiven Floristenbetriebe Niederösterreichs mit ihren 1.705 Mitarbeitern bei der Fertigung von Adventkränzen und Adventgestecken sowie bei der Wahl des zu verarbeitenden Materials großen Wert auf Regionalität legen. „Schließlich haben wir vieles vor der Haustür“, betont Kaltenböck. „Ob Zweige mit Flechten oder Moosen besetzt, Koniferen oder Schmuckreisig, Fruchtstände oder Zieräpfel, man muss nicht alles kilometerweit herankarren lassen. Gerade hier in Niederösterreich ist das Ausgangsmaterial so gut wie überall vorhanden.“ Dazu komme noch der Trend zur Individualität. Immer mehr Kunden würden Unikate bevorzugen, weil sie keine Massenware daheim stehen haben wollen. Diesen Anforderungen werde der Fachhandel des Floristengewerbes gerecht.

Heuer dominieren vor allem helle Blautöne, wie Eisblau und Petrol, sowie Grünschattierungen von Türkis-Grün über Aquamarin bis hin zu Aventurin. Im Trend liegen auch winterlich-frostiges Weiß, Grautöne bis zu Silber, Perlmutt sowie die Klassiker Gold und Rot. „Aber auch adventliche Sträuße sind immer mehr im Kommen“, berichtet der Innungsmeister. „Hier verwenden wir Blüten, wie Amaryllis, Weihnachtsstern im Schnitt sowie Rosen und kombinieren sie mit weihnachtlicher Deko, wie Kugeln und farblich abgestimmten Schleifen, Zapfen, Zimtstangen, Fruchtständen und Zweigen. Diese Sträuße im Weihnachts- oder Winterlook bestechen ebenso wie die Adventkränze mit Natürlichkeit und Eleganz und bringen weihnachtliche Stimmung in jede Wohnung und jedes Haus.“ (dsh)

http://wko.at/noe/gaertner-floristen



23.11.2018
Physikerin aus Oberwaltersdorf startet „Ökostrom-Börse“ für Private

Strom selber erzeugen und verkaufen. Das ermöglicht die neue Energiekooperative ourpower (www.ourpower.coop) in Oberwaltersdorf im Bezirk Baden. „Ähnlich wie auf Airbnb kann man auf dieser Plattform selbst erzeugten Strom in einer Gemeinschaft einkaufen und verkaufen“, erklärt Hemma Bieser, Mitgründerin und Aufsichtsrätin dieser kürzlich in Leben gerufenen Plattform, dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Basis dafür kann zum Beispiel die hauseigene Photovoltaikanlage sein. „Es geht also nicht mehr um die Frage nach dem Stromverbrauch, sondern um die Frage nach der Dachfläche: Was kann ich daraus machen?“ so Bieser zum Konzept dahinter. Künftig soll jede Dachfläche, die verfügbar ist, genutzt werden, um Sonnenstrom zu erzeugen. Dazu bekommen die Eigentümer die Möglichkeit, diesen auch selbst zu vermarkten.

Die umtriebige Unternehmerin hat Physik studiert und das auf Geschäftsmodellinnovationen spezialisierte Beratungsunternehmen avantsmart gegründet. Den globalen Herausforderungen, wie Klimawandel, Umweltverschmutzung und mangelnde Chancengleichheit, will sie mit regionalen Konzepten begegnen. „Innovationen im Unternehmen sollen sowohl wirtschaftlich etwas bringen, als auch einen Nutzen für die Umwelt und die Gesellschaft stiften“, sagt sie.

Zu ihrer Unternehmensgrundlage gehört auch das Internet: „Es ist ständig verfügbar, was bedeutet, dass man es auch zur Energieoptimierung auf individueller Basis einsetzen kann.“ Konkret heiße das: „Mit den neuen Technologien kann heute schon jeder einzelne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Je mehr mitmachen, desto mehr werden wir unabhängig von den teuren Importen Öl und Gas“, betont Hemma Bieser. Am Beispiel der Elektromobilität, die von immer mehr Menschen gewünscht wird, heiße das: „Wir gestalten innovative Energiesysteme mit Erneuerbaren Energien und Speicherlösungen, so dass die E-Autos in der Nacht einfach aufgeladen werden können und die Gesamtsysteme nicht belastet werden.“

Für solche Ideen gibt es bereits konkrete Projekte und Forschungsanlagen, wie etwa die Energiewelt in Großschönau im Waldviertel. Dort veranstaltet Bieser Seminare, was dazu beiträgt, dass sich das Umfeld zu einem Kreativplatz für neue Konzepte entwickelt.

