NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1532 vom 12.04.2019

12.04.2019
Heimische Figaros suchen mit Nachdruck gut ausgebildete Fachkräfte

Viele niederösterreichische Friseure klagen über mangelnde Fachkräfte. „Obwohl es uns gelungen ist, die Lehrlingszahl von 486 im Vorjahr auf 532 zu steigern, fehlen uns gut ausgebildete Friseure“, teilte die Landesinnungsmeisterin in der NÖ Wirtschaftskammer Silvia Maria Rupp dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Vor allem im ländlichen Raum sowie in den Speckgürteln der großen Städte sei der Mangel an geeigneten Bewerbern zu spüren. Gründe dafür gebe es viele. „Viele Betriebe, die jahrelang gute Ausbildung geleistet haben, sind nicht mehr bereit, diese wirklich fordernde Aufgabe fortzusetzen“, erklärt die Innungsmeisterin. Der Trend zum Besuch einer Höheren Schule drücke die Zahl der für das Friseurgewerbe geeigneten Jugendlichen ebenso wie die geburtenschwachen Jahrgänge, noch dazu mit dem Image einer niedrigen Entlohnung, obwohl in den letzten Jahren die Lehrlingsentlohnung stark angehoben worden sei. So habe es 2016 eine Erhöhung um 16,4 Prozent und heuer eine weitere um durchschnittlich 7,3 Prozent gegeben.

Derzeit beschäftigen in Niederösterreich 1.642 Friseurbetriebe 3.372 Mitarbeiter. Fakt sei, so Silvia Maria Rupp, dass auch Altersteilzeit und Pflegekarenz für die Branche immer mehr zum Thema werden. „Das sind natürlich Herausforderungen, mit denen wir uns bisher kaum beschäftigen mussten“, sagt sie. Kritik übt sie auch an den Reglementierungen ihres Gewerbes, weil es neue Unternehmer gäbe, die diese Bestimmungen umgehen, Gewerbeberechtigungen erhalten und mit Teilgewerben den Geschäftsalltag anderer Kollegen mit ihrer Preispolitik erschweren. „Da wünschen wir uns von den politisch Verantwortlichen sowie der Sozialversicherung mehr Unterstützung und Kontrolle“, so die Innungsmeisterin.

In den letzten Jahren seien auch immer mehr Klein- und Mittelbetriebe, die zwei bis sechs Mitarbeiter beschäftigt haben, verschwunden. „Ihren Platz nehmen Filialbetriebe großer Ketten sowie Ein-Personen-Unternehmen ein“, so Rupp. Viele gute Mitarbeiter haben sich auf Grund ihrer Familiensituation oder aus Gründen der Unabhängigkeit als EPU selbständig gemacht. Ihr Anteil macht mittlerweile 50 Prozent aus.

All diese Umwälzungen haben der Branche im vergangenen Jahr einen Umsatzverlust von 1,5 Prozent beschert. Für heuer wird ein gleichbleibendes Ergebnis erwartet. „Klar ist, dass wir uns all diesen Aufgaben zu stellen haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir diese auch bewältigen werden“, betont Silvia Maria Rupp. „Unser Beruf ist einer der schönsten und kreativsten, die es gibt. Uns durch Maschinen ersetzen, wird kaum möglich sein. Und weil sich Qualität immer bezahlt macht, schaue ich zuversichtlich in die Zukunft.“ (dsh)

http://wko.at/noe/friseure



12.04.2019
Unter dem Dach von Bühler verbucht Haas das bisher beste Geschäftsjahr

Der Waffelmaschinenerzeuger Haas aus Leobendorf im Bezirk Korneuburg, der seit Anfang 2018 eine Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe Bühler geworden ist, hat schon im ersten Jahr zum Ergebnis des Schweizer Konzerns einen starken Beitrag geleistet. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst der vorliegenden Bilanz von Bühler über das abgelaufene Geschäftsjahr entnimmt, hat Haas 2018 einen Umsatz von 373 Millionen Schweizer Franken – umgerechnet 329 Millionen Euro – erwirtschaftet. Das ist ein starker Anstieg um 17,1 Prozent gegenüber 2017. Auch die Bestelleingänge sind um vier Prozent auf 382 Millionen Schweizer Franken – 337 Millionen Euro – geklettert.

„2018 war das beste Geschäftsjahr in der Geschichte von Haas“, sagt Stefan Scheiber, Vorstandsvorsitzender der Bühler AG. Das erfreuliche Ergebnis sei vor allem dem Wachstum in den Geschäftseinheiten „Waffeln“ und „Biscuits“ zu verdanken gewesen. Mit der Übernahme von Haas könne Bühler seinen Kunden nun integrierte Produktlösungen aus einer Hand anbieten – Waffeln, Kuchen, Kekse, Schokoladenkonfekt und Backwaren.

„Zu unseren beiden strategischen Säulen „Grains & Food“ und „Advanced Materials“ ist jetzt mit „Consumer Foods“ eine dritte hinzugekommen“, erklärt Scheiber. Alle Beteiligten hätten schnell erkannt, welchen Mehrwert diese Kombination generiere. Nun sei man klar die Nummer eins auf dem globalen Wachstumsmarkt – mit großem Potenzial für die Zukunft.

Haas-Waffelmaschen gelten als „versteckte Weltmeister“. Jede zweite Waffel, die Menschen irgendwo auf der Welt verspeisen, stammt aus einer Maschine des niederösterreichischen Unternehmens. Mittlerweile beliefert die Haas-Gruppe mit ihren Anlagen und Systemlösungen Kunden in mehr als 100 Ländern. Der Exportanteil liegt bei 99 Prozent. Die Abnehmer der Haas-Anlagen, die zwischen 400.000 und sechs Millionen Euro kosten, gehören zur Crème de la Crème der Markenartikelindustrie: Nestlé, Masterfoods, Ferrero, Unilever, Manner oder Loacker. 2018 hat Haas in Leobendorf 620, weltweit fast 1.700 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Bühler-Gruppe ist Weltmarktführer in der Herstellung von Schokoladenmasse und deren Endprodukten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Schweizer betreiben ein rund 100 Servicestationen umfassendes globales Netzwerk, das nun auch Haas nutzen kann. Insbesondere in Indien, China und Indonesien, wo die Nachfrage nach Waffel- und Keksprodukten stark wächst, ergeben sich so neue Marktchancen. 2018 hat der Bühler-Konzern mit rund 13.000 Beschäftigten an 30 Produktionsstandorten einen Umsatz von 3,3 Milliarden Schweizer Franken (2,9 Milliarden Euro) erwirtschaftet – um 22 Prozent mehr als 2017. (mm)

http://www.haas.com/de

http://www.buhlergroup.com



12.04.2019
Wiener Neustädter Start-up Enpulsion greift nach den Sternen

Die Wiener Neustädter Start-up-Firma Enpulsion, die Antriebssysteme für Satelliten fertigt, wagt sich mit ihren High-Tech-Produkten immer weiter in den Weltraum hinaus. Während der Betrieb, der aus dem Forschungsumfeld der Fachhochschule Wiener Neustadt hervorgegangen ist, in der Regel Ionenantriebe für Satelliten baut, die in einer erdnahen Umlaufbahn kreisen, wird Enpulsion erstmals eine Sonde zu einem fernen Asteroiden tragen. „2016HO3“ heißt dieser 120 Meter lange und 40 Meter breite Gesteinsbrocken, den das private schwedische Weltraumunternehmen „Beyond Atlas“ mit Hilfe niederösterreichischer Technik ab 2020 erkunden will.

„Bis die Sonde den Asteroiden erreicht, wird sie rund 27 Millionen Flugkilometer zurücklegen, das entspricht ungefähr der 70-fachen Entfernung zwischen Erde und Mond“, rechnet Enpulsion-Geschäftsführer Alexander Reissner dem NÖ Wirtschaftspressedienst vor. Für seine Firma als Zulieferer hätte sich „Beyond Atlas“ entschieden, weil die in Wiener Neustadt entwickelte Antriebstechnik besonders energiesparend sei, „was sich auf großen Distanzen natürlich positiv auswirkt.“ Mit Indium verwende man ein flüssiges Metall als Treibstoff, der direkt im Ionenantrieb integriert ist, was einen externen Tank überflüssig macht. „Da sind wir der Konkurrenz einen entscheidenden Schritt voraus“, stellt Reissner fest.

Zurzeit baut Enpulsion jeden Werktag ein Antriebssystem, fünf pro Woche. Die weltweite Nachfrage nach dem „Nano Thruster“ sei aber so groß, „dass wir die Kapazität bis Ende des heurigen Jahres auf 20 produzierte Antriebe pro Woche vervierfachen wollen“, kündigt der Geschäftsführer an. 2019 peilt Enpulsion, das eine Vertriebsniederlassung für US-Kunden im kalifornischen Silicon Valley betreibt, einen Umsatz von fünf Millionen Euro an.

Die erst 2016 gegründete Firma Enpulsion ist eines der jüngsten „Küken“, die dem „Brutkasten“ der Luft- und Raumfahrttechnik in und um Wiener Neustadt erfolgreich entschlüpft sind. „Hier sind Ausbildung, Forschung und Wirtschaft eng miteinander vernetzt“, erklärt Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. Unternehmen, wie der Flugzeugbauer Diamond Aircraft oder der Drohnen-Produzent Schiebel, aber auch Forschungsinstitute, wie der Studiengang Aerospace Engineering an der FH Wiener Neustadt, würden für mehr als 1.000 einschlägige Arbeitsplätze vor Ort sorgen. (mm)

http://www.enpulsion.com

https://beyondatlas.org



12.04.2019
Jede fünfte Tankstelle in Österreich steht in Niederösterreich

587 öffentlich zugängliche Tankstellen - um vier mehr als zum Vergleichszeitpunkt 2017 - hat es Ende des Jahres 2018 in Niederösterreich gegeben. Das ist mehr als ein Fünftel des gesamten österreichischen Tankstellennetzes mit 2.699 Abgabestellen und die mit Abstand höchste Zahl im Bundesländervergleich. Das zweitplatzierte Oberösterreich kommt auf 478 Tankstellen, gefolgt von der Steiermark mit 447. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst einer aktuellen Statistik des Fachverbandes der Tankstellenbetreiber der Wirtschaftskammer Österreich.

Der Tankstellenmarkt in Niederösterreich zerfällt in zwei ungefähr gleich große Hälften: 284 Tankstellen im Bundesland gehören den sogenannten „Majors“, Avanti, BP, ENI, Jet, OMV und Shell. Die anderen 303 sind „freie Tankstellen“, wozu z.B. die Marken Avia, Genol, IQ, Turmöl oder die DISKONT-Hofer-Tankstellen zählen. In Niederösterreich gibt es in Österreich auch die meisten Dieselabgabestellen für die Landwirtschaft. 135 von insgesamt 286 befinden sich im Raum zwischen Enns und Leitha. (mm)

http://www.oil-gas.at



12.04.2019
Wirtschaft im Bezirk Bruck/Leitha fordert mehr berufsbildende Schulen

Für die Gründung zusätzlicher berufsbildender Schulen im Bezirk Bruck/Leitha spricht sich der Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Klaus Köpplinger aus. Wie er dem NÖ Wirtschaftspressedienst erklärte, gebe es derzeit nur die HAK/HASCH (Handelsakademie und Handelsschule) Bruck/Leitha, die auch für Schüler jenseits der Grenze interessant sei. „Das schulische Angebot zu erweitern, ist sinnvoll, weil der Wirtschaftsraum prosperiert und entsprechend ausgebildete junge Menschen benötigt. Dass die Ausbildung bei uns sehr gut ist, zeigt ja auch das Interesse der Slowaken und Ungarn“, betont Köpplinger.

Zusätzlich müsse man sich vor Augen halten, dass sich der Wirtschaftsraum Bruck und Bratislava immer enger verflechte und man sich deshalb auch über die Infrastruktur Gedanken machen müsse. Mit Blick auf das steigende Verkehrsaufkommen plädiert der Bezirksstellenobmann für eine „Ertüchtigung der Schnellbahn S7“, nicht nur mit einer verbesserten Taktung, sondern auch mit einer Beschleunigung der Strecke und der Modernisierung der Zugsgarnituren.

Von der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Bruck/Leitha werden 2.973 Mitglieder betreut. 2018 fanden 368 Unternehmensneugründungen statt, um 121 mehr als im Jahr davor. Im gesamten Bezirk befinden sich 7.158 aktive Kammermitglieder, in 225 Lehrbetrieben werden 847 Lehrlinge ausgebildet, die EPU-Quote beträgt 62,6 Prozent. (hm)

http://wko.at/noe/bruck



12.04.2019
Raiffeisen NĂ–-Wien ist ein bedeutender regionaler Wirtschaftsfaktor

In der niederösterreichischen Wirtschaftslandschaft spielt die Unternehmensgruppe Raiffeisen Niederösterreich-Wien eine bedeutende Rolle. Wie das Economica Institut für Wirtschaftsforschung in einer aktuellen Studie erhoben hat, erzielt Raiffeisen NÖ-Wien mit seinen Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Banken, Agrar, Infrastruktur und Medien in Niederösterreich regionale Bruttowertschöpfungseffekte in der Höhe von 628 Millionen Euro. Damit ist jeder 81. In Niederösterreich erwirtschaftete Euro entweder direkt auf Raiffeisen NÖ-Wien oder auf das vorgelagerte Wertschöpfungsnetzwerk zurückzuführen.

