NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1636 vom 30.04.2021

30.04.2021
Expo in Dubai wird zur Leistungsschau für Betriebe aus Niederösterreich

Wenn am 1. Oktober in Dubai die für letztes Jahr geplante, aber auf heuer verschobene Weltausstellung - die „Expo 2020 Dubai“ - ihre Pforten öffnet, stellen auch einige Unternehmen aus Niederösterreich ihre Produkte und Dienstleistungen in das globale Schaufenster. Zu dem Großereignis in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden bis 31. März 2022 rund 25 Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Die „Expo 2020 Dubai“, an der mehr als 190 Länder und internationale Organisationen teilnehmen, steht unter dem Thema „Connecting Minds, Creating the Future.“

Österreichs Beitrag zur Weltausstellung trägt den Titel „Austria makes sense“. Er folgt einem ganzheitlichen Konzept, dessen Ziel es ist, mit traditioneller Bautechnik Mensch, Technologie und Umwelt eindrucksvoll zu verbinden. Vor allem die Kompetenz österreichischer Unternehmen im Holzbau sowie in der Schalungstechnik wird auf der Expo in Dubai ins Licht gerückt.

Auf dem 440 Hektar großen Ausstellungsgelände in dem arabischen Emirat sind aus Niederösterreich die Firmen Rubner Holzbau aus Obergrafendorf und Stora Enso aus Ybbs/Donau sowie die Amstettner Doka-Schalungstechnik im Einsatz. Rubner Holzbau stellt die Holzbauteile für den Pavillon des Oman bereit. Für den schwedischen Pavillon liefert Stora Enso vom Produktionsstandort in Ybbs Cross Laminated Timber (CLT), Brettsperrholz für den Massivholzbau, das anstelle von Beton, Mauerwerk und Stahl zum Bau von Wohn-, Industrie- und Gewerbegebäuden verwendet wird. Und im Österreich-Pavillon wird ein Schalungsmodell aus dem 3D-Drucker von Doka in Miniaturausführung zu sehen sein.

Im Ă–sterreich-Pavillon hat auch die Raintime GmbH aus MĂĽnchendorf eine ihrer speziellen Hochdruck-Nebelanlagen installiert, um die Besucher vor Hitze zu schĂĽtzen. Diese Vernebelungsanlagen hatten schon bei der Weltausstellung 2015 in Mailand international fĂĽr Aufsehen gesorgt, die Exportzahlen der innovativen Firma stark gesteigert und waren fĂĽr sie die direkte Fahrkarte zur Expo 2020 in Dubai. 51 Nebelventilatoren von Raintime werden auch dem Pavillon von Singapur die notwendige KĂĽhlung verschaffen. (mm)

http://www.expoaustria.at

http://www.expo2020dubai.com



30.04.2021
Niederösterreich macht seine Ausflugsziele und Tourismusbetriebe fit

Weil Niederösterreich im kommenden Sommer mit vielen Besuchern rechnet, lädt die Landestourismusorganisation NÖ Werbung die Gäste ein, Tickets zu den Destinationen über das Internet-Portal http://www.ausflug.at vorweg zu erwerben. „Ab Mai werden die 300 beliebtesten Ausflugsziele Niederösterreichs online buchbar und reservierbar sein“, kündigt Tourismuslandesrat Jochen Danninger an. Denn gerade dort, wo man einen starken Besucherandrang erwartet, sei die Online-Buchbarkeit entscheidend zur Lenkung der Gästeströme.

Das Portal http://www.ausflug.at verfolgt aber noch einen weiteren Zweck. Hier findet der Interessent lohnende Tipps zu noch wenig bekannten, aber dennoch sehenswerten Ausflugszielen im Land. „Im letzten Jahr haben viele Gäste aus anderen Bundesländern Niederösterreich als Urlaubsdestination erstmals entdeckt“, stellt NÖ Werbung-Geschäftsführer Michael Duscher fest. Darauf wolle man heuer aufbauen.

Im Fokus der Bemühungen stehen aber nicht nur die Besucher, sondern auch die Tourismusbetriebe. Mit zwei neuen Förderschienen, die in Summe ein Volumen in Höhe von drei Millionen Euro haben, greift das Land Niederösterreich Beherbergungs- und Gastronomieunternehmen unter die Arme. Mit dem Fördercall „Zu Gast in Niederösterreich – Gestalten und Verbessern“ werden Investitionen ab 5.000 Euro mit einem Zuschuss unterstützt. Die Förderquote beträgt 20 Prozent der Investitionskosten, maximal 10.000 Euro.

