NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1609 vom 16.10.2020

16.10.2020
Konjunkturbarometer dokumentiert den Kampf unserer Industrieunternehmen

„In den kommenden Wochen gilt es, sehr umsichtig miteinander umzugehen, um möglichst viele Ansteckungen und einen neuerlichen Lockdown zu verhindern“. Diese Schlussfolgerung zieht der Präsident der NÖ Industriellenvereinigung Thomas Salzer aus dem jüngsten Konjunkturbarometer, das sich seit dem zweiten Quartal zwar von -14,6 auf -6,0 deutlich verbessert habe, aber nach wie vor im negativen Bereich liege. Das hat zur Folge, dass unter den niederösterreichischen Industriebetrieben bei der Einschätzung ihrer Geschäftsentwicklung die Skepsis überwiegt.

Die Detailergebnisse der Konjunkturumfrage zeigen, dass die Unternehmen in den nächsten Monaten beim Personalstand werden Anpassungen vornehmen müssen, da die Krise länger als ursprünglich erwartet andauern könnte. Während 58 Prozent der Betriebe von einem gleich bleibenden Beschäftigtenstand ausgehen, rechnen 42 Prozent mit einem geringeren in den nächsten drei Monaten.

Lob spendete Thomas Salzer den Kurzarbeitsbeihilfen, mit denen man einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert habe. Trotzdem dürfe diese Art von Kurzarbeit keine Dauer-Einrichtung werden. Wichtiger hingegen wäre es, die Investitionsprämie für Investitionen auszudehnen, die Wachstum generieren und neue Arbeitsplätze schaffen.

Was bei einzelnen Zahlen des Konjunkturbarometers auffällt ist, dass die Gegenwart optimistischer gesehen wird als die nächsten drei bis sechs Monate. Demnach hat sich die aktuelle Geschäftslage klar verbessert. 40 Prozent der befragten Unternehmern bewerten diese als gut, 32 Prozent als durchschnittlich, zusammen 72 Punkte, und 28 Prozent als schlecht. Damit stieg der Bewertungssaldo von -3 auf +12 Prozentpunkte.

Die Prognosen für den Winter fallen laut Umfrage eher pessimistisch aus. Die Bewertung der Produktionstätigkeit in drei Monaten ist seit dem zweiten Quartal von -12 auf -31 Prozentpunkte gesunken. 36 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Produktionstätigkeit weiterhin als schlecht, sechs Prozent gehen von einer Verbesserung in den nächsten drei Monaten aus. 37 Prozent rechnen mit einer geringeren Produktionskapazität, acht Prozent mit einer Steigerung. Der Bewertungssaldo fiel von -12 auf -20 Prozentpunkte.

Gestiegen ist das Barometer von +2 auf +16 Punkte beim aktuellen Auftragsstand. „Derzeit leben die Unternehmen vor allem von Inlandsaufträgen, während die Exportmärkte nach wie vor schwächer und die Fernmärkte noch immer nur schwer erreichbar sind“, so Salzer. „In den Fernmärkten“, sagt er, „fehlen unseren Betrieben neben Neuaufträgen auch Folge- und Montageaufträge. Dazu kommt eine hohe Planungsunsicherheit, wenn große Projekte, die bereits zugesagt wurden, auf Grund der Covid-Situation doch nicht umgesetzt oder aufgeschoben werden oder Pönale-Zahlungen drohen, da Projekte durch Reisebeschränkungen nicht fristgerecht realisiert werden.“

Gering gebessert hat sich die derzeitige Ertragssituation mit einem Anstieg von -24 Prozentpunkten auf -10 Prozentpunkte. Kritischer ist aber der Ausblick in die nahe Zukunft. 33 Prozent der befragten Betriebe gehen von einer schlechteren Ertragslage aus und nur 24 Prozent von einer steigenden. (mĂĽ)

http://www.niederoesterreich.iv.at



16.10.2020
„Haus der Digitalisierung“ gehört zu den fünf besten Projekten in Europa

Mit ihren RegioStars-Preisen zeichnet die Europäische Kommission jedes Jahr die innovativsten regionalen Projekte in Europa aus. Verliehen werden die RegioStars Awards an solche EU-finanzierte Konzepte, die neue Ansätze in der regionalen Entwicklung hervorbringen und ihre Exzellenz unter Beweis stellen. In der Kategorie „Industrieller Wandel für ein intelligentes Europa“ – eine von fünf Wertungen – hat es heuer das „Haus der Digitalisierung“ aus Niederösterreich in die Endausscheidung geschafft. Aus mehr als 200 eingereichten Projekten wurde dieses Programm schließlich unter die Top-Fünf gereiht.

„Die Nominierung zum RegioStars Award ist eine Bestätigung unseres eingeschlagenen Weges und stärkt unser Digitalisierungsnetzwerk in Europa“, stellt Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Freude fest. Mit dem Leuchtturmprojekt „Haus der Digitalisierung“ wolle man den durch den Technologiewandel ausgelösten Veränderungsprozess für die Bevölkerung erlebbar machen sowie die Unternehmen auf ihrem Weg der digitalen Transformation bestmöglich begleiten. „In der Digitalisierung sehen wir eine große Chance, um Niederösterreich in Zukunft als innovativen Wirtschaftsstandort in Europa zu positionieren“, streicht Mikl-Leitner hervor.

Das „Haus der Digitalisierung“ ist eine Initiative des Landes Niederösterreich, die im Zuge der Erstellung der NÖ Digitalisierungsstrategie 2017 entstanden ist. In einem ersten Schritt wurden sogenannten digitale Knotenpunkte in St. Pölten, Krems, Wieselburg, Tulln, Klosterneuburg und Wiener Neustadt entwickelt, die sowohl untereinander, als auch mit bestehenden Netzwerken eng verbunden sind. Personen aus Wirtschaft und Verwaltung sowie Forschung und Lehre werden in einem institutionenübergreifenden und niederösterreichweit-umfassenden Kompetenznetzwerk gebündelt. Internationale Anbindungen dieser Knoten sorgen dafür, dass relevante Entwicklungen rechtzeitig erkannt werden.

In einem zweiten Schritt wurde gemeinsam mit niederösterreichischen Partnerinnen und Partnern das „Virtuelle Haus“ der Digitalisierung realisiert. Auf dem Internet-Portal http://www.virtuelleshaus.at werden zahlreiche Services zum Thema Digitalisierung angeboten. Darüber hinaus geht es u.a. um die Fragen, wie man Datensicherheit gewährleisten kann und auf welche Art digitale Plattformen und Interdisziplinarität neue Wege der Kreativität eröffnen.

Im dritten und finalen Schritt wird zurzeit in Tulln das reale „Haus der Digitalisierung“ verwirklicht. Mit einem Investitionsvolumen von 33,5 Millionen Euro entsteht auf dem Gelände des Campus Tulln auf rund 4.200 Quadratmetern Fläche ein moderner Neubau, der unter seinem Dach Büros für Mieter, Räume für Start-ups und Gründer, einen Showroom, einen Infopoint, eine Außenstelle der Fachhochschule Wiener Neustadt sowie Gastronomieeinrichtungen vereint. Die Fertigstellung des „Hauses der Digitalisierung“ ist für das zweite Quartal 2023 vorgesehen. (mm)

http://www.ecoplus.at/interessiert-an/haus-der-digitalisierung

http://www.virtuelleshaus.at

http://ec.europa.eu/regional_policy/de/regio-stars-awards

http://www.eu-foerdermittel.eu/regiostars-awards-2020



16.10.2020
Bezirk Lilienfeld braucht bessere Jobs fĂĽr Frauen und bessere StraĂźen

Gezielte Maßnahmen gegen den Bevölkerungsschwund sowie eine Infrastrukturoffensive beim Ausbau des Straßenverkehrsnetzes stehen im Arbeitsprogramm von Markus Leopold, dem neuen Obmann der Bezirksstelle Lilienfeld der NÖ Wirtschaftskammer, ganz oben. „Lilienfeld ist ein Abwanderungsbezirk“, stellt er im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst fest. „Es sind vor allem die jungen Frauen, die unsere Region verlassen und hier spürbar fehlen“, fügt er hinzu.

Wer einmal zu Ausbildungszwecken nach St. Pölten oder Wien gezogen sei, „kommt oft nicht mehr zurück. Für Frauen, die eine Fachhochschule oder Uni abgeschlossen haben, gibt es im Bezirk Lilienfeld zu wenige passende Job-Angebote“, sagt Leopold. Dabei seien im Traisen- und Gölsental viele industrielle Leitbetriebe angesiedelt, die ihre Beschäftigten sehr gut bezahlen.

Apropos Leitbetriebe. Diese würden besonders unter der mangelhaften Verkehrsinfrastruktur im Bezirk leiden, kritisiert der Sprecher der Lilienfelder Wirtschaftstreibenden. Die wichtigste regionale Straßenverbindung, die von St. Pölten über Wilhelmsburg und Traisen Richtung Süden führende B20, ist zu Spitzenzeiten dermaßen überlastet, dass der Verkehr oft nur im Schneckentempo vorankommt und Staus in den Ortsdurchfahrten auf der Tagesordnung stehen. Den Unternehmen erwachsen aus dem Zeitverlust beträchtliche Kosten.

„Zur Entlastung und schnelleren Erreichbarkeit brauchen die Firmen daher die geplante Traisental-Schnellstraße S34 unbedingt“, unterstreicht Markus Leopold. Aber auch deren Verlängerung bis Traisen, die projektierte Traisental Straße B334, sei „händeringend erwünscht.“ Denn für die gesamte Wirtschaft des oberen Traisentals ist eine bessere Anbindung an den NÖ Zentralraum essentiell. Dort sichern nämlich namhafte Unternehmen Hunderte Arbeitsplätze, wie in Traisen der Stahlproduzent voestalpine, der Rohrleitungshersteller Georg Fischer Fittings und das Schwertransportunternehmen Trost, der Aluminium-Dacherzeuger Prefa in Marktl, die Rohrsysteme-Firma Isoplus in Hohenberg, das Stahlseilwerk Teufelberger und die Roth-Technik in St. Aegyd am Neuwalde. (mm)

http://wko.at/noe/lilienfeld



16.10.2020
Epidemie-Maßnahmen wirken sich immer stärker auf die Unternehmen aus

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der von der Politik gesetzten Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie greifen unter Österreichs Betrieben immer weiter um sich. Wie der Austrian Business Check des Kreditschutzverbandes (KSV)1870 unter 1.200 befragten Unternehmen vom August 2020 zeigt, hätten neun von zehn Firmen mit den Folgen zu kämpfen. Mehr als 40 Prozent davon seien sehr stark beziehungsweise eher stark betroffen.

Zudem hat sich offenbar auch die Geschäftslage der Firmen eingetrübt. Während vor der Krise noch zwei Drittel von einer positiven Situation gesprochen hätten, seien es aktuell nur noch 44 Prozent, die die eigene Lage mit „sehr gut bzw. gut“ bewerten. Gleichzeitig seien die Einschätzungen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ von sechs Prozent auf 21 Prozent gestiegen.

„Die Corona-Krise hat wenig überraschend massive wirtschaftliche Auswirkungen für die Unternehmen gebracht. Wir sprechen aktuell von einer deutlich verschlechterten Geschäftslage. Sie ist zum einen den teils gravierenden Einschränkungen geschuldet und andererseits auch eine Folge der ungewissen Zukunftsperspektive“, so Ricardo-José Vybiral, Vorstand der KSV1870 Holding AG. Dabei falle insbesondere auf, je kleiner das Unternehmen, desto größer ist auch die finanzielle Betroffenheit.

Lediglich bei der Zahlungsmoral sei die Krise noch nicht in den Firmen angekommen. Österreichweit begleichen 23 Prozent (2019: 16%) ihre offenen Rechnungen zu spät. Dieses Minus gehe vor allem auf das Konto der Bundesbehörden, die vielerorts Förderungsgelder spät auszahlen. Für 2021 würden die Unternehmer noch ein deutlich düsteres Bild erwarten und damit eine gravierende Verschlechterung des heimischen Zahlungsverhaltens. (gübi/mm)

http://www.ksv.at



16.10.2020
20 MĂĽllautos aus Stockerau halten Kubas Metropole Havanna sauber

Österreichs größter Hersteller von Kommunalfahrzeugaufbauten, die Maschinen-Umwelttechnik-Transportanlagen GmbH (M-U-T) aus Stockerau, zeigt mit seinen Produkten auch in Übersee Flagge. Ab sofort sind auf den Straßen der kubanischen Hauptstadt Havanna 20 Müllautos unterwegs, die aus der M-U-T-Fertigung in der Lenaustadt stammen. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um ausrangierte, aber funktionstüchtige Müllwagen aus dem Fuhrpark der Wiener Magistratsabteilung MA48. Die markant-orangefarbenen Müllautos erhalten die Kubaner kostenlos, bezahlt werden musste lediglich die Schiffspassage von Europa auf die Karibik-Insel.

Schon seit 2003 besteht eine von der Natur-, Kultur- und Landschaftsschutzorganisation Alliance for Nature initiierte Städtepartnerschaft zwischen Wien und Havanna. Weil die kubanische Hauptstadt mit einem veralteten Fuhrpark, zu wenig Ersatzteilen und untauglichen Deponieflächen zu kämpfen hat, erhalten die dortigen Behörden immer wieder Unterstützung von ihren Wiener Arbeitskollegen. Auch für die Stadt Stockerau machen die auf der Zuckerinsel herumkurvenden Müllautos Werbung, bestellt doch die MA48 diese Kommunalfahrzeuge exklusiv bei M-U-T.

Das Leistungsangebot der Firma M-U-T besteht aus der Entwicklung, Planung, Konstruktion, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen in den Bereichen Kommunalfahrzeugtechnik, Abwassertechnik sowie Förder- und Umwelttechnik. Das Spezialunternehmen ist neben Österreich über Niederlassungen auch in Ungarn und China geschäftlich tätig. Bei einem Exportanteil von zwei Dritteln erwirtschaftet M-U-T mit 150 Beschäftigten einen Jahresumsatz von rund 35 Millionen Euro. (mm)

http://www.m-u-t.at



16.10.2020
Gutscheine sollen viele kleine Weihnachtsfeiern beim Wirten möglich machen

Aufgrund der Corona-Pandemie werden heuer im November und Dezember keine großen Firmen-Weihnachtsfeiern stattfinden. Um den Beschäftigten der Unternehmen dennoch eine Freude zu bereiten und gleichzeitig der momentan stark gebeutelten Gastronomieszene in Niederösterreich unter die Arme zu greifen, ruft NÖ Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger zum Kauf von Gutscheinen der NÖ Wirtshauskultur auf: „Die Gutscheine können in allen 220 Mitgliedsbetrieben der NÖ Wirtshauskultur in ganz Niederösterreich eingelöst werden“, informiert er. Damit würden die heimischen Restaurants und Gasthäuser tatkräftig unterstützt und die Wertschöpfung bleibe in der Region.

Die Gutscheine sind 30 Jahre lang gültig. Die Betragshöhe kann der Käufer beliebig wählen. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen sind Sachzuwendungen – wozu die Gutscheine zählen – bis zu einer Grenze von 186 Euro im Jahr von der Lohnsteuer befreit.

Die 1994 gegründete NÖ Wirtshauskultur ist ein Zusammenschluss von gutbürgerlichen Restaurants und Wirtshäusern, die sich vorgenommen haben, den Gästen regionsspezifische und traditionelle Küche in gemütlicher Atmosphäre zu servieren. Mit rund 220 Mitgliedsbetrieben in 200 Ortschaften ist die NÖ Wirtshauskultur die größte Initiative dieser Art in Österreich. (mm)

http://www.wirtshauskultur.at

http://www.niederoesterreich.at



16.10.2020
Lkw-Lawine aus dem Norden und Osten rollt durch Niederösterreich

Auf den Autobahnen und Schnellstraßen in Niederösterreich sind immer mehr schwer beladene Transit-Lkw unterwegs, die Waren aus Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Polen nach Österreich oder weiter in ein anderes Land befördern. Das geht aus einer aktuellen Studie der Statistik Austria über die Entwicklung des nationalen und internationalen Straßengüterverkehrs hervor. Untersucht wurde dabei das Transportaufkommen im grenzüberschreitenden Versand von und nach Österreich.

Seit einigen Jahren wächst vor allem der aus Norden heranrollende Lkw-Verkehr überproportional stark. Wurden 2018 aus Tschechien Güter mit einem Volumen von mehr als 8,3 Millionen Tonnen über die Straße nach Österreich geliefert, waren es im Vorjahr schon fast 8,7 Millionen Tonnen. Das ist ein Anstieg um 353.000 Tonnen oder 4,2 Prozent. Hinter Deutschland mit einem Transportaufkommen von 28,5 Millionen Tonnen ist Tschechien schon das zweitgrößte Versandland für Waren, die mit dem Lkw nach Österreich kommen. Das drittplatzierte Italien kommt auf knapp 8,5 Millionen Tonnen.

Wie der NÖ Wirtschaftspressedienst der Studie entnimmt, wachsen auch die Transportmengen mit dem östlichen Nachbarstaat Ungarn signifikant. Kamen 2018 mit den Lkw rund 6,3 Millionen Tonnen von dort nach Österreich, waren es im Vorjahr schon mehr als 6,5 Millionen Tonnen. Das bedeutet ein Plus von 204.000 Tonnen oder 3,2 Prozent.

Auch die Slowakei und Polen sind wichtige Versandländer über die Straße. Wie die Statistik Austria meldet, haben Güterkraftfahrzeuge 2019 aus der Slowakei Waren mit einer Gesamtmenge von fast 2,7 Millionen Tonnen nach Österreich geliefert - um 36.000 Tonnen oder 1,4 Prozent mehr als 2018. Und aus Polen rollten im Vorjahr knapp 2,1 Millionen Lkw-Tonnen in unser Land. Das waren um 45.000 Tonnen oder 2,2 Prozent mehr als 2018. (mm)

http://www.statistik.at



16.10.2020
Luftreiniger aus Wolkersdorf machen Corona- und Grippeviren den Garaus

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie mischen Unternehmen aus den verschiedensten Wirtschaftszweigen mit. In Wolkersdorf im Weinviertel hat sich die IPAC GmbH auf den Vertrieb von mehrstufigen Luftreinigungssystemen spezialisiert. „Diese Geräte halten mit nahezu hundertprozentiger Garantie alle Bakterien und Viren ab, darunter auch Influenza- und Corona-Viren“, erklärt Geschäftsführer Christian Höferl dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Die neuen Luftreiniger, die die deutsche ETS Products Group erzeugt und die IPAC mit zehn Beschäftigten als Generalimporteur in Österreich vertreibt, seien weit mehr als bloße Filter. Unter Einsatz von UV-Strahlung „werden alle Viren und Bakterien abgetötet, was die Luft vollständig reinigt. So lässt sich die Ansteckungsgefahr erheblich reduzieren“, sagt Höferl. Darüber hinaus eliminieren die ETS Luftreiniger aus der Raumluft auch alle Pollen, Gase, Gerüche, Aerosole und sonstige Schadstoffe.

Einsatzfelder für die High-Tech-Geräte sieht der IPAC-Chef überall dort, wo die Qualität der Raumluft sichergestellt werden soll, insbesondere aber in Zeiten der Corona-Pandemie „in Alten- und Pflegeheimen, wo sich Risikogruppen aufhalten. Auch in privaten Haushalten, in denen ältere Personen mit Vorerkrankungen leben, sehen wir ein großes Marktpotenzial“, meint Höferl.

In Österreich sind die ETS Luftreiniger erst seit rund zwei Wochen erhältlich. Geschuldet sei das u.a. dem zeitaufwändigen Zulassungsverfahren gewesen. „Mit der SGS sind wir bewusst zur härtesten Zertifizierungsstelle gegangen“, informiert der IPAC-Geschäftsführer. Die SGS mit Sitz in Genf ist ein internationaler Warenprüfkonzern für Tests, Inspektionen, Verifizierungen und Zertifizierungsleistungen. (mm)

http://www.dieluftistrein.at

http://www.ets-products.com

http://www.sgs.com



16.10.2020
Neunkirchner Erfinder revolutioniert den Verbrennungsmotor

Die Motorenwelt will der Erfinder Zoltan Szilvasi aus Neunkirchen mit seiner Brennkraftmaschine ohne Ventile und Nockenwelle revolutionär erneuern. Wie er dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilt, sei er der Erste, dem diese Entwicklung gelungen ist und er darauf auch ein Patent habe. Einsatzbar sei dieser Motor nicht nur in Fahrzeugen, sondern auch in Turbinen und Flugzeugen. Diese Erfindung hat er beim riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2020 in der Kategorie „Geniale Start-Ups“ eingereicht.

Der Diplomingenieur in Maschinenbau und Fahrzeugtechnik ist auch im Motorsport aktiv gewesen. „Hier reiften meine Idee und der Traum, Motoren ohne Ventile und Nockenwelle zu schaffen. Mit der Entwicklung eines Walzenschiebers anstatt einer Nockenwelle ist mir das auch gelungen“, so Szilvasi. Geeignet ist dieser Motor mit Walzenschieber für alle Verbrennungsmotoren, egal ob Otto- oder Dieselmotor. Der Vorteil liegt in den geringeren Produktionskosten, der höheren Motorleistung sowie der Treibstoffeinsparung und damit verbunden der Schonung der Umwelt.

Derzeit arbeitet Szilvasi an einem Hybridmotor, der mit Wasserstoff betrieben wird. Dieser soll in den Fahrzeugen Strom erzeugen und damit einen Beitrag zur Elektromobilität leisten.

„Interessiert an dem Motor ohne Ventile und Nockenwelle sind weltweit Automobilhersteller“, sagt Szilvasi. Leider scheitert ein großer Marktauftritt an einem Prototypen bzw. einer Null-Serie, mit dem man die Vorteile dieses Motors im Gebrauch auch entsprechend messen und präsentieren kann. Kooperationen mit Fachhochschulen und der TU Wien sind schon in Vorbereitung, ebenso der Plan, ein solches Prototyp-Fahrzeug bauen zu lassen. Einzig eine passende Finanzierung für den Bau fehlt noch. Szilvasi hofft, diesbezüglich bald Kooperationspartner zu finden, „um einem österreichischen Erfinderschicksal zu entgehen.“ (hm)

http://www.nullventile.at



16.10.2020
In der Adventzeit will Regionalis die Weihnachtsmärkte digital machen

Ein digitales Marktstandl stellt die Regionalis Onlinemarktplatz GmbH in Gerasdorf, Bezirk Korneuburg, kleinen Herstellern von handgemachten Produkten aus ganz Österreich zur Verfügung. Wie der geschäftsführende Gesellschafter Peter Patak, der diese Plattform mit zwei weiteren Gesellschaftern betreibt, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mitteilt, hat die Corona-Krise einen starken Zulauf von Anbietern und auch Käufern ausgelöst. Zur Adventzeit soll sie auch ein digitaler Weihnachtsmarkt sein, wo man Waren anbieten und auch kaufen kann. Regionalis wurde auch zum riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2020 in der Kategorie „Geniale Start-Ups“ eingereicht.

„Da man derzeit noch nicht genau weiß, wie das mit den Weihnachtsmärkten sein wird, machen wir auf jeden Fall das in digitaler Form. Wir werden Kategorien zusammenstellen und auch unsere Plattform entsprechend dekorieren, um Stimmung zu erzeugen. Leider können wir keine Heißgetränke direkt anbieten, aber wir werden Rezepte angeben und die Möglichkeit, die Zutaten, wie Gewürze, gleich mitzubestellen“, erklärt Patak. Auf die Idee des Marktplatzes ist er über seinen Vater gekommen, der Weihnachtskrippen baut und eine passende Website zur Präsentation suchte. So wurde Regionalis daraus.

Angesprochen werden österreichische Produzenten von Nahrungsmitteln, Bekleidung, Kunstgewerbe sowie Kosmetika, nur Klein- und Kleinstbetriebe und keine Wiederverkäufer. Diese Plattform soll kleinen Produzenten in der Vermarktung ihrer Produkte eine einfache und leistbare Hilfestellung geben. Für die Verkäufer gibt es keine Fixkosten, lediglich bei Verkäufen wird eine Provision von neun Prozent fällig. Der Kunde schließt den Kauf mit dem jeweiligen Verkäufer ab, die Plattform stellt nur die Software und die gemeinsame Vermarktung zur Verfügung.

Derzeit sind auf dieser Plattform 300 Unternehmen, von denen 84 aus Niederösterreich kommen. Angeboten werden 6.500 unterschiedliche Produkte, davon etwa 1.800 aus niederösterreichischer Produktion. Gesucht kann nicht nur nach Produkten sondern auch nach Regionen werden. Wichtig ist Patak auch, die Regionalität zu fördern und zu zeigen, wie vielfältig und kreativ diese kleinen Unternehmen sind. (hm)

http://www.regionalis.shop



16.10.2020
Die Konzentration auf das Wesentliche zeichnet den Waldviertel-Whisky aus

Die Destillerie Rogner aus Rappottenstein im Bezirk Zwettl betreibt seit 23 Jahren einen Betrieb, der Whisky erzeugt. „Schon in den 1990er Jahren wollte ich etwas machen, was unmittelbar auf unserem Grund wächst. Getreide haben wir in Hülle und Fülle, und Destillieren gehört in ländlichen Regionen einfach dazu“, erklärt Geschäftsführer Hermann Rogner dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Was uns auszeichnet, ist die Konzentration auf das Wesentliche - vom Rohstoff bis zum Produkt.“

Mit Whisky hat er eine Ware im Portfolio, die sich ständig steigender Beliebtheit erfreut. „Whisky, insbesondere mit mehrjähriger Fasslagerung, hat in den letzten Jahren in unserer Gegend an Bedeutung gewonnen. Das mag auch damit zu tun haben, dass wir besonders auf alte Getreidesorten aus unserer Region setzen und viele unserer Kunden das Ursprüngliche suchen.“

Rogners Whiskys sind zumindest fünf Jahre alt, manche reifen noch viel länger. Spitzenprodukte werden bis zu 18 Jahre gelagert. Sein beliebtestes und am meisten verkauftes Produkt, von dem ein halber Liter 33 Euro kostet, besteht aus den drei Getreidesorten Roggen, Dinkel und Gerste und wird fünf bis sechs Jahre im Eichenfass gelagert.

Im Hause Rogner gibt es noch einiges mehr. So werden auch Gin und Rum angeboten. Besonders am Herzen liegt Hermann Rogner der Obstbrand. „Obstbrand ist etwas Heimisches“, sagt er. „Hier gilt es anzusetzen und das Besondere dieser regionalen Spezialität hervorzuheben. Ansätze gibt es dazu bereits, denn so mancher Drink wird schon mit Obstbrand gemixt, und vielleicht sind damit die ersten Schritte einer neuen Entwicklung gesetzt. Wir bieten unter anderem den lokalen Kriecherlbrand und den Schlehenbrand an.“

Das heurige Jahr lief - egal ob für Whisky, Obstbrand, Gin oder Brand - bisher nur mittelmäßig, so Rogner. Negativ hat sich ausgewirkt, dass es ihm nicht möglich war, auf Veranstaltungen seine Produkte zu präsentieren. Auf der anderen Seite aber gibt es jede Menge Stammkunden, die ihre Lieblingsprodukte weiterhin in gewohnter Menge bestellen. „Aktuell haben wir 23 verschiedene Produkte im Verkauf. Das ist optimal. Es sollen auf absehbare Zeit weder mehr noch weniger werden“, resümiert Hermann Rogner. (jm)

http://destillerie-rogner.at



16.10.2020
Abschleppdienst Machalek aus Pernersdorf „schleppt“ sogar Ölspuren weg

Seit einigen Wochen besitzt ein Abschleppdienst aus Pernersdorf, Bezirk Hollabrunn, eine eigene Fahrzeugkombination zur Beseitigung von Ölspuren. „Mit dem neuen Gerät und den bekannten Lösungsmitteln können wir zum Beispiel auch Pflasterflächen oder Hauseinfahrten problemlos reinigen“, erklärt Firmenchef Harald Machalek dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Seit einem Jahr ist das Unternehmen mit einem neuen und eigens dafür eingerichteten Fahrzeug in der Lage, an Lkw samt Anhänger oder Autobussen, rund um die Uhr vor Ort, neue Reifen zu montieren. „Dafür haben wir natürlich auch die gängigsten Reifen auf Lager“, berichtet der Unternehmer.

Begonnen hatte die 2005 gegründete Firma mit dem Handel von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen. 2008 kam der Abschleppdienst dazu und rückte immer mehr so stark in den Vordergrund, dass der Handel schließlich aufgelassen wurde. Heute kann Machaleks Abschleppdienst alle Fahrzeuge, vom E-Bike bis zum Lkw oder Autobus abschleppen und bergen. Bei Bedarf übernimmt die Firma sogar Kranarbeiten. Für die Mobilität der Kunden stehen im Bedarfsfall auch drei Mietfahrzeuge bereit.

Zu den Kunden des Pernersdorfer Unternehmens zählen Versicherungen, Autofahrerclubs, Fuhrparks, Transportunternehmen und Private aus der Umgebung. Mit Hilfe eines Mitarbeiters und dem Totaleinsatz des Chefs beläuft sich der jährliche Umsatz auf rund 350.000 Euro. Aufgrund der Corona-Krise allerdings rechnet Machalek heuer mit deutlich weniger Einnahmen. Als Zukunftsprojekt nennt er die Vergrößerung und Übersiedlung seiner Firma in ein nahes Betriebsgebiet. (km)

http://www.machalek.co.at