Ähnlich funktioniert der Energieforschungspark in Lichtenegg in der Buckligen Welt. Hier untersucht man den Einsatz von Kleinwindanlagen zur Erzeugung von eigenem Strom. Auch in den Städten sieht man einen Importbedarf. „Es besteht bereits eine langjährige Zusammenarbeit mit der FH Technikum Wien“, erklärt Bieser. „Es gibt jede Menge Ideen. Als avantsmart wollen wir sowohl Start-Ups, als auch etablierten Playern helfen, diese auch umzusetzen.“ (jm)

http://www.avantsmart.at

http://www.ourpower.coop



23.11.2018
Umsätze bei NÖ Drogerien und Parfümerien stagnieren

Nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums ist die Umsatzentwicklung des NÖ Drogeriefachhandels 2017 ins Stocken geraten. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten 224 Drogeriefachgeschäfte in Niederösterreich und in Nordburgenland einen Gesamtumsatz von rund 384 Millionen Euro. Das ist zwar gegenüber den 383 Millionen Euro aus 2016 ein minimales nominelles Plus, bereinigt um die Inflationsrate von 2,1 Prozent bleibt der Branche jedoch unter dem Strich real eine „rote Null“ übrig.

Diese Zahlen hat der NÖ Wirtschaftspressedienst einer vom Marktforschungsinstitut ACNielsen durchgeführten Studie über filialisierte Drogeriemärkte und Parfümerien in Österreich entnommen. Einzelfachgeschäfte waren von dieser Untersuchung nicht erfasst. Die drei größten Drogerieketten in Niederösterreich werden von Bipa, dm-drogeriemarkt und Müller betrieben. (mm)

http://at.nielsen.com



23.11.2018
Standortentwicklungsgesetz soll Niederösterreich internationale Investoren bringen

Für Ostösterreich und insbesondere Niederösterreich ist der prosperierende Flughafen Wien-Schwechat ein starker Wirtschaftsmotor. Damit dieser nicht ins Stottern gerät, präsentierte Bundeskanzler Sebastian Kurz mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Verkehrsminister Norbert Hofer ein neues Standortentwicklungsgesetz. Es soll vor allem die Verfahrenslaufzeiten für Genehmigungen verkürzen und interessierten Investoren Planungssicherheit verschaffen, ob ein Projekt umgesetzt werden kann oder nicht. Als Negativbeispiel wurde hier einmal mehr die dritte Piste des Flughafens in Schwechat genannt.

„Zwar kommt dieses Gesetz für die dritte Piste zu spät, aber wir müssen schließlich auch die Infrastruktur des Flughafens weiter ausbauen. Mit dem neuen Gesetz könnte dann viel schneller entschieden und auch gebaut werden“, betonte Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG. Weil die Airport-Region rasant wachse und in der Flughafen City allein heuer 2.500 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, sei das Interesse der Firmen ungebrochen hoch, sich hier niederzulassen. Weitere Investoren ins Boot zu holen, komme nicht nur der niederösterreichischen Wirtschaft, sondern auch der gesamten Ostregion zugute.

Bundeskanzler Kurz merkte an, dass es Höchstlaufzeiten für Verfahren bereits gegeben habe, diese allerdings nie exekutiert wurden, so dass der Wirtschaft großer Schaden entstand. Wichtig ist ihm auch, „dass alle Auflagen des Umweltschutzes erfüllt werden, nur endlich die Verfahren nicht mehr fünf bis zehn Jahre dauern.“ Da in diesem Zeitraum die technische Entwicklung rasant fortschreitet, müsste das Projekt mit einer veralteten Technologie umgesetzt werden, was wenig Sinn mache. Außerdem könne man mit einer solchen Vorgangsweise keine internationalen Investoren ins Boot holen, die lieber dort investieren, wo sie schnell Klarheit über die Umsetzung von Projekten haben. (hm)

http://www.viennaairport.com

http://www.bundeskanzleramt.gv.at



23.11.2018
Barocktage sind Besuchermagnet fĂĽr Stift und Stadt Melk

Mit mehr als 60.000 Übernachtungen hat die Stadt Melk auch 2017 wieder zu den nächtigungsstärksten Tourismusgemeinden an der niederösterreichischen Donau gezählt. Verantwortlich dafür sind aber nicht nur die zig-tausenden Personen, die alljährlich das prächtige Benediktinerstift besuchen, oder jene, die bei ihrer Tour auf dem Donauradweg in Melk Station machen. Auch das breite Kulturangebot lockt immer mehr Gäste in die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt am Tor zur Wachau.