Ähnlich eindrucksvoll ist der „ökonomische Fußabdruck“ der Unternehmensgruppe in Bezug auf die Beschäftigungseffekte. Nach Berechnungen von Economica werden durch die Tätigkeit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und jener Unternehmen, an denen sie beteiligt ist, sowie durch die NÖ Raiffeisenbanken 7.490 Arbeitsplätze in Niederösterreich gesichert. In ganz Österreich sind es 18.900. Im Jahr 2017 hat die gesamte von Raiffeisen NÖ-Wien erbrachte Steuerleistung 780 Millionen Euro ausgemacht – mehr als die jährlichen Einnahmen aus der Grund- und Kapitalertragssteuer aller österreichischen Privathaushalte. (mm)

http://www.raiffeisenholding.com/service

http://www.esce.at



12.04.2019
Mostviertler Firma bietet österreichweit Hebehilfen für Menschen mit Handicap an

Die Firma Rehatronik mit Sitz im Gewerbepark Seitenstetten ist auf Hebe- und Pflegesysteme für medizinische Einrichtungen und den Privatbereich spezialisiert. Geliefert werden Patienten- und Schwimmbadlifter, Pflegewannen, Duschwägen, Pflegebetten und Therapieliegen, aber auch Weglaufschutzsysteme, Alarmierungen sowie Personenrufsysteme. Mit sieben Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund einer Million Euro.

Vor genau 15 Jahren haben der Radio- und Fernsehtechniker Wolfgang Mühlwanger aus Biberbach sowie der Elektroinstallateur und Orthopädietechniker Karl-Heinz Zeilinger aus Winklarn beschlossen, zusammen eine Firma zu gründen. „Damals suchte die Firma Handi Move aus Belgien eine Vertretung für ihre Hebeliftsysteme in Österreich“, berichtet Karl-Heinz Zeilinger dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Das ist der Grundstein für die Gründung des gemeinsamen Unternehmens Rehatronik gewesen. Damals noch als OEG, seit 2012 als GmbH.“

Vom Neusiedlersee bis zum Bodensee verkauft, montiert und serviciert das Mostviertler Unternehmen Hebehilfen und Pflegesysteme für Menschen mit Handicap. „Wir kaufen mehrere Komponenten zu und stellen ein individuell maßgeschneidertes System für unsere Kunden zusammen“, so Karl-Heinz Zeilinger. „Wir beraten direkt vor Ort beim Kunden, die Demoware ist mit im Auto und wird bereits vor dem Kauf perfekt an den Kunden angepasst. Somit weiß dieser gleich, was er bekommt, wenn er sich für eines unserer Produkte entscheidet. Darüber hinaus ist uns die Einschulung und Unterweisung der Personen, sprich Pflegerinnen und Pfleger, die mit den Produkten arbeiten, sehr wichtig. Dies wird leider nicht von allen Firmen so gehandhabt, weshalb Gegenangebote preislich meistens etwas unter unseren Angeboten liegen. Doch unsere Kunden schätzen den Mehrwert.“

Zu den Kunden von Rehatronik zählen neben Krankenhäusern und Kurkliniken (14%) Altenheime (19%) sowie Behinderteneinrichtungen (13%) vor allem Privatpersonen (54%). „In Zukunft möchten wir noch mehr mit Rehaeinrichtungen zusammenarbeiten“, erklärt Zeilinger. „Aber auch Service und Wartung wollen wir weiter ausbauen. So sind im Schauraum in Seitenstetten Workshops für pflegende Angehörige oder Personen geplant, die Interesse an der Medizintechnik haben. „Denn eines zeichnet sich schon jetzt ab“, betont der Geschäftsführer. „Wir werden älter, und jeder möchte so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Dafür benötigt man aber Vorrichtungen, die den Alltag auch im höheren Alter bzw. mit Handicap erleichtern.“ (dsh)

http://www.rehatronik.at



12.04.2019
Sozialer Verein eröffnet Produktionsschule in Gänserndorf

Nach Schließung der Gänserndorfer Jobwerkstatt eröffnet der Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB) offiziell am 18. April die Pforten der Produktionsschule in Gänserndorf. In Zusammenarbeit mit der Produktionsschule in Obersdorf fanden hier bereits im November 30 Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren einen Fortbildungsplatz. Trainingsschwerpunkte in den Gänserndorfer Werkstätten sind Innenausbau und Renovierung, Information und Kommunikation sowie Gastronomie.

Ziel der Produktionsschule ist es, Jugendlichen, die aufgrund persönlicher Defizite mit der Absolvierung einer Berufsausbildung überfordert wären, die Möglichkeit zu bieten, die notwendige Reife zu erlangen. „Mit unterstützender Begleitung von elf multiprofessionellen Mitarbeiterinnen können die jungen Leute bei uns die nächsten Schritte in Richtung Schule oder Berufsausbildung machen“, teilt die Leiterin der Schule Dagmar Adamska dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Je nach Reifegrad werden den Jugendlichen mindestens drei Lehrgänge zur Berufserprobung vermittelt. So sind im abgelaufenen Projektjahr von den Obersdorfer Lehrkräften für 35 Projektteilnehmer 67 Lehrgänge organisiert worden. Darunter auch für zahnärztliche Assistenz, Landwirtschaft, Kinderbetreuung und Haustechnik. „Ein Drittel der Jugendlichen konnte mit ihrer Arbeitsleistung so überzeugen, dass ihnen anschließend eine Lehrstelle oder eine andere weiterbildende Maßnahme angeboten wurde“, berichtet die Schulleiterin.

In Niederösterreich gibt es derzeit zehn solcher Produktionsschulen. Für die Organisation und Finanzierung sorgt das Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA). Das ist eine seit zwölf Jahren bestehende Initiative des Sozialministeriums, die der Europäische Sozialfonds mitfinanziert.

Interessenten sind in der Produktionsschule willkommen. An den Infotagen, jeden zweiten Dienstag im Monat von 10 bis 12 Uhr, oder nach individueller Vereinbarung können sie sich einen ersten Eindruck verschaffen. (km)

http://www.neba.at



12.04.2019
Hochseilgarten bei Ober-Grafendorf schweiĂźt Teams zusammen

Outdoor-Training bietet Franz Trischler mit seinem „Hochseilgarten am Ebersdorfer See“ bei Ober-Grafendorf im Bezirk St. Pölten-Land an. Wie er dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilt, eignet sich sein Hochseilgarten besonders für gruppendynamische Übungen sowohl mit Erwachsenen als auch mit Jugendlichen. Seine Einrichtung werde auch von Firmen für Seminare und insbesondere zur Teambildung genutzt.

„Da ich mich sehr gerne in der Natur aufhalte und als gelernter Maschinenbauer auch gerne selbst baue, kam ich auf die Idee, einen kleinen feinen Hochseilgarten anzulegen. Mit zwei Rundkursen auf einem halben Hektar ist dieser überschaubar und bietet somit auch die Möglichkeit, auf die Bedürfnisse der Benutzer einzugehen“, erklärt Trischler. Als Besonderheit nennt er die idyllische Lage unter den schattigen Bäumen sowie das große Angebot an Teamelementen, die nur in der Gruppe bewältigt werden können, was die Teams zusammenschweißen lässt.

In den beiden Hochseilgartenrundkursen sichern sich die Gäste selbst mit den patentierten Bornak Hochseilgartensets. Bei diesem System ist immer ein Karabiner fest verriegelt und ein Absturz praktisch ausgeschlossenen. An den Teamelementen erfolgt die Sicherung „Toprope“, das heißt die Teilnehmer werden mit Seilen gesichert. Im Programm ist auch der Bau von Flößen mit anschließender Testfahrt auf dem See. Außerdem kann jede Menge bodennaher Elemente auf der Wiese und im Seegelände aufgebaut werden.

Neben Gruppen von Erwachsenen und Jugendlichen bzw. Schulklassen und Lehrlingen kann der Hochseilgarten auch von Kleinstgruppen besucht werden. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 25 Euro und für Kinder 20 Euro.

Geöffnet hat der Hocheilgarten am Ebersdorfer See von März bis November nach telefonischer Voranmeldung. Zusammen mit zwei Mitarbeitern und drei Partnern betreut Trischler die Besucher selber. (hm)

http://www.hsgamsee.at



12.04.2019
Design aus Niederösterreich ziert Traktoren in Indien

International sehr gefragt ist der Industriedesigner Johannes Geisler in Gramatneusiedl, Bezirk Bruck an der Leitha. Seinen Schwerpunkt hat der Einpersonenunternehmer im Automotive- bzw. Fahrzeugdesign. Stolz ist er darauf, dass er das Design für die nächste Generation der Traktoren des indischen Konzerns International Tractors Limited (ITL) erstellen durfte, erklärt Geisler dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Sein Handwerkszeug habe er bei Magna Steyr erlernt, wo er als Senior Automotive Designer und Deputy Chief Designer auch für Designs deutscher Premiumautomarken verantwortlich gewesen ist. „Mir ist wichtig“, sagt er, „dass Funktionalität mit ästhetischem Aussehen gepaart ist.“ Sein Hauptaugenmerk gilt der Mobilität der Zukunft. Hier sei es wichtig, weit voraus zu denken und mit einem Schritt zurück für derzeitige Herausforderungen, insbesondere in den Städten, wie z.B. mit Seilschwebebahnen, Lösungen zu finden. Zusätzlich besitzt Geisler eine spezielle Lizenz, die es ihm möglich macht, auch technische Daten am Rechner zu haben und so das Design mit der Technik abzustimmen.

Als positiv an seiner Selbständigkeit hebt er hervor, dass er mit den Chefs und Entwicklern auf Augenhöhe sprechen könne, was ihm erlaube, nicht nur zum Design Vorschläge zu machen, sondern auch zur Verbesserung der Funktionalitäten.

FĂĽr ITL mit Sitz im nordindischen Hoshiarpur etwa erstellte Geisler neue Designs fĂĽr Traktoren der Marke Solis und Sonalika. Weiters kam von ihm das Design fĂĽr "Downhill Carts" der Wodl GmbH in Gloggnitz. (hm)

http://www.johannesgeisler.design



12.04.2019
NĂ– Bergerlebniszentren sollen mehr Sommertouristen anlocken

Um die touristische Auslastung ihrer traditionellen Schigebiete auszudehnen, investiert die Niederösterreichische Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft (NÖBBG) rund 1,65 Millionen Euro in den Bau einer Zipline in Annaberg. Für Petra Bohuslav, zuständige Landesrätin für Tourismus und Wirtschaft, ein weiterer Schritt zur Ganzjahresauslastung dieser Region.

„Unsere Bergwelten sind sowohl im Winter, als auch im Sommer ein Erlebnis. Es ist daher sinnvoll, den Sommertourismus zu stärken und mit den Besucherzahlen auch die Auslastung zu steigern“, so Bohuslav bei der Präsentation des Zipline Projekts. Viele dieser Regionen seien wirtschaftlich auf den Säulen Tourismus sowie Land- und Forstwirtschaft aufgestellt, wo jede zusätzliche Auslastung sich als großer Gewinn erweise.

Auch Annabergs Bürgermeisterin Petra Zeh hebt den Wert dieses Projektes hervor. Denn die Annaberglifte seien zu einem Motor der Tourismusentwicklung geworden, haben wichtige Impulse in der Region gesetzt und dadurch auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Die Zipline wird aus vier parallelen Bahnen bestehen, auf denen auf einer Strecke von 1,3 Kilometern Seile gespannt sind und wo man in rund 90 Sekunden ins Tal mit etwa 100 Stundenkilometern sausen kann.

Die NÖBBG betreut die Schischaukel Mönichkirchen-Mariensee, die Annaberglifte, die Ötscherlifte, die Hochkar Bergbahnen sowie die Familienarena St. Corona am Wechsel. Von 2011 bis 2019 sind 57 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der NÖ Bergbahnerlebniszentren zu Ganzjahresdestinationen investiert worden. Das spiegelt sich auch in der guten Auslastung wider. So konnten in der Wintersaison 2018/19 484.246 Gäste, um fast 3,7 Prozent mehr als im Jahr davor, begrüßt werden. In der Sommersaison 2018 waren es 147.782 Gäste, mit einer Steigerung gegenüber 2013 um fast 130 Prozent. (hm)

http://www.ecoplus.at