NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1619 vom 27.12.2020

27.12.2020
Damen-Ski-Weltcup auf dem Semmering hat groĂźen touristischen Werbewert

Auch ohne Zuschauer entlang der Strecke und im Zielstadion haben die Damen-Ski-Weltcuprennen am 28. und 29. Dezember auf dem Semmering für die Region und für das Land Niederösterreich große Bedeutung. Das gilt in zweifacher Hinsicht, denn das Großsportereignis wirkt sowohl als positiver Imageträger als auch als bestimmender Wirtschaftsfaktor. „Der Werbewert, den die Damen-Ski-Weltcuprennen auf dem Semmering bei ihrer letztmaligen Austragung im Jahr 2018 ausgelöst haben, beläuft sich auf mehr als zwei Millionen Euro“, rechnet Niederösterreichs Tourismuslandesrat Jochen Danninger vor.

Nicht hoch genug einzuschätzen ist die Rolle der Fernseh-Übertragungen und des Internets, die die wunderschönen Bilder der Region um den Semmering, die auch UNESCO-Weltkulturerbe ist, weit über die Landesgrenzen hinaus verbreiten werden. Der ORF bringt die Skirennen vom Hirschenkogel mit 21 Kameras, darunter Helm- und Highspeed-Kameras, sowie Kamerakränen auf die Bildschirme. Weil auch der internationale TV-Sender Eurosport dieses Signal übernimmt, erwartet die Sportveranstaltung zu ihrem 25-Jahr-Jubiläum heuer ein Millionenpublikum. (mm)

http://www.wsv-semmering.at

http://www.zauberberg.at



27.12.2020
Rascher Steuerausgleich kann ein feines Extra-Urlaubsgeld bringen

Für bestimmte Sonderausgaben, wie u.a. Kirchenbeiträge, Spenden, freiwillige Weiterversicherung oder den Nachkauf von Versicherungszeiten, hat das Finanzministerium den Steuerzahlern einen automatischen Datenaustausch mit der Behörde eingerichtet. Die Daten fließen nun direkt in den Einkommensteuerbescheid ein. Lösen die übermittelten Beträge eine Gutschrift aus, zahlt die Finanz dem Steuerpflichtigen das Geld zurück.

Von diesem automatischen Steuerausgleich profitiert jedoch nur ein geringer Prozentsatz der Arbeitnehmer. Wer außergewöhnliche Belastungen geltend machen will, sollte daher in jedem Fall eine Arbeitnehmerveranlagung bei seinem Finanzamt durchführen und sich so bares Geld vom Staat zurückholen, macht die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) aufmerksam. Das ist sogar rückwirkend fünf Jahre möglich, denn erst am 31. Dezember 2020 läuft die Frist für die Arbeitnehmerveranlagung 2015 ab. Wer also jetzt auf elektronischem Weg vor dem Jahreswechsel noch rasch einen Steuerausgleich macht, kann für sich ein schönes Extra-Urlaubsgeld herausholen.

Alleinverdiener, Alleinerzieher, Lehrlinge und Personen, die während eines Jahres zu arbeiten begonnen haben, sollten auf jeden Fall eine Arbeitnehmerveranlagung durchführen. Auch wer in einem Jahr unterschiedlich viel verdient hat – etwa durch den Wechsel des Arbeitgebers –, für den ist ein Steuerausgleich ratsam. Dabei sind die Beträge, die Arbeitnehmer mit dem Steuerausgleich ohne viel Aufwand lukrieren können, beachtlich. Im Schnitt beträgt die Summe, die man sich über die Arbeitnehmerveranlagung zurückholen kann, 350 Euro.

Vielen Steuerzahlern ist nicht bewusst, dass Rechnungszettel für bestimmte erbrachte Leistungen gleichsam bares Geld bedeuten. So lassen sich berufliche Ausgaben, wie z.B. die Anschaffung eines Computers oder Handys, Telefon- und Internetgebühren, Fachliteratur, Fortbildungskosten oder Kilometergelder, ebenso von der Steuer absetzen wie Ausgaben für außergewöhnliche Belastungen. Dazu zählen u.a. die Kosten für Spitalsaufenthalte, Medikamente oder Zahnbehandlungen. (mm)

http://noe.arbeiterkammer.at

http://www.bmf.gv.at



27.12.2020
Immer mehr Berufs-Aufsteiger wollen am WIFI NĂ– maturieren

Mit ersten Vorbereitungskursen hatte das Wirtschaftsförderungsinstitut der NÖ Wirtschaftskammer (WIFI NÖ) im Jahr 1997 den Startschuss zur WIFI-Berufsreifeprüfung gegeben. Heute ist diese Ausbildungsschiene, die den beruflichen Aufstieg auf dem Arbeitsmarkt ebnet, zu einem echten Renner geworden. Die Vorbereitungskurse zur Berufsreifeprüfung, die zwei Semester oder länger dauern und berufsbegleitend absolviert werden können, durchlaufen zurzeit in Niederösterreich rund 2.000 Personen.

„Wir wollen Praktiker mit Matura als Fach- und Führungskräfte im mittleren Management ausbilden, um damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, sagt WIFI-Institutsleiter Andreas Hartl. Vorteil dieses Ausbildungsmodells: Schon während der Vorbereitungskurse auf die Berufsreifeprüfung könne man die erworbenen Kenntnisse unmittelbar in der beruflichen Praxis anwenden. Das wüssten auch die Arbeitgeber zu schätzen, „denn sie brauchen hochqualifiziertes engagiertes Personal“, betont Hartl.

Die Berufsreifeprüfung besteht aus den vier Teilprüfungen Deutsch, Mathematik, einer lebenden Fremdsprache - zumeist Englisch - und einem Fachbereich aus der beruflichen Praxis, wie z.B. Betriebswirtschaft oder Elektrotechnik. Voraussetzung für den Antritt zur Berufsreifeprüfung ist der Abschluss einer Lehre oder einer berufsbildenden mittleren Schule mit mindestens dreijähriger Laufzeit. (mm)

http://www.noe.wifi.at/brp



27.12.2020
Verbot von Ständen raubt den Glücksbringern eine wichtige Verkaufsschiene

„Glück kann zwar jeder brauchen, aber heuer wird es nur eingeschränkt verteilt werden. Wir dürfen nämlich corona-bedingt unsere Stände mit den variantenreichen Glücksbringern nicht aufstellen“, teilt Harald Blaschek, Geschäftsführer von Blaschek Import aus Gloggnitz, dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. Freilich vertreibe man diese Produkte auch über den Lebensmittelhandel, Trafiken oder Drogerien, die offen halten dürfen. Allerdings würden die dort verkauften Glücksbringer nur einen Bruchteil dessen ausmachen, was man unter normalen Bedingungen erwirtschaften könne.

Blaschek befand sich gerade mitten in den Vorbereitungen für sein Jahresgeschäft, das üblicherweise vom 28.11. bis 31.12. stattfindet, als er um den 15. Dezember die mit Glücksbringern vollbeladenen Lkw zu den Verteilerzentren in ganz Österreich losgeschickte. Mit der knapp folgenden Pressekonferenz wurde klar, dass kein Handelsunternehmen über den lebensnotwendigen Bereich hinaus offen lassen darf. Aufgrund der Feiertage verstreicht die Zeit, bis die Ware wieder zurück in Gloggnitz gewesen ist. „Es rufen mich Lebensmittelhändler an. Ja, wir haben Ware, aber eben nur wenig“, berichtet Blaschek. Jetzt geht er davon aus, „dass dort, wo es Glücksbringer gibt, ein Engpass herrschen wird.“

„In normalen Jahren werden vielfach mehr Glücksbringer verkauft, als Österreich Einwohner hat“, sagt er. „Das hat damit zu tun, dass sie bei Silvesterpartys ein klassisches Geschenk sind. Beispielsweise kaufen 15 Personen für die anderen 15 Personen Rauchfangkehrer, Klettblätter und vieles mehr.“

Neben den kleinen Aufmerksamkeiten geht der Trend zu höherwertigen Produkten, wie zu Erzeugnissen aus Holz. Auch Verpackung und Design sowie der Umweltgedanke gewinnen an Bedeutung. „Die Herstellung erfolgt weiterhin überwiegend in Asien und nur zu einem kleinen Teil in Europa oder gar in Österreich. Das wäre zu teuer“, sagt Harald Blaschek.

Als besonderen Trend nennt er Produkte aus Bernstein. Ein solcher Glücksbringer kostet 59 Euro, wenn ein Brillant dabei ist 185 Euro. An den Käufertyp des Praktischen beispielsweise „verkaufen wir zunehmend Schlüsselanhänger.“

Da am Ende der Saison diesmal die Lager doch ziemlich voll sein werden, rechnet er im kommenden Jahr mit weniger Einkauf im Ausland. Optimistisch stimmt ihn die günstige Ausgangslage. „Wir haben glücklicherweise schon derzeit viele Vertriebskanäle, aber da ist noch mehr möglich. Unsere hochpreisigen Produkte möchte ich gern auch über Juweliere oder Apotheken vertreiben – da sind sicher für die nächsten Jahre noch Möglichkeiten offen.“ (jm)

http://www.blaschek-import.at



27.12.2020
Prognosetool Circly sagt der Ressourcenverschwendung den Kampf an

Eine Prognosesoftware, die den realen Warenbedarf im Einzelhandel ermittelt, hat das Start-up-Unternehmen Circly GesbR in St. Pölten entwickelt. Wie Geschäftsführer Eric Weisz dem NÖ Wirtschaftspressedienst erklärte, sei ihr Einsatz insbesondere in Klein- und Mittelbetrieben vorgesehen, damit sie ihren Warenbedarf besser abschätzen und eine Verschwendung vor allem im Lebensmittelhandel vermeiden können. Noch unter dem Namen „Ordito Predictions“ ist diese Software sowohl dem riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2020 in der Kategorie Genial digital als auch dem NÖ Innovationspreis eine Anerkennung wert gewesen.

„Dieses Prognosetool haben wir aus der Firma Ordito GesbR herausgelöst und dafür eine eigene Firma gegründet, die derzeit in eine GmbH umgewandelt wird. Der Grund dafür ist, dass das Ordito-Bestellsystem auf die Gastronomie ausgerichtet ist, wir es aber auch noch in andern Bereichen einsetzen wollen. Jetzt heißt es so wie die Firma Circly“, erklärt Weisz.

Aus den vorhandenen Daten errechnet Circly, was man benötigt und sorgt dafür, dass der Lagerbestand klein gehalten wird und Ressourcen nicht verschwendet werden. Auch Lieferfahrten können auf diese Weise optimiert und CO2 eingespart werden. Es wird errechnet, was in etwa 14 Tagen gebraucht wird und wie besondere Kundenwünsche erfüllt und der jahreszeitliche Bedarf gedeckt werden. Da die großen Logistiker und Händler bereits mit ähnlichen Systemen arbeiten, will Weisz dieses Tool auch den kleinen und mittelgroßen Handelsbetrieben zur Optimierung anbieten. Eine Implementierung ist ab 2.000 Euro möglich mit einer monatlich folgenden Lizenzgebühr ab 1.500 Euro.

Stolz ist der Unternehmer darauf, dass dieses Produkt in Niederösterreich entwickelt worden ist. Derzeit verwenden es Kunden aus ganz Österreich, die damit sehr zufrieden sind. Die GmbH wird aus drei Gesellschaftern bestehen, die gleichzeitig Mitarbeiter sind. (hm)

http://www.circly.at

http://www.ordito.at



27.12.2020
Überdurchschnittlich gute Getreideernte in Niederösterreich

Die lange Trockenperiode im Frühjahr mit teils ungewöhnlich hohen Temperaturen hatte zunächst starke Ertragseinbußen bei Getreide vermuten lassen. Ausreichend Niederschlag ab Mai führte jedoch zu einer Entschärfung der Situation und wirkte sich positiv auf die Ernte aus. Wie aus der aktuellen Bilanz der Statistik Austria über die Feldfruchternte 2020 hervorgeht, sind die Getreideerträge in Niederösterreich besonders gut ausgefallen.

Demnach belief sich die gesamte Getreideernte – ohne Körnermais – in Niederösterreich auf 1,83 Millionen Tonnen und lag damit um 6,9% über dem Vorjahreswert. Die Weizenernte inklusive Dinkel bezifferte sich auf 995.000 Tonnen (+4,8% zu 2019). Bei Roggen gab es aufgrund hoher Ertragswerte landesweit sogar einen Anstieg um 8,2% im Vergleich zum Vorjahr auf 147.800 Tonnen.

Ausnehmend gute Erträge wurden in Niederösterreich bei Körnermais inklusive Saatmais erzielt. Trotz des Rückgangs der Anbaufläche (-4,2%) wurde eine Erntemenge von 793.500 Tonnen eingebracht, was 2,4% über dem Vorjahresniveau liegt. Stark ist die Produktion auch bei Gerste um 8,9% auf 415.900 Tonnen gestiegen. Bei dieser Getreidesorte ist eine deutliche Flächenverschiebung von der Sommer- zur ertragreicheren Wintergerste zu beobachten. (mm)

http://www.statistik.at