Neben den Sommerspielen, die anspruchsvolles Theater und humorvolle Musikrevues bieten, haben sich auch die „Internationalen Barocktage Stift Melk“ zu Pfingsten einen über die Grenzen hinaus bekannten Namen gemacht. Vom 6. bis 10. Juni 2019 findet diese hochkarätige Kulturveranstaltung bereits zum 41. Mal statt. Heuer haben die Vorstellungen der Barocktage fast 4.300 Gäste besucht. Die Auslastung lag bei 97,5 Prozent.

Unter dem Motto „Lyra et Gladio – König.Bürger.Bettelmann“ stehen im kommenden Jahr 17 Konzerte auf dem Spielplan, davon vier speziell für Kinder. „Für Produktion und Marketing sind 400.000 Euro budgetiert“, teilt Elisabeth Weigand, Geschäftsführerin der Wachau Kultur Melk GmbH, dem NÖ Wirtschaftspressedienst auf Anfrage mit. Neben dem Stift als Veranstaltungsort sowie den beiden Fördergebern Land Niederösterreich und Stadt Melk werden die Barocktage auch von den NÖ Sparkassen und dem Wiener Städtischen Versicherungsverein gesponsert. (mm)

http://www.barocktagemelk.at

http://www.wachaukulturmelk.at



23.11.2018
Sierndorf verkauft BetriebsgrundstĂĽcke auch in Kleinportionen

Seit kurzer Zeit bietet die Gemeinde Sierndorf im Bezirk Korneuburg mit 20.000 m2 fast 17 Prozent des insgesamt 120.000 m2 großen Gewerbegebietes bei Höbersdorf in Parzellen von 400 Quadratmeter zum Kauf an. „Damit wollen wir kleinen und mittleren Betrieben eine erschwingliche Möglichkeit bieten, ein eigenes Firmengrundstück zu erwerben. Der Preis ist überall gleich“, erklärt Bürgermeister Gottfried Muck dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Als weiteren Vorteil der kleinen Parzellierung nennt er die preislich günstige Zusammenlegung mehrerer Kleinparzellen je nach Bedarf.

Zwei Betriebe, eine Werkstatt und eine Montagefirma, haben bereits Parzellen mit 1.800 m2 bzw. 1.000 m2 Industriegrund gekauft und zusammengelegt. Die restlichen Parzellen sind noch frei. Interessierte Käufer haben sich schon gemeldet.

Die bisher größte Firma im Höbersdorfer Gewerbegebiet ist Nievelt-Labor aus Stockerau. Dafür kaufte die Geschäftsführung ca. 13.000 m2 Grund und wird dort im Frühjahr 2019 mit ca. 50 Beschäftigten den Betrieb aufnehmen. Eine weiteres bekanntes Unternehmen im Gewerbegebiet ist der schon seit zwei Jahren ansässige Garagenvermieter Youngtimer. Neben den privaten Unternehmen befinden sich auf dem Areal seit der Eröffnung im Jahr 2007 auch das Abfall-Sammelzentrum der Gemeinden Sierndorf und Großmugl, der Bauhof und die Straßenmeisterei. Insgesamt sind es rund 140 Personen, die ihren Arbeitsplatz im Gewerbegebiet Höbersdorf haben.

Das zweite Betriebsareal mit rund 54.000 m2 liegt östlich von Sierndorf, an der Grenze zu Stockerau. Dort ist die GST - Gesellschaft für Schleiftechnik - auf einem Grundstück mit 27.000 m2 und rund 100 Beschäftigten das größte Unternehmen. In diesem Gebiet warten noch ca. 10.000 m2 auf neue Käufer.

Dem Bürgermeister ist die Besiedlung der Betriebsareale wichtig: „Es geht dabei nicht nur um den finanziellen Gewinn der Gemeinde“, sagt Gottfried Muck, „sondern auch um die Schaffung von Arbeitsplätzen für unsere Mitbürger. Aufgrund des großen Interesses haben wir für eine mögliche Erweiterung unseres Gewerbegebietes in Höbersdorf bereits vorgesorgt.“ (km)

http://www.sierndorf.at



23.11.2018
Instrumentenbauer bringt Streich- und Zupfinstrumente wieder zum Klingen

Kindergärtner war sein erstes Berufsziel in Wien, Instrumentenbauer ist Lorenz Müller in Niederösterreich geworden. Ob Geige, Bratsche, Kontrabass, Cello, akustische Gitarre oder E-Gitarre, Mandoline oder Zither – er kann sie alle reparieren bzw. restaurieren. Bereits von Kindesbeinen an ist der gebürtige Wiener von Musikinstrumenten fasziniert gewesen. Doch bis zur Eröffnung seiner eigenen Werkstatt in Seitenstetten Waidhofnerstraße 5 im März dieses Jahres war es noch ein langer Weg.

Nach dem Besuch der Hauptschule in Wien-Hietzing entschloss sich Lorenz Müller zur Absolvierung der Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (BAKIP) in Döbling. „Ob ich je Kindergärtner werden wollte, weiß ich bis heute nicht so recht“, berichtet der Wahlmostviertler dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Aber der Werkunterricht in der BAKIP hat mich erstmals mit dem Instrumentenbau, auch wenn es sich dabei um Klanghölzer, Rasseln und Bambusflöten handelte, konfrontiert.“

Erst nach dem Präsenzdienst erfuhr Müller von der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Hallstatt, wo er ab dem Jahr 2000 die Fachschule für Streich- und Saiteninstrumentenbau besuchte. Nach der Lehrabschlussprüfung folgte eine mehrjährige Tätigkeit bei einem Wiener Gitarrenbauer. Elf Jahre später legte Lorenz Müller schließlich seine Meisterprüfung ab und meldete im März 2018 sein Gewerbe an.

„Meine Lebensgefährtin und ich haben vor fünf Jahren ein Haus mitten im Ortskern von Seitenstetten erworben, in dem bis Anfang der 1980er Jahre ein Kaufhaus untergebracht war. In diesem hellen 80 m2 großen Raum, der vier Auslagenfenster hat, erkannte ich sofort das Potenzial einer tollen Werkstatt, ich würde eigentlich Atelier sagen.“ Der Weg zur Selbständigkeit war somit vorgegeben. „Als Instrumentenbauer ist es schwer, eine Anstellung zu finden. Zumal ich mit dem Wohnsitz in Seitenstetten relativ ortsgebunden bin und nicht mehr nach Wien pendeln wollte, war dieser Schritt logisch.“

Seit seiner Zeit in Hallstatt hat Lorenz Müller unter anderem Konzertgitarren in spanischer Bauweise, Stahlsaitengitarren und Geigen, Gamben sowie eine Renaissancelaute gebaut. Als Meisterstück entschied er sich für einen Nachbau einer Kontragitarre von Johann Anton Stauffer. „Das Originalinstrument befindet sich in der Sammlung Alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums und wurde während eines mehrwöchigen Praktikums von mir restauriert und vermessen. Außerdem habe ich einen Plan angefertigt“, verrät der zweifache Familienvater, der seit seiner Selbständigkeit den Neubau von Instrumenten zugunsten von Reparaturen und Restaurierungen in den Hintergrund treten lässt.

„Auf Anfrage baue ich aber gern Geigen und Gitarren“, sagt er. Die Preise beginnen etwa für ein Schülerinstrument bei rund 600 Euro und sind nach oben offen. Geigen, die ausschließlich in der Werkstatt von Lorenz Müller gefertigt werden, beginnen bei zirka 7.000 Euro. Ähnlich verhält es sich bei Gitarren.

Zu Lorenz Müllers Kunden zählen Musiker, Schüler von Musikschulen und Liebhaber, denen ihr Instrument besonders am Herzen liegt. „Das Verhältnis zwischen Musiker und Instrumentenbauer ist ähnlich dem zwischen Arzt und Patienten“, meint Müller. „Der Instrumentenbauer kann es sich nicht leisten, ein Instrument verpfuscht zu haben. Es ist ein intensives Vertrauensverhältnis, welches durch den kleinsten Fehler, eine Fehleinschätzung oder eine Selbstüberschätzung gestört werden kann.“

Und wie sehen die Pläne des Musikinstrumentenbauers aus? „Musikinstrumente zu bauen und zu restaurieren, ist meine Leidenschaft. Mein Wunsch für die Zukunft ist lediglich der, mit meiner Arbeit mein Leben und das meiner Familie bestreiten zu können.“ (dsh)

http://www.lorenz-instrumentenbau.com



23.11.2018
Wasserzähler-Firma Bernhardt baut im Industriezentrum NÖ-Süd aus

Mit einer mehr als 170-jährigen Firmengeschichte ist die auf die Produktion von Wasserzählern spezialisierte G. Bernhardt’s Söhne GmbH im ecoplus Gewerbepark IZ NÖ-Süd in Wiener Neudorf, Bezirk Mödling, ein Flaggschiff des Wirtschaftsstandorts Niederösterreich. In die Errichtung eines neuen Bürogebäudes mit Lagerhalle werden derzeit 1,5 Millionen Euro investiert. Die Eröffnung ist für April 2019 geplant.

Bei der Gleichenfeier des Neubaues würdigte Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav das Unternehmen als Beispiel, das zeige, dass auch Klein- und Mittelbetriebe (KMU) bei Innovationen die Nase vorn haben können. In diesem Fall seien es eben „smarte Wasserzähler.“

„Wir von ecoplus unterstützen alle Firmen, die sich in Niederösterreich neu ansiedeln, ihren Standort verlegen oder erweitern wollen. So sind wir auch der Firma Bernhardt mit Rat und Tat zur Seite gestanden, damit sie sich in diesem Wirtschaftspark erweitern und diesem Standort die Treue halten kann“, erklärte ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki. Das IZ NÖ-Süd ist derzeit Standort von 100 Firmen, die in 68 Gebäuden rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Hier produziert Bernhardt pro Jahr rund 200.000 Wasserzähler. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Einbinden von Wasserzählern ins Internet der Dinge (IoT), was es möglich macht, einen Wasserverlust frühzeitig zu erkennen und das Leck als Ursache punktgenau zu orten. Mit 26 Mitarbeitern peilt man heuer einen Umsatz von 6,4 Millionen Euro an. Die Firma gehört zur E. Wehrle GmbH in Furtwangen im Schwarzwald. Diese beschäftigt 300 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von 35 Millionen Euro erwirtschaften. (hm)

http://www.bernhardt-wasserzaehler.at

http://www.ecoplus.at



23.11.2018
„Meine Wollke“ aus Lunz am See will die ganze Welt erobern

Den Einstieg in den internationalen Markt bereitet die Wollke KG aus Lunz am See, Bezirk Scheibbs, mit ihren ökologischen Slipeinlagen „Meine Wollke“ vor. Schon im kommenden Jahr sollen diese Einlagen in Deutschland und Kroatien erhältlich sein und mit 2020/21 dann weltweit. Wie Start-up-Unternehmerin und Geschäftsführerin Sabine Fallmann-Hauser dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilte, lösen ihre Produkte bereits eine sehr große Nachfrage aus.

„Im Rahmen meiner Tätigkeit als Sexualpädagogin haben mir viele, insbesondere junge Frauen den Wunsch nach einer wieder verwendbaren ökologischen Slipeinlage genannt. Darauf habe ich mich auf dem Markt umgeschaut, aber nichts gefunden, was meinen strengen Ansprüchen genügt hätte. Das war dann die Geburtsstunde der Slipeinlage Meine Wollke. Dieser Name soll Freiheit und Wohlbefinden assoziieren“, erklärt Fallmann-Hauser, die stolz darauf ist, dass ihre Wollken nach dem Ökotex 100 – einem weltweit einheitlichen System von Prüfmethoden, Prüfkriterien und Schadstoffgrenzwerten – zertifiziert sind.

Produziert werden die „Wollken“ bei der GW St. Pölten Integrative Betriebe GmbH. „Mir ist besonders wichtig, dass zu fairen und nachvollziehbaren Bedingungen produziert wird, dass die Näherinnen angemessen entlohnt werden und dass man ökologisch einwandfreie Materialien verwendet“, so die Unternehmerin. Das Wollken-Angebot setzt sich aus sieben Designs zusammen, die alle Frauennamen tragen. Die Einlagen bestehen aus mehreren Lagen Ökotex Baumwolle und können etwa 300mal gewaschen werden. Da Fallmann-Hauser Anregungen ihrer Kunden gern aufnimmt, wird es ab Ende November die Slipeinlagen in den Formen normal, klein und string geben.

Nicht zuletzt will Sabine Fallmann-Hauser mit ihrer Erfindung auch zu einer Verringerung des Abfalls und zu einer besseren CO2-Bilanz beitragen. „Das wird besonders von jungen Frauen der neoökologischen Bewegung geschätzt, aber auch bei älteren Frauen beginnt ein Umdenken von Wegwerfprodukten zur Wiederverwendbarkeit“, sagt sie. Bei der Start-up-Initiative des Klima- und Energiefonds „Greenstart“ ist die Wollke unter den zehn besten gereiht worden.

Erhältlich sind die Slipeinlagen um knapp 15 Euro sowohl im eigenen Online-Shop, als auch in ausgewählten Fachgeschäften, in rund 220 BIPA Filialen sowie im BIPA online-Shop. Mit einer Mitarbeiterin peilt Fallmann-Hauser heuer einen Umsatz von 120.000 Euro an. In diesem Jahr wurden etwa 17.000 Stück „Wollken“ produziert, was 2019 auf 50.000 ansteigen soll. (hm)

http://www.wollke.at