Der Fördercall „Qualitätstourismus in Niederösterreich“ unterstützt größere Vorhaben ab 100.000 Euro, die substanzielle Qualitätsverbesserungen vorantreiben sollen. Bei diesem Programm macht die Förderquote 10 Prozent aus. Der Zuschuss beläuft sich auf maximal 50.000 Euro. (mm)

http://www.ausflug.at

http://www.niederoesterreich.at



30.04.2021
Semmering-Basistunnel nimmt zum Fahrplanwechsel 2028 den Betrieb auf

Vorbehaltlich unvorhersehbarer Umstände wird der Semmering-Basistunnel – eines der größten in Bau befindlichen Bahn-Infrastrukturprojekte Österreich – zum Fahrplanwechsel im Dezember 2028 in Betrieb gehen. Die vorgesehenen Gesamtkosten in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro werden im geplanten Budgetrahmen bleiben. Das teilt Verkehrsministerin Leonore Gewessler in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Nationalratsabgeordneten der FPÖ mit.

Der seit 2012 in Bau befindliche Semmering-Basistunnel ist 27,3 Kilometer lang und ein wichtiger Baustein mit dem Ziel, die Bahn auf der Südachse gegenüber dem Kfz-Verkehr konkurrenzfähig zu machen. In Verbindung mit dem Koralmtunnel, der im Dezember 2025 in Betrieb gehen wird, verkürzt sich die Fahrzeit im Personenverkehr zwischen Wien und Klagenfurt von derzeit knapp vier Stunden auf 2 Stunden und 40 Minuten. Im Güterverkehr soll er mehr Transporte von der Straße auf die Schiene verlagern. (mm)

http://infrastruktur.oebb.at/semmering



30.04.2021
Gesundheitsdienstleister VAMED meldet Rekordauftragsstand

Der international tätige Gesundheitsdienstleister VAMED, der in Niederösterreich u.a. die Therme Laa/Thaya und das Wellnesszentrum „la pura“ für Frauen in Gars/Kamp betreibt sowie Um- und Ausbauarbeiten für die Universitätsklinik St. Pölten abwickelt, hat 2020 die Corona-Pandemie in seiner Bilanz zu spüren bekommen. Umsatz und Gewinn sind gesunken, der Auftragsstand aber hat mit 3,1 Milliarden Euro eine neue Rekordmarke erreicht. „Für die nächsten Jahre ist das ein sehr gut gefüllter Leistungs- und Arbeitsvorrat“ sagte VAMED-Generaldirektor Ernst Wastler.

Die Zahlen im Detail: Im Vorjahr hat der Auftragsstand der VAMED um 6,6 Prozent auf fast 3,1 Milliarden Euro zugenommen. Der Umsatz hingegen ist um 6,3 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zurückgegangen und das Betriebsergebnis EBIT um 78 Prozent auf 28,5 Millionen Euro eingebrochen. Unter Einbeziehung sämtlicher Betriebe, für die die VAMED in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika die Gesamtverantwortung trägt, hat sie 2020 rund 19.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. In Summe hat die VAMED bisher in 95 Staaten mehr als 960 Projekte in den Geschäftsfeldern medizinische Versorgung und Gesundheitstourismus realisiert.

Weltweit betreut das Unternehmen derzeit 820 Gesundheitseinrichtungen mit mehr als 200.000 Betten. Ihr Dienstleistungspotential hat die VAMED multifunktional umfassend strukturiert. Es zieht sich durch die ganze Wertschöpfungskette und reicht von der Beratung, Planung und schlüsselfertigen Errichtung über Instandhaltung und technisches Management bis zur Übernahme der gesamten Betriebsführung. (mm)

http://www.vamed.com



30.04.2021
Baukartell: Wettbewerbsbehörde beantragt die nächste Geldbuße

Die Ermittlungen der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) rund um ein österreichisches Kartell im Bausektor ziehen nun den nächsten Antrag der BWB auf Verhängung einer Geldbuße durch das Kartellgericht nach sich. Wie die BWB mitteilte, gehe es dieses Mal um sieben Gesellschaften eines österreichischen Baukonzerns. Sie sollen in Absprachen unterschiedlichster Art involviert sein. Bei den betroffenen Unternehmen handle es sich nicht um kooperierende Kronzeugen.

Das ins Visier genommene mutmaßliche österreichische Baukartell erstreckt sich gemäß BWB auf das gesamte Bundesgebiet und damit auch auf Niederösterreich. Es geht um mehrere tausend vor allem öffentliche Ausschreibungen. Die Auftragssummen lagen zwischen 50.000 Euro und 60 Millionen Euro.

Wie öffentlich schon bekannt hat die BWB bereits im Oktober 2020 einen Bußgeldantrag gegen vier Gesellschaften eines anderen Konzerns gestellt. Die BWB geht davon aus, dass zeitnah weitere Anträge auf Geldbußen beteiligter Unternehmen eingehen werden.

