NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1606 vom 25.09.2020

25.09.2020
NÖ will die Champions League der Top-Kulinarik-Regionen gewinnen

Drei zentrale Ziele will das Land Niederösterreich bis zum Jahr 2025 mit seiner neuen Tourismusstrategie erreichen: einen Anstieg der Zahl der Nächtigungen um zehn Prozent auf rund 8,4 Millionen, einen Wertschöpfungszuwachs im Ausflugstourismus von derzeit 1,4 Milliarden Euro um eine halbe Milliarde auf 1,9 Milliarden Euro sowie die Positionierung Niederösterreichs als Raddestination Nummer 1 im Herzen Europas.

Möglich machen soll das ein Bündel von Maßnahmen, die das touristische Angebot in Niederösterreich „qualitätsvoll, aber nicht abgehoben weiterentwickeln“, stellte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Präsentation fest. Eine zentrale Rolle in der Umsetzung der neuen Strategie werde der stärkeren Vernetzung aller Tourismusakteure mit den Partner-Branchen Verkehr, Land- und Weinwirtschaft sowie Kulturwesen zukommen. „Mit den vier Leitlinien Qualität, Nachhaltigkeit, Regionalität und Authentizität wollen wir die touristische Wertschöpfung steigern, damit neue Arbeitsplätze schaffen und die bestehenden absichern“, erklärte Mikl-Leitner.

„In Niederösterreich ist Tourismuspolitik ein wesentlicher Bestandteil der Regionalpolitik“, betonte Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger. Mit der neuen Tourismusstrategie wolle das Land seine Stärken in Sachen Wein und regionale Kulinarik, wo man bereits in der obersten Liga mitspiele, noch besser vermarkten. Als erfolgreiches Best-Practice-Beispiel dafür nannte er das Programm „Kultur beim Winzer“, das eine Kooperation von der NÖ Werbung sowie der Land- und Kulturwirtschaft sei. „Wir wollen die Champions League der Top-Wein- und Kulinarik-Regionen für uns entscheiden“, kündigte Danninger selbstbewusst an.

Wie eine Marktforschungsstudie ergibt, hat Niederösterreich seine größten Stärken in den vier Kompetenzfeldern „Natur und Bewegungsräume“, „Regionale Kultur und Wein“, „Kunst- und Kulturerlebnis“ sowie „Gesundheitsexpertise“. „Diese Kernkompetenzen wollen wir weiterentwickeln, indem wir sie auf neuartige Weise miteinander kombinieren“, sagte der Geschäftsführer der NÖ Werbung Michael Duscher. Ziel sei es, das Gesamterlebnis für den Gast in den Mittelpunkt zu stellen. (mm)

http://www.noel.gv.at/Wirtschaft-Arbeit/Wirtschaft-Tourismus-Technologie.html

http://www.niederoesterreich.at



25.09.2020
Rückkehr zum Biedermeier bringt vielen Gärtnern gute Geschäfte

„Im Grunde genommen geht es den meisten unserer Branche gut. Vor allem jenen, die ein breites Sortiment haben, also Gemüsepflanzen, Topfpflanzen und Schnittblumen. Sie alle haben davon profitiert, dass viele Menschen ihr Zuhause aktuell gern verschönern und in Wohnung, Haus und Garten investieren“, erklärt Thomas Kaltenböck, Innungsmeister der NÖ Gärtner und Floristen in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Aber es gibt auch etwa ein Drittel der rund 400 niederösterreichischen Gärtner und Floristen, die sich auf Hochzeiten und Dekos bei Events spezialisiert haben. Diese kämpfen derzeit massiv ums Überleben.“

Das heiße für alle in der Branche, kreativ sein und auch neue Lösungen finden. Kaltenböck erläutert das am Beispiel seines eigenen Betriebes in Gmünd im Waldviertel: „In den letzten Jahren hatte ich ungefähr 70 Prozent meines Umsatzes mit Schnittblumen gemacht und 30 Prozent mit Pflanzen und Gartenartikeln. Heuer ist es genau umgekehrt.“ Kaltenböck hat genügend Lagermöglichkeiten, kann umschichten und auch Neues einkaufen. Diese Möglichkeit fehle gerade jenen, die sich auf Events, Hochzeiten und Dekos für Messen spezialisiert haben. „Wir müssen uns künftig auch breiter im Sortiment aufstellen, denn grundsätzlich ist der Garten gefragt“, betont der Landesinnungsmeister.

Manches Blumengeschäft und insbesondere einige Gärtner hatten in den ersten Wochen nach der Wiederöffnung im Mai und Juni ein gewaltiges Umsatzplus. Einige in der Branche sprechen sogar von einer Verdreifachung. Aber in den Wochen davor hat es gar keinen Umsatz gegeben. „Da es für die gesamte Branche noch keine Zahlen gibt und viele Schwankungen erfolgten, kann ich nur meinen Betrieb hernehmen“, so Kaltenböck. „Aktuell haben wir ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr.“

Besonders für die Adventzeit gibt er sich optimistisch. „Viele Menschen haben noch Geld übrig, das sie für einen Urlaub eingeplant hatten, der heuer wahrscheinlich nicht stattfinden wird“, sagt er. Einiges davon werde daher wieder in die Verschönung des unmittelbaren Zuhauses investiert werden. „Wir sind fast wie im Biedermeier - der Rückzug ist da und schöne Blumen und der Garten gehören dazu.“

„Unternehmer haben jetzt an Wert gewonnen“, so Kaltenböck, der aber dann doch resignierend meint: „Wir haben zu wenig Lehrlinge. Wir brauchen junge kreative Menschen, die eine aktuell zumeist tatsächlich florierende Branche mitgestalten wollen.“ (jm)

http://wko.at/noe/gaertner-floristen



25.09.2020
Jungbunzlauer schraubt den Umsatz auf eine neue Rekordmarke

Die Jungbunzlauer Austria AG – mit rund 450 Beschäftigten einer der größten Industriebetriebe und Arbeitgeber im Weinviertel – hat im Geschäftsjahr 2019 Rekordzahlen eingefahren. Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst der vor kurzem veröffentlichten Firmenbilanz entnimmt, hat das Biotechnologie-Unternehmen, das seinen Produktionsstandort in Pernhofen bei Laa/Thaya im Bezirk Mistelbach betreibt, im Vorjahr einen Umsatz von 456,2 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 110,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist ein Anstieg des Umsatzes um 5,9 Millionen Euro oder 1,3 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern ist um 9,3 Millionen Euro oder 9,1 Prozent gewachsen.

Die Jungbunzlauer Austria AG ist der weltgrößte Hersteller von Zitronensäure. Im Werk Pernhofen sowie an drei weiteren Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich und Kanada verarbeitet Jungbunzlauer pro Tag rund 4.000 Tonnen Körnermais zu Stärke und erzeugt daraus Zitronensäure, die in vielen Lebensmitteln und Getränken als Säuerungs- und Konservierungsmittel Verwendung findet. Als Natriumcitrat wird die Zitronensäure auch von Waschmittelherstellern sowie von der pharmazeutischen Industrie und in technischen Produkten eingesetzt.

Das bei der Säureherstellung als Nebenprodukt anfallende Xanthan kommt als Verdickungsmittel in Lebensmitteln und Körperpflegeartikeln zum Einsatz. So sorgt Xanthan als Stabilisator u.a. für die richtige Konsistenz von Ketchup oder Zahnpasta. Um die steigende Nachfrage der Kunden aus dem Lebensmittel- und Industriesektor nach dem Verdickungs- und Geliermittel befriedigen zu können, hat Jungbunzlauer im ersten Quartal 2020 in Pernhofen eine neue moderne Produktionsanlage zur Herstellung von Xanthan in Betrieb genommen. Damit werden auch der Energie- und Wasserverbrauch sowie die Abfallströme erheblich gesenkt. Seit 2008 hat das Biotechnologie-Unternehmen am Werksstandort Pernhofen 550 Millionen Euro investiert.

Über ein weltweites Vertriebsnetz exportiert Jungbunzlauer seine Produkte in rund 130 Länder der Welt. Der Exportanteil liegt bei 95 Prozent. Der Industriebetrieb, der weltweit 1.050 Mitarbeiter beschäftigt, ist eine Tochtergesellschaft der vom Kahane-Konzern kontrollierten Jungbunzlauer Suisse AG mit Sitz in Basel in der Schweiz. (mm)

http://www.jungbunzlauer.com/de



25.09.2020
Großmärkte dominieren den Lebensmittelhandel in Niederösterreich

Steigende Umsatzerlöse hat der Lebensmitteleinzelhandel 2019 in Niederösterreich und im Nordburgenland erzielen können. Im Vorjahr gab es in der Ostregion ohne Wien 1.295 Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte, die einen Gesamtumsatz von rund 4,78 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Das ist ein Umsatzzuwachs um 3,2 Prozent gegenüber 2018, wie das Handelsforschungsinstitut Nielsen dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilt. Die Zahl der Verkaufsstellen ist um 17 oder 1,3 Prozent auf 1.295 gestiegen.

Deutlich besser als der Durchschnitt aller Vertriebstypen haben in der Lebensmittelhandelsbilanz 2019 die Verbrauchermärkte abgeschnitten. Das sind Geschäfte mit mehr als 1.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, wie z.B. die Merkur- oder Interspar-Filialen. In Niederösterreich und dem Nordburgenland erreichten die 95 Lebensmittelgroßmärkte einen Gesamtumsatz von mehr als 1,21 Milliarden Euro. Gegenüber 2018 war das ein Anstieg um 64 Millionen Euro oder 5,6 Prozent.

Auch die Supermärkte - Geschäfte mit Verkaufsflächen zwischen 400 und 1.000 Quadratmetern - haben im vergangenen Jahr in der Ostregion ohne Wien überdurchschnittlich zugelegt. Im Untersuchungsgebiet erzielten die 591 Supermärkte ein Umsatzplus um 72 Millionen Euro oder 3,6 Prozent auf knapp über 2,05 Milliarden Euro.

Ebenfalls noch zu den Gewinnern - wenngleich schon gebremst - zählten im vergangenen Jahr die beiden Diskonter Hofer und Lidl, die von Nielsen in einer eigenen Kategorie ausgewiesen werden. Die zusammengerechnet 172 Hofer- und Lidl-Filialen in Niederösterreich und dem Nordburgenland kamen 2019 nach Schätzungen des Handelsforschungsinstituts auf einen kumulierten Umsatz von fast 1,2 Milliarden Euro. Das war ein Wachstum um 32 Millionen Euro oder 2,8 Prozent gegenüber 2018.

Anlass zur Sorge gibt weiterhin die wirtschaftliche Situation der kleinen Lebensmittelgeschäfte mit Verkaufsflächen unter 400 Quadratmetern, wozu auch die Greißler zählen. In Niederösterreich und dem Nordburgenland gab es 2019 noch 437 Verkaufsstellen dieses Geschäftstyps. Ihre kumulierten Umsätze sind im Vorjahr erneut um 19 Millionen Euro oder 5,5 Prozent auf nur noch 326 Millionen Euro zurückgegangen. (mm)

http://at.nielsen.com



25.09.2020
Waldviertler WEB Windenergie bastelt an neuem Ă–ko-Strommix

Auch heuer drehen sich die Rotorblätter der Waldviertler WEB Windenergie AG wieder erfolgreich schnell. Bis Ende August hat das Pionierunternehmen auf dem Sektor der erneuerbaren Energie 862 Gigawattstunden (Gwh) Öko-Strom aus seinen Windkraftanlagen im In- und Ausland produziert, wozu die größten Zuwächse aus Frankreich gekommen sind. Das teilte WEB-Vorstandsvorsitzender Frank Dumeiner bei der ersten virtuellen Hauptversammlung der AG mit, die die Finanzzeitung „Börsen-Kurier“ mitverfolgt hat.

In Zukunft will der Öko-Stromproduzent, der Elektrizität aus Wind- und Wasserkraft sowie aus Photovoltaik erzeugt, verstärkt auf die Solarenergie setzen. Als Ziel gelte ein Mix aus 80 Prozent Windkraft und 20 Prozent Sonnenergie, kündigte Dumeier an. In der Pipeline habe man Entwicklungsprojekte in der Größenordnung von mehr als 1.500 Megawatt.

Die WEB Windenergie AG ist Österreichs ältestes Windkraftunternehmen. Der Betrieb mit Sitz in Pfaffenschlag bei Waidhofen/Thaya betreibt mit rund 150 Beschäftigten 273 Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 505 Megawatt in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Tschechien, Kanada und den USA. Die Öko-Anlagen decken den Strombedarf von knapp 350.000 Haushalten. An der WEB Windenergie AG sind 6.100 Investoren beteiligt, davon 4.100 Aktionäre. Der überwiegende Teil der nicht börsennotierenden Aktien ist in österreichischem Besitz. (mm)

http://www.web.energy



25.09.2020
SP-NÖ will längere Öffnungszeiten der Kindergärten und eine Voll-Uni in NÖ

Vieles konnte schon abgehakt werden, aber „wir stehen wegen des Corona-Virus insbesondere im Gesundheits- und Sozialbereich vor großen Herausforderungen, die uns noch längere Zeit beschäftigen werden.“ SP-Landeschef und Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl und Landesrätin Ulrike Königshofer Ludwig betonten im Zuge ihrer Halbzeit-Bilanz zur Regierungs-Periode, dass man beim Arbeitsübereinkommen mit der VP „gut im Zeitplan“ liege und die Form der Zusammenarbeit „auf der persönlichen Ebene sehr gut“ funktioniere. „Ich würde mir allerdings manchmal mehr Diskussion wünschen“, so Schnabl.

Eines seiner zentralen Anliegen, nämlich „leistbares Wohnen in Niederösterreich,“ mache gute Fortschritte. Neuerungen in der Bauordnung sollen für Vereinfachung und weniger Preisauftrieb sorgen. In der Raumordnung will man vermehrt Grünland sichern sowie den Rückbau nicht mehr gebrauchter Immobilien forcieren.

Vor dem Corona-Hintergrund fordert Schnabl für die Gemeinden mehr Geld. Sie seien Österreichs größter Arbeit- und Auftraggeber. Allein in Niederösterreich seien 189.000 Arbeitnehmer bei den Gemeinden beschäftigt, die mit Aufträgen im Wert von 2 Milliarden Euro wichtige Partner der Wirtschaft seien. „Allerdings sind unsere Gemeinden jetzt mit einem Minus bei den Ertragsanteilen im Ausmaß von 170 Millionen Euro und einem Minus von 20% bei den Kommunalsteuern selber gehörig unter Druck geraten“, sagt Schnabl.

Einen „offenen Punkt“ nennt er das Demokratiepaket: „Der nicht-amtliche Stimmzettel in Niederösterreich ist ein Anachronismus, den es sonst nirgendwo in der EU gibt.“ In der Bildungspolitik setzen Schnabl und die SP-NÖ ganz unten und ganz oben an. Die Kinderbetreuung sei zu verbessern, die Schließtage in den Kindergärten sollen reduziert und die Öffnungszeiten – kostenfrei – bis 18 Uhr verlängert werden. Auf der Bildungs-Skala ganz oben steht der Wunsch nach einer „Voll-Uni für Niederösterreich in St. Pölten“.

Und weil der Arbeitsmarkt wohl noch längere Zeit das Hauptthema bleiben wird, schlägt die SP vor, zur Erhaltung wichtiger Betriebe bzw. zur Überbrückung von Problemen, die durch das Corona-Virus ausgelöst wurden, eine eigene Gesellschaft zu gründen, die eine strategische Beteiligungen des Landes möglich macht.

Sozial-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig stellte in ihrer Ressort-Bilanz fest, dass die Pflege und das Rettungswesen deutlich gestärkt werden konnten. Für die Rettungsdienste wurde der Beitrag des Landes von 2,6 auf 7,3 Millionen Euro aufgestockt. „Nicht erreicht haben wir den sogenannten Pflegeschlüssel, der eine bessere personelle Ausstattung der Pflege-Einrichtungen bringen soll“, räumt sie ein.

Ein offenes Anliegen ist Königsberger-Ludwig ihre Forderung nach einem „Pakt für Kinder“. Er soll mehr Maßnahmen gegen Kinder-Armut ermöglichen. Derzeit seien rund 35.000 Kinder in Niederösterreich von Armut betroffen. „Für sie fordern wir ein Grundsicherungs-Programm“, sagt sie. (rz)

http://noe.spoe.at



25.09.2020
Pleitegeier wird 2021 in Niederösterreich kräftig nach Beute schnappen

Angesichts der nach wie vor rückläufigen Insolvenzzahlen in Österreich und auch in Niederösterreich fordert der Kreditschutzverband (KSV)1870 ein Ende der Corona-Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe nach dem reinen Gießkannen-Prinzip. Denn der Schuss gehe jetzt nach hinten los. „Anstatt betroffenen Firmen, die eine Zukunft vor sich haben, zu helfen, werden kranke Unternehmen künstlich am Leben gehalten und ziehen damit tragischerweise auch noch gesunde Firmen mit ins Verderben. Durch ein Ende der Gießkannen-Maßnahmen könnte jetzt noch Schlimmeres verhindert werden“, meint der KSV1870.

In Niederösterreich ist die Zahl der Firmenpleiten in den ersten drei Quartalen 2020 um mehr als ein Viertel auf 492 Insolvenzen zurückgegangen. Folglich, so die Prognose des KSV1870, werde es durch die anhaltende Verschleppung erst 2021 zu einem massiven Anfall von Insolvenzen kommen. Dabei müssten die Gläubiger in vielen Fällen mit einer Null-Quote rechnen.

Der KSV1870 appelliert deshalb an alle Unternehmer und Unternehmerinnen, deren Firmen aktuell in Schieflage geraten seien, sich frühzeitig für eine Insolvenzanmeldung zu entscheiden: „Damit wird die Chance auf eine Sanierung und somit für einen gesunden Neustart gewahrt. Dieser Schritt ist der aktuell einzige mit einer positiven Aussicht für alle Beteiligten.“ (gübi/mm)

http://www.ksv.at



25.09.2020
Erfindung aus dem Mostviertel rettet Menschen schnell aus dem Wasser

Mit einem neuen System zur Rettung von über Bord gegangenen Personen, dem „POB-NET“, will der Einpersonenunternehmer und Berufsfotograf Hermann Cisar aus Haag, Bezirk Amstetten, die Seefahrt sicherer machen. Wie er dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilte, könne man mit dem POP-NET neben Menschen auch Tiere oder eine Ladung mit wenigen Handgriffen sicher wieder an Bord holen. Diese Innovation ist dem riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2020 Kategorie „Geniale UnternehmerInnen“ eine Nominierung wert gewesen.

Der Name POB-NET ist von „Person over Board“ und „Net“ abgeleitet. „Die Idee kam mir bei einer Segelausbildung an der Nordsee. Denn bis jetzt gab es kein System, mit dem man eine Person liegend aus dem Wasser heben konnte und ohne eine zweite Person zur Rettung ins Wasser lassen zu müssen“, erklärt Cisar.

Das POB-NET wird einfach von Bord aus über die zu rettende Person gestülpt, dann wird das Netz gekippt und mit der Person an Bord gehievt. Das geschieht sehr flott und mindert so eine gefährliche Unterkühlung der zu rettenden Person, und erhöht damit die Chancen, sie wieder lebend an Bord zu bringen. Außerdem hat sich gezeigt, dass damit auch behinderte Personen nach einem Bad in einem See oder im Schwimmbad leichter an Land gebracht werden können.

Ein POB-NET hat eine Tragkraft von 120 Kilo und kostet 390 Euro. Es ist abgestimmt auf Yachten bis 50 Fuß. Wunschanfertigungen für andere Schiffe und Einsätze sind möglich. Produziert wird das Rettungsnetz teilweise in Österreich und ist über den einschlägigen Fachhandel zu beziehen. Die Exportquote beträgt 95 Prozent mit den Schwerpunkten Skandinavien und Kanada. Ein weltweiter Verkauf ist in Planung. Seit heuer im April sind bereits 200 Stück verkauft worden, was zeigt, dass das Produkt sehr gut angenommen wird. (hm)

http://pob-net.com



25.09.2020
Das BIOIGEL-Kisterl aus dem Weinviertel kommt mit dem Lastenfahrrad

Die BIOIGEL KG aus Tresdorf im Weinviertel liefert Bio-Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse aus der Region, immer öfter mit dem Fahrrad aus. „50 Prozent unserer Lieferungen werden bereits mit dem Lastenrad zum Kunden gebracht. Gut für den Verkehr, gut für die Umwelt und schneller in dichter besiedelten Gebieten“, erklärt Geschäftsführer Philip Brandenstein dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Die Auslieferung in Wien erfolgt von einem Zentrallager im 4. Bezirk - in enger Kooperation mit der Firma Heavy Pedals, die Fahrräder und Radfahrer zur Verfügung stellt. „Zuerst haben wir unsere Waren an Kunden innerhalb des Gürtels ausgeliefert, inzwischen sind immer mehr innerstädtische Bezirke dazugekommen. Die Wien-Lieferungen machen bereits 80 Prozent unseres Umsatzes aus“, stellt der Unternehmer mit Freude fest.

Pro Woche stellen die zehn Mitarbeiter der BIOIGEL KG bis zu 600 „Kistln“ mit Bio-Obst, Gemüse, Brot, Gebäck, Säfte etc. in Wien und Teilen des Weinviertels direkt vor die Wohnungstür des Kunden. Besonders gefragt ist die große Obstkiste (um 17,90 Euro), derzeit gefüllt mit Bio-Melone, Weintrauben, Kürbis und Gemüse aus der Region. „Es ist eine bunte Zusammenstellung von saisonalem Obst und Gemüse, zum Kochen oder zum Sofortessen“, empfiehlt der BIOIGEL-Chef.

2014 ist das Unternehmen mit den Schwerpunkten „Bio“ und „Regional“ gegründet worden. Seither kann sich die Geschäftsleitung über jährliche Umsatzsteigerungen um ca. 20 Prozent freuen. Beweis der Beliebtheit der regionalen Bio-Produkte sind die vielen neuen Bauern und Kooperationspartner und heuer der fast dreifache Anstieg der Bestellmenge, was aber großteils auf die Corona-Maßnahmen zurückzuführen ist.

Als weiteren wichtigen Pluspunkt nennt Brandenstein die direkte Auslieferung: „Bei uns ist sichergestellt, dass Obst und Gemüse auf kürzestem Weg vom Bauern zum Kunden kommen. Das sichert nicht nur heimische Arbeitsplätze in Familienbetrieben, sondern trägt auch zu einer erhöhten Importunabhängigkeit bei.“

In Zukunft will Philip Brandenstein den ökologischen Fußabdruck seines Unternehmens noch kleiner machen und das Angebot erweitern: „Das heißt, noch mehr Gebiete mit dem Rad zu beliefern und in Zukunft auf Transporter mit Alternativen zu Verbrennungsmotoren umzusteigen. Außerdem ist geplant, in etwa einem Jahr unser Sortiment auf Molkereiprodukte und Fleisch zu erweitern.“ (km)

http://www.bioigel.at

http://heavypedals.at



25.09.2020
1. Virtuelle Jobmesse sucht die besten Köpfe für das Waldviertel

Gleich zwei Jubiläen begeht diesmal die vom Wirtschaftsforum Waldviertel veranstaltete Waldviertler Jobmesse. Zum einen findet diese Berufsinformationsveranstaltung, die Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen anspricht, heuer schon zum zehnten Mal statt. Zum anderen wird sie – bedingt durch die Corona-Pandemie – erstmals in digitaler Form über die Bühne gehen. Die „1. Virtuelle Waldviertler Jobmesse 2020“ öffnet ihre Pforten im Internet am 1. und 2. Oktober, jeweils um 8.00 Uhr und schließt um 19.00 Uhr.

Heuer werden mehr als 50 Unternehmen aus der Region im virtuellen Messeraum ihre Job-Angebote präsentieren. Informationswege sind Fachvorträge, Videobotschaften sowie eine virtuelle Jobbörse. Jeder Teilnehmer hat die Wahl zwischen der anonymen Live-Chatfunktion oder dem persönlichen Kontakt per Live-Videochat. Um Fragen rasch und kompetent beantworten zu können, werden einige Aussteller live mittels Videochat zugeschaltet.

Da zahlreiche Betriebe des Waldviertels mit Hochdruck qualifizierte Arbeitskräfte suchen, dient die Jobmesse als wertvolle Informationsplattform zu den Themen Arbeitsplatz, Lehrstelle, Berufschancen sowie Aus- und Weiterbildung. Das Wirtschaftsforum Waldviertel besteht aus 180 Mitgliedsbetrieben mit mehr als 9.500 Beschäftigten. (mm)

http://jobmesse.wfwv.at

http://www.wfwv.at

http://www.jobwald.at



25.09.2020
Sternwarte Michelbach erwartet im Oktober Landung von „Mars-Menschen“

Alle 26 Monate überholt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne den weiter außen kreisenden Nachbarplaneten Mars. Heuer im Herbst ist es wieder soweit, dass sich die beiden Himmelskörper besonders nahe kommen. Im Oktober ist der Rote Planet nur mehr rund 62 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und strahlt bei klarer Nacht in markanter oranger Farbe sogar heller als der Gasriese Jupiter.

Das kosmische Ereignis nimmt der Verein „Antares“ der NÖ Amateurastronomen zum Anlass, alle an der Astronomie interessierten Personen nach Michelbach im Wienerwald einzuladen. Dort steht seit 20 Jahren Niederösterreichs größte Volkssternwarte. „Am 23. Oktober bieten wir eine öffentliche Führung an, bei der der Mars im Mittelpunkt stehen wird“, erklärt „Antares“-Vorstand Gerhard Kermer dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Wenn an diesem Tag der Nachthimmel nicht wolkenverhangen ist, werde man durch das starke Teleskop sogar das Eis auf dem Mars-Südpol sehen können. „Außerdem zeigen und erklären wir den Mond mit seinen Kraterketten, die Planeten Jupiter und Saturn sowie die Herbststernbilder Perseus, Pegasus, Cassiopeia und Andromeda mit ihrer Galaxie“, fügt Kermer hinzu.

Das in den letzten Jahren gewachsene Interesse am Wissenschaftszweig Astronomie spürt man auch in Michelbach, hat doch die in 640 Meter Seehöhe gelegene Sternwarte seit der Eröffnung im Oktober 2000 schon mehr als 40.000 Personen angezogen. „Bei der totalen Mondfinsternis im Sommer 2018 hatten wir an einem Abend schon einmal 400 Gäste“, berichtet Kermer.

Um den Besuchern noch mehr Weltraum-Stimmung vermitteln zu können, baut „Antares“ die Volkssternwarte aus. Zurzeit werden auf dem vereinseigenen Gelände weitere Kleinobservatorien und Teleskopaufstellplätze sowie eine Umfassungsmauer mit Ringwasserleitung und Blitzschutz errichtet. Das Vorhaben wird vom Land Niederösterreich und vom Verein Elsbeerreich finanziell unterstützt. „Wir wollen die erweiterte Anlage 2021 eröffnen“, kündigt Kermer an.

Spielt das Wetter in den nächsten Tagen und Wochen mit, wird der orange-strahlende Mars sehr viele Hobbyastronomen nach Michelbach locken. Denn die Volkssternwarte ist bequem mit dem Auto erreichbar, und obendrein sind die vom Verein „Antares“ angebotenen Führungen kostengünstig. Die Eintrittsgelder werden ausschließlich zum Erhalt der Sternwarte und für den Ankauf neuer Ausstattung verwendet. (mm)

http://www.noe-sternwarte.at