NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1597 vom 24.07.2020

24.07.2020
Im Speckgürtel siedeln sich immer mehr „Zuagraste“ aus Wien an

Von den Personen, die ihren Hauptwohnsitz in Wien haben, haben fast 184.000 einen Nebenwohnsitz in einem anderen Bundesland gemeldet. Knapp 109.000 davon entfallen auf Niederösterreich. Das sind rund 60 Prozent.

Bei den Hauptstädtern als Zweitwohnort immer beliebter werden die Gemeinden nahe der Wiener Stadtgrenze im sogenannten „Speckgürtel“. In manchen dieser Kommunen entfällt schon rund ein Fünftel aller Anmeldungen auf Personen, die zwar in Wien ihren Hauptwohnsitz haben, deren Lebensmittelpunkt sich aber erkennbar in das Umland verschoben hat.

In Wien hat die für Wirtschaft, Arbeit und Statistik zuständige Magistratsabteilung 23 in einer Erhebung herausgefunden, wo in Niederösterreich die Hauptstädter bevorzugt ihre Zelte aufschlagen. Für die Gemeinden sind diese Ergebnisse von großem wirtschaftlichen Interesse. Schließlich erhalten sie pro Einwohner mit Hauptwohnsitz jedes Jahr 900 Euro. Aus dem Titel Nebenwohnsitz hingegen bleibt das Finanzsäckel der Kommunen leer.

Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst der MA 23-Studie entnimmt, ist das mit großem Abstand beliebteste Pflaster der Wiener „Zuagrasten“ die Stadt Klosterneuburg. 3.247 Zweitwohnsitze von Personen aus Wien sind dort 2019 gemeldet gewesen. Damit liegt die Babenbergerstadt im Ranking der Wiener Nebenwohnsitze überlegen an der Spitze. Im Bezirk Tulln knackt auch noch St. Andrä-Wördern die 1.000er-Marke mit 1.457 Zweitwohnsitzern aus Wien. In der Bezirkshauptstadt Tulln waren es 787.

Westlich der Wiener Landesgrenze hat im Bezirk St. Pölten-Land die Stadt Purkersdorf die Nase vorne. 838 Wiener waren dort im Vorjahr mit Nebenwohnsitz gemeldet. Beliebte Wienerwald-Gemeinden als Zweitwohnort sind auch Pressbaum (710), Gablitz (646) und Mauerbach (568).

Im Süden sticht die Gemeinde Perchtoldsdorf mit 1.411 gemeldeten Zweitwohnsitzen von Wienern heraus. In der Kurstadt Baden zählt man 1.302 Nebenwohnsitze, in Breitenfurt bei Wien 834, in Mödling 672, in Schwechat 640 sowie in Brunn am Gebirge 603.

Jenseits der Donau haben sich zwei Städte und eine Gemeinde mit jeweils mehr als 1.000 gemeldeten Zweitwohnsitzen zu besonderen Lieblingsplatzerln der Wiener entwickelt. Das waren Gerasdorf (1.657), Strasshof an der Nordbahn (1.143) und Groß-Enzersdorf (1.140). Langenzersdorf im Bezirk Korneuburg hält bei 885 Zweitwohnsitzen aus Wien. (mm)

http://www.stadt-umland.at

http://www.wien.gv.at/kontakte/ma23



24.07.2020
Wirtschaftskammer verknĂĽpft Kurzarbeit mit Weiterbildung

„Bis spätestens Ende Juli brauchen wir schnell eine Einigung zwischen den Sozialpartnern und der Bundesregierung, damit unsere Unternehmen wissen, wie es mit der Kurzarbeit Ende September weitergeht. Viele Produktionsbetriebe werden noch länger unter der Krise leiden und Kurzarbeit in Anspruch nehmen müssen, um einen Personalabbau zu vermeiden.“ Dies stellte der Präsident der NÖ Wirtschaftskammer Wolfgang Ecker in einem aktuellen Lagebericht fest.

Derzeit sind in Niederösterreich 17.800 Betriebe mit 76.000 Beschäftigten in Kurzarbeit. Aus einer Umfrage der neun Wirtschaftskammern geht hervor, dass die Betriebe rasch ein Modell wollen, das flexibel und unbürokratisch ist. Ab 1. Oktober fordert die NÖ Wirtschaftskammer ein Kurzarbeitsmodell, das stets für sechs Monate beantragt und bis auf 24 Monate verlängert werden kann.

Großen Wert legt Präsident Ecker darauf, dass die Kurzarbeit mit Weiterbildungsmaßnahmen der Dienstnehmer verknüpft wird. Auch hier sei mehr Flexibilität erforderlich. Finanzielle Anreize gibt es in Form von Bildungsschecks und eines Stammkunden-Bonus. (mü)

http://wko.at/noe



24.07.2020
Auf dem Campus Tulln geht das „Haus der Digitalisierung“ an den Start

Die Digitalisierung wird in den nächsten Jahren viele Betriebsabläufe und Entscheidungsprozesse in der Wirtschaft und auch in der Verwaltung grundlegend verändern. Daraus ergeben sich nicht nur große Herausforderungen, sondern auch enorme Chancen. Dem trägt das Land Niederösterreich mit seiner schon vor mehr als zwei Jahren ins Leben gerufenen Digitalisierungsstrategie erfolgreich Rechnung. Nach der Installation digitaler Knotenpunkte im Land 2018 sowie dem Start des virtuellen „Haus der Digitalisierung“ 2019 folgt nun mit der Errichtung des realen Bauwerks in Tulln die nächste Etappe auf diesem Weg in die Zukunft.

Mit einem Investitionsvolumen von 33,5 Millionen Euro entsteht auf dem Gelände des Campus Tulln auf rund 4.200 Quadratmetern Fläche ein moderner Neubau, der unter seinem Dach Büros für Mieter, Räume für Start-ups und Gründer, einen Showroom, einen Infopoint, eine Außenstelle der Fachhochschule Wiener Neustadt sowie Gastronomieeinrichtungen vereint. Baubeginn ist im Frühjahr 2021. Die Fertigstellung des „Hauses der Digitalisierung“ ist für das zweite Quartal 2023 vorgesehen.

„Die Corona-Krise der letzten Wochen und Monate hat die Digitalisierung beschleunigt“, stellte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Vorstellung des Projektes mit Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger, Fachhochschul-Aufsichtsratsvorsitzendem Klaus Schneeberger und Tullns Bürgermeister Peter Eisenschenk fest. Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Geschäfte hätten digitalen Kommunikationsformen und regionalen Online-Shops einen regelrechten Boom beschert. Deshalb werde Niederösterreich seine begonnenen Digitalisierungsmaßnahmen weiterhin rasch, flächendeckend und nachhaltig umsetzen, kündigt Mikl-Leitner an.

Mit dem „Haus der Digitalisierung“ wolle man alle Niederösterreicher und Interessierte über die Landesgrenzen hinaus ansprechen, betonte Landesrat Danninger. Es soll den Mehrwert der Digitalisierung für Menschen und Unternehmen in den unterschiedlichsten Bereichen in den Vordergrund stellen. „Wir wollen für jeden Einzelnen die Digitalisierung spannend erklären und Erfolgsbeispiele aus Niederösterreich vor den Vorhang holen. Und besonders für unsere kleinen und mittelständischen Betriebe wollen wir eine Anlaufstelle sein, eine Plattform bieten, sie inspirieren und zum Nachahmen anregen. Und wir wollen Betriebe auf dem Weg in die Digitalisierung beraten und im Netzwerk begleiten, Unternehmen mit Leading Companies zusammenführen und neue Kooperationen anstoßen“, so der Wirtschaftslandesrat.

Aber auch den Besuchern werde einiges geboten. Jährlich wechselnde Ausstellungsthemen sollen mit verschiedenen Schwerpunkten beleuchtet werden. Darüber hinaus ende das Projekt nicht an der „Campus-Grenze“ in Tulln, sondern wird auch von den Knotenpunkten in St. Pölten, Krems, Wieselburg, Tulln, Klosterneuburg und Wiener Neustadt aufgegriffen, erklärte Danninger. (mm)

http://www.ecoplus.at/interessiert-an/haus-der-digitalisierung

http://www.virtuelleshaus.at



24.07.2020
NĂ– Unternehmen exportierten 2019 um mehr als 22 Milliarden Euro

Niederösterreichs Betriebe haben im Vorjahr Waren im Wert von 22,53 Milliarden Euro exportiert. Damit ist Niederösterreich das drittstärkste Export-Bundesland. Bei den absoluten Ausfuhrzahlen wird Niederösterreich im Bundesländervergleich nur von Oberösterreich und der Steiermark übertroffen. Oberösterreichische Unternehmen haben 2019 Waren um 40,12 Milliarden Euro exportiert, steirische um 26,10 Milliarden Euro. Das geht aus einer aktuellen Studie der Statistik Austria über den regionalen Außenhandel hervor.

Mit großem Abstand wichtigster Absatzmarkt für Niederösterreichs Betriebe im Ausland ist Deutschland, wohin im Vorjahr Waren im Wert von 6,30 Milliarden Euro gegangen sind. Ungarn mit einem Exportvolumen von 1,60 Milliarden Euro und Italien mit 1,25 Milliarden Euro folgen auf den Plätzen zwei und drei.

An erster Stelle der exportstärksten Produktgruppen rangieren Kessel, Maschinen und mechanische Geräte im Wert von 2,97 Milliarden Euro. Darauf folgen elektrische Maschinen und Waren im Wert von 2,33 Milliarden Euro sowie mineralische Brennstoffe und Mineralöle mit 1,92 Milliarden Euro.

Nicht nur bei den Exporten, auch bei den Importen erreicht Niederösterreichs Wirtschaft hohe Außenhandelswerte. Nach Berechnungen der Statistik Austria haben die niederösterreichischen Betriebe 2019 Waren im Wert von 27,08 Milliarden Euro eingeführt.

Die meisten Importe kommen aus Deutschland (7,94 Milliarden Euro), China (1,69 Milliarden) und Italien (1,61 Milliarden). Bei den Einfuhren nach Niederösterreich dominieren mineralische Brennstoffe und Mineralöle (5,26 Milliarden Euro), gefolgt von Kesseln, Maschinen und mechanischen Geräten (2,89 Milliarden) sowie elektrischen Maschinen und Waren (2,07 Milliarden). (mm)

http://www.statistik.at



24.07.2020
Waldviertler Leyrer + Graf knackt die 400-Millionen-Euro-Umsatzmarke

Niederösterreichs größtes Bauunternehmen, die Waldviertler Firma Leyrer + Graf, hat im Geschäftsjahr 2019 erstmals die Umsatzschwelle von mehr als 400 Millionen Euro übertroffen. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst Angaben des Branchenmagazins „Solid“ entnimmt, hat der Industriebetrieb, der seine Aktivitäten von der Zentrale in Gmünd steuert, im Vorjahr einen Umsatz von 410 Millionen Euro erwirtschaftet. Das waren um 35 Millionen Euro oder 9,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2018.

Kernbereiche der Produktion von Leyrer + Graf sind der Hoch- und Tiefbau, die Holztechnik sowie die Asphalt- und Betonerzeugung. Das Waldviertler Industrieunternehmen, das zu 100 Prozent im Familienbesitz ist, bietet Leistungen als Bau- und Zimmermeister sowie in der Herstellung von Baustoffen und in der Elektrotechnik an.

Ausgehend vom zentralen Firmensitz in Gmünd betreibt Leyrer + Graf 17 Standorte in Österreich und Tschechien. Darunter sind Asphaltwerke in Schrems, Lassee, Seibersdorf und Sierning sowie Betonwerke in Gmünd, Trebon und Chotoviny. Leyer + Graf beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiter, davon 150 Lehrlinge. In der Zentrale Gmünd arbeiten rund 200 Personen. (mm)

http://www.leyrer-graf.at



24.07.2020
Amari Austria GmbH übernimmt Neunkirchner Alu-Großhändler Blecha

In der Wirtschaftslandschaft der Bezirkshauptstadt Neunkirchen bahnt sich eine Veränderung an. Das als Familienbetrieb 1986 gegründete Aluminium-Großhandelsunternehmen Blecha wird einen neuen Eigentümer erhalten. „Die Amari Austria GmbH beabsichtigt, alle Anteile und damit die alleinige Kontrolle über die Ingrid L. Blecha GmbH zu erwerben“, teilt die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) in einer Aussendung mit. Der beabsichtigte Zusammenschluss der beiden Unternehmen ist am 15. Juli bei der BWB angemeldet worden.

Blecha ist auf den Großhandel sowie die Lagerung, den Zuschnitt und die Lieferung von Aluminiumprofilen, -rohren, Vierkant- und Flachstangen spezialisiert. Auf dem 40.000 Quadratmeter großen Firmenareal in Neunkirchen sind ein Bürogebäude, zwei Lkw-Servicegebäude sowie sechs Lagerhallen in Betrieb. Das international tätige Handelsunternehmen, das rund 80 Mitarbeiter beschäftigt, beliefert Kunden in weltweit mehr als 60 Ländern. 2018 hat Blecha einen Umsatz von rund 22 Millionen Euro erwirtschaftet.

Amari Austria entwickelt und fertigt in St. Johann/Pongau Aluminiumprodukte für den Fahrzeug-, Anlagen- und Maschinenbau sowie für die Fassadentechnik. Das Unternehmen, das Tochterfirmen in Ungarn, Slowenien und Rumänien betreibt, hat namhafte Kunden im In- und Ausland, so u.a. die U-Bahn in der Millionenmetropole Singapur. Mit 280 Beschäftigten, davon 200 in der Firmenzentrale in St. Johann, hat Amari Austria 2018 einen Jahresumsatz von 80 Millionen Euro erzielt. (mm)

http://www.blecha.at

http://www.amari.at

http://www.bwb.gv.at



24.07.2020
Österreichs Lackindustrie schaltet Europäischen Gerichtshof ein

Die Berufsschule St. Pölten erweitert ab Herbst ihr Ausbildungsprogramm für Lehrlinge mit dem Modul Lacktechnik. Mit diesem Lehrgang werde eine Lücke geschlossen und damit erstmals in Niederösterreich eine Qualifizierung mit Lehrabschlussprüfung in dieser Disziplin geschaffen, erklärt Hubert Culik, Obmann der österreichischen Lackindustrie in der Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Hingegen mit Bedauern zur Kenntnis nimmt er die coronabedingte Verschiebung der fünfwöchigen Sommerakademie zum Thema „Surface Technology“ (Oberflächentechnik) an der Fachhochschule Krems auf das nächste Jahr.

Stolz ist Culik auf das rasche Reagieren der Betriebe seiner Fachgruppe auf die Engpässe bei Desinfektionsmitteln in der Corona-Krise. „Wir haben damit einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung am Krisenhöhepunkt geleistet“, sagt er. Mit Sinn für Solidarität und Pragmatismus habe sich die Lackindustrie als unverzichtbarer Partner bewährt. Schnell seien Produktionen auf die regionale Erzeugung dieser Desinfektionsmittel umgestellt worden. In dieser Phase gab es auch Spenden an Blaulichtorganisationen, Spitäler und Altersheime.

Zum Dauerthema Titandioxid ruft Österreichs Lackindustrie den Europäischen Gerichtshof (EUGH) an. Sie beruft gegen die Entscheidung der EU Kommission, die das Titandioxid als krebserregend einstuft und sich auf eine Studie stützt, die 20 Jahre alt und längst überholt ist. Weiterhin aufrecht bleiben die Forderungen der Lackindustrie an die Bundesregierung nach einem risikobasierten Ansatz bei Verboten und Beschränkungen, nach weniger Bürokratie, planbaren rechtlichen Rahmenbedingungen sowie einem Bekenntnis zum Industriestandort Österreich.

Die 24 Unternehmen der österreichischen Lackindustrie haben 2019 170.000 Tonnen Lack- und Anstrichmittel produziert und rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt. Den Umsatz konnten sie um drei Prozent auf etwa 470 Millionen Euro steigern. In Niederösterreich beschäftigen acht Betriebe 503 Mitarbeiter und 25 Lehrlinge, die einen Umsatz von 220 Millionen Euro erwirtschaften. (hm)

http://www.fcio.at



24.07.2020
Öffentlicher Appell: Was Pferde als Partner den Menschen alles geben können

Gerade in Zeiten von Unsicherheit und Angst ist die Suche nach Orten groß, von denen Sicherheit ausgeht. „Eine Möglichkeit dazu bieten Pferde. Wir hatten rund 15.500 Mitglieder und haben trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nur rund 350 Mitglieder verloren“, teilt Gerold Dautzenberg, Präsident des Niederösterreichischen Pferdesportverbandes (NOEPS), dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Dazu komme: „Das Pferd ist geradezu prädestiniert für die aktuelle Situation: Sicherheit und Abstand sind selbstverständlich, auch wenn man nebeneinander reitet. Unsere Turniere starten in diesen Tagen, und das ist gut so.“

Der Pferdesport liegt zwar im Trend – allerdings nur bei Mädchen. „Dadurch können wir 50 Prozent der Jugend kaum erreichen. Warum das so ist, konnten auch internationale wissenschaftliche Studien nicht herausfinden“, sagt Dautzenberg. „Wir informieren jedenfalls regelmäßig Kindergärten und Schulen über das, was Pferde und der Pferdesport bieten können. Mit einem Pferd sollte schon ein Kind und Jugendlicher umzugehen lernen. Da kann ich nicht einfach aufstampfen. Darauf reagiert es nicht. Aus meiner Sicht ist die Beschäftigung mit Pferden eine Schule fürs Leben“, so Dautzenberg.

Leider habe das Pferd in der Gesellschaft insgesamt an Bedeutung verloren. Insbesondere in der Landwirtschaft spiele es keine Rolle mehr, und auch die Rolle von Fiakern und deren Weiterbestand würden zunehmend in Frage gestellt. Als Rückschlag habe er empfunden, sagt Dautzenberg, dass die berittene Polizei nicht gekommen ist, obwohl man damit in anderen Ländern gute Erfahrung gemacht hätte. „Stellen Sie sich vor: Die Polizei, die im Auto in Kleingärten unterwegs ist. Diese verbreitet eher Angst. Wenn die Polizei auf dem Pferd reitet, schafft das Vertrauen. Die Polizisten können mit der Bevölkerung gleich direkt reden.“

Als erfreulich beurteilt der Präsident des NÖ Pferdesportverbandes, dass zumindest die gesundheitliche Bedeutung der Pferde wieder verstärkt diskutiert werde. So manche Rehabilitationseinrichtung setzt auf die Reittiere. „Natürlich hoffe ich, dass dieser Ansatz auch in anderen Bereichen der Gesellschaft verfolgt wird“, so Gerold Dautzenberg. (jm)

http://www.noeps.at



24.07.2020
Umweltfreundliche Erdgas-Lkw gehen bei Förderungen leer aus

In Österreich müssen Transportunternehmer, die ihre Lkw-Flotte mit umweltfreundlichen Erdgas-Antriebsmotoren ausstatten wollen, tief in die Tasche greifen. Denn ein sogenannter „Liquified Natural Gas (LNG)-Truck“ ist nicht nur in der Anschaffung um 28.000 Euro teurer als ein leistungsgleicher Lkw mit EURO 6-Motor. Wer hierzulande einen LNG-Truck kauft, erhält vom Staat weder eine Förderung, noch eine steuerliche Begünstigung.

Darüber kann Erwin Hiebel, Geschäftsführer der auf Bau- und Schwergutlogistik spezialisierten HeavyLog Transporte und Logistik GmbH aus Münchendorf im Bezirk Mödling, nur verwundert den Kopf schütteln. Mit LNG nämlich sei eine neue Motorengeneration auf dem Markt, „die schon jetzt die Schadstoffklasse EURO 6 deutlich unterschreitet und dieselbe Reichweite wie herkömmliche Dieselmotoren schafft“, erklärt Hiebel in einem Interview mit der Österreichischen Verkehrszeitung (ÖVZ). Mit dieser grünen Alternative erreiche man eine signifikante Reduktion der Abgaswerte, 95 Prozent weniger Feinstaub, 77 Prozent weniger Stickoxide, 96 Prozent weniger Stickstoffmonoxid, 20 Prozent weniger Kohlendioxid und minus 50 Prozent Lärmbelästigung.

Um ein Zeichen in Sachen Umweltschutz zu setzen, hat die Firma HeavyLog einen ihrer Lkw auf LNG-Technologie umgerüstet. „Das Fahrzeug hat alle unsere Erwartungen erfüllt“, sagt Hiebel, „doch ohne staatliche Unterstützung fällt es uns schwer, diesen Öko-Weg weiter zu beschreiten. Während in Deutschland LNG-Lkw bis 2023 von der Mineralölsteuer befreit sind und es eine Ankaufförderung in der Höhe von 12.000 Euro gibt, die in Italien sogar 18.000 Euro ausmacht, wird unser LNG-Truck in Österreich voll besteuert“. Von einer auf den Klimaschutz fokussierten Politik würde man sich eigentlich etwas anderes erwarten, bemängelt der Transport- und Logistikunternehmer.

Die Tätigkeit von HeavyLog mit seinen 70 Beschäftigten und einer 55 Einheiten starken LKw-Flotte kann man als eine Art „Selfstorage für schwere Güter“ definieren. Die Auftraggeber kommen vor allem aus der Transport- und Logistikbranche, die eine teure Spezialausrüstung für Einsätze in der Schwergutlogistik nicht selber anschaffen wollen, sondern Serviceleistungen, wie Transport, Umschlag, Lagerung, Kommissionierung und Distribution des Equipments, bei der Münchendorfer Firma zukaufen. Ein prominenter HeavyLog-Kunde ist das Technische Museum in Wien. (mm)

http://www.heavylog.at

http://www.oevz.com



24.07.2020
Motivationscoach aus Stixneusiedl macht Führungskräfte wieder fit

Gegen Stress und Burnout tritt der Einpersonenunternehmer Christian Stelzhammer in Stixneusiedl, Bezirk Bruck an der Leitha, als Mental- und Motivationstrainer auf. Im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst betont er die Wichtigkeit der Balance von Spannung und Entspannung, die heutzutage im Berufsleben immer mehr zu kurz kommt. Das führe dann zu Burnout und verlorener Motivation bei der Arbeit. Dem könne man mit einem entsprechenden mentalen Training, oft gekoppelt mit körperlicher Bewegung, erfolgreich entgegenwirken.

„Ich war selbst über 30 Jahre im Speditionswesen tätig und kenne diese Probleme aus eigenem Erleben, was auch dazu geführt hat, dass ich mich als Mental- und Motivationstrainer selbständig gemacht habe, um hier Verbesserungen zu bringen“, erklärt Stelzhammer, der zusätzlich auch noch Lauf- und Triathlontrainer ist. Im Sport habe das Mental- und Motivationstraining bereits einen hohen Stellenwert, den es im Berufsleben noch zu erreichen gelte.

Stelzhammer bietet Einzeltrainings, Seminare, Vorträge und Workshops an. Seine Kunden kommen zu 80 Prozent aus dem Berufsleben und zu 20 Prozent sind es Sportler. Zehn Prozent aller Kunden sind aus Deutschland, der Rest verteilt sich auf ganz Österreich.

Derzeit ortet der Trainer zunehmend Führungskräfte, die nicht mehr führen und keine Vorbilder mehr seien: „Eine Führungskraft muss wirklich führen, leiten und Sicherheit vermitteln. Das motiviert Mitarbeiter und verbessert die Arbeitsqualität.“ Genauso wichtig sei es auch, gemeinsame Ziele zu definieren und auf Teambildung zu setzen. (hm)

http://www.hammerleben.at



24.07.2020
Bautenschutz Melcher GmbH errichtet neuen Firmensitz in Mödling

Die seit ihrer Gründung 1963 in Klein-Pöchlarn im Bezirk Melk ansässige Firma Bautenschutz Melcher GmbH errichtet derzeit in Mödling ein neues Betriebsgebäude als neuen Standort. „Im neuen zweistöckigen Haus gibt es neben modernen Büroräumen auch eine Ausstellungsfläche mit 100m2 und eine Lagerhalle mit 400 m2“, erklärt Christine Neidhart in Vertretung ihres Mannes, Geschäftsführer Alexander Neidhart, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Die Eröffnung ist in den nächsten Monaten geplant.

Schwerpunkt des Unternehmens ist das Verlegen von Böden für jede Anforderung jeder Größe in Industriegebäuden, Großküchen, Schulen, für Parkdecks und vieles mehr. Besonders gefragt von privater Seite sind Naturstein-Teppiche für Terrassen, Loggien, Schwimmbad-Umrahmungen etc. Als Grund für die Verwendung von Edlem Marmor nennt Christine Neidhart: „Er ist die Grundlage unseres fugenlos aufgebrachten Steinteppichs. In Verbindung mit Polyurethanharz ist der Naturstein-Teppich ein sehr dekorativer Bodenbelag für viele Außenbereiche.“

Mit seinen 17 Beschäftigten hat Bautenschutz Melcher in den letzten fünf Jahren stets steigende Umsätze erzielt, teils sogar im zweistelligen Prozentbereich. „Der Großteil unserer Aufträge kommt aus Österreich“, berichtet Neidhart. Neben der klassischen Bodenbeschichtung für Lager und Produktionsstätten seien jetzt auch immer mehr Böden in Beton-Optik gefragt.

Die derzeit noch in Klein-Pöchlarn und Brunn am Gebirge gemieteten Räumlichkeiten werden aufgelassen und die beiden Firmensitze am neuen Standort in Mödling zusammengefasst. „Nach erfolgter Übersiedlung ist auch eine Vergrößerung unseres derzeitigen Teams geplant“, sagt die Geschäftsfrau mit Blick in die Zukunft. (km)

http://www.bautenschutz-melcher.at



24.07.2020
Unternehmerin in Bad Vöslau verzeichnet Run auf Marmeladen und Sugo

Mit der „Voeslauermanufaktur“ hat die Start-up-Unternehmerin Isabella Schnabel in Bad Vöslau, Bezirk Baden, ihr Hobby zum Beruf gemacht. Unter dem Motto „Genuss statt Masse“ produziert sie aus regionalen Zutaten Marmeladen, Fruchtsirupe, Torten und Feinkost im Glas. Wie sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilte, wird ihr Angebot mit entsprechender Nachfrage sehr gut angenommen.

„Marmeladen, Letscho, Pesto und Sugo habe ich schon immer privat gekocht und den Überschuss an Freunde und Bekannte weitergegeben“, sagt sie. Ein Besuch des Vöslauer Wochenmarktes habe in ihr die Idee gezündet, daraus ein Unternehmen aufzubauen. Stolz sei sie auf die Chance zu zeigen, was sie könne. Das motiviere sie sehr.

Aus Zutaten aus der Region, „sofern das möglich ist“, und ohne Konservierungsstoffe erzeugt sie als „Feinkost im Glas“ Marmeladen, Antipasti, Ketchups, Sugo, Chutneys und essfertiges Gemüse. Dazu noch Sirupe und Liköre, Gewürzmischungen sowie süße Cremen und die Vöslauer Zartbitter-Schokoladentorte, die ohne Mehl auskommt. Marmeladen sind ab fünf Euro und Ketchups ab 6,50 Euro erhältlich. Schnabel erweitert ständig das Sortiment und ist gerade im Begriff, eine vegane Schiene aufzubauen.

Die Produkte sind sowohl über den eigenen Online-Shop als auch auf den Wochenmärkten in Bad Vöslau, Alland und Pfaffstätten erhältlich. Mit der Corona Krise ortet Schnabel eine verstärkte Nachfrage im Online-Shop und nach den Lockerungen auch auf den Wochenmärkten. (hm)

http://www.voeslauermanufaktur.at