Bei einem festgestellten Verstoß kann das Kartellgericht auf Antrag der BWB Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes vom vorangegangenen Geschäftsjahr verhängen. Die Geldbußen werden nach der Schwere und Dauer der Rechtsverletzung, des Verschuldens und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des betroffenen Unternehmens festgelegt.

Das mutmaßliche österreichische Baukartell hat zumindest von 2002 bis 2017 bestanden. Im letztgenannten Jahr starteten auch die Ermittlungen der BWB. Mehr als 40 Bauunternehmen stehen im Verdacht, daran beteiligt zu sein, heißt es von der BWB.

Den involvierten Unternehmen wird vorgeworfen, sich gegenseitig zur Erteilung von Aufträgen verholfen zu haben, Unsicherheiten in Bezug auf ihr künftiges Geschäftsverhalten zu verringern und so Marktanteile und Margen zu sichern oder zu erhöhen. Dazu hätten die Firmen Preise festgesetzt, Kunden und Märkte aufgeteilt und wettbewerbssensible Informationen ausgetauscht. Die Absprachen seien sowohl zwischen den Bauunternehmen als auch in größeren Gesprächsrunden erfolgt.

Geschädigt wurden dabei vor allem der Bund, die Länder, zahlreiche Gemeinden sowie öffentliche und private Unternehmen - also in den meisten Fällen die Steuerzahler. (gübi/mm)

http://www.bwb.gv.at



30.04.2021
Auch nachhaltige Kleidung, die der Umwelt dient, kann schön sein

Ein T-Shirt kaufen, das gut aussieht, unter fairen Bedingungen produziert wurde und auch eine positive Auswirkung auf die Umwelt hat - das ist die zentrale Werbebotschaft der Firma Manta Clothing in Melk. „Unsere T-Shirts beziehen wir von Stanley und Stella, einem Unternehmen, das für die Herstellung in Bangladesch faire Bezahlung und umweltfreundfreundliche Produktion garantiert. Wir veredeln diese dann mit Siebdruck“, teilen die drei Firmengründer Max Knot, Lukas Fürst und Maria Leichtfried dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Das Besondere an ihrem Konzept ist der umweltdienende Zweck: „Für jedes Kleidungsstück, das wir verkaufen, wird Müll aus den Ozeanen gefischt. Der Käufer entscheidet beim Kauf, wo gefischt werden soll. Knapp 800 kg Müll konnten bisher in Jakarta, Kairo, Kambodscha, Rio de Janeiro sowie an der Nord- und Ostsee gesammelt werden. Das erledigt unser Partner One Earth-one Ocean in München.“ Für sein Engagement ist Manta Clothing kürzlich mit dem „European Green Award“ ausgezeichnet worden.

„Die Grundidee war, dass wir nachhaltige Mode gestalten wollten, die auch schön und modisch, also richtig cool anzusehen ist“, so Knot. „Jedem Kunden danken wir für seinen Beitrag. Wir schreiben eine Karte mit einer persönlichen Nachricht dazu. Diese zentrale und wichtige Vorgehensweise macht es aktuell noch schwierig, Kooperationen einzugehen. Es gibt Interesse von nachhaltigen kleineren Geschäften, die unsere Ware verkaufen wollen, aber noch wissen wir nicht, wie wir in so einem Fall diese persönliche Ansprache garantieren können.“ Grundsätzlich will Knot die Idee verbreiten, denn, so ist der Unternehmensgründer überzeugt: „Nachhaltigkeit geht uns alle an. Das Thema Plastik findet sich in allen unseren Lebensbereichen. Wir müssen jetzt handeln, damit die Verschmutzung der Meere nicht noch weiter voranschreitet.“

Aktuell wird vor allem online gekauft. Auch die Melker Bevölkerung zeigt ein hohes Interesse an den T-Shirts, die bei Bedarf auch abgeholt werden können. Ein klassisches Verkaufsgeschäft gibt es nicht. Das tut der positiven Resonanz allerdings keinen Abbruch. „Wir haben beispielsweise eine Kooperation mit der FH Wieselburg, wo wir an nachhaltiger Mode arbeiten.“ Und natürlich kam auch die Anfrage nach einer umfassenderen Kollektion. In diesem Sinn werden seit kurzem auch Hoodies angeboten. „Eine große Nachfrage gibt es seitens der Eltern für Kindermode. Wir sind dabei, auch hier etwas zu tun“, so Max Knot, der meint: „Die Nachfrage kommt zunehmend nicht nur aus Niederösterreich und Wien, sondern vermehrt auch aus Deutschland und der Schweiz. Da ich seit wenigen Tagen beruflich in Salzburg bin, möchte ich auch hier das Thema Manta Clothing verbreiten.“ (jm)

One Earth - One Ocean

Günther Bonin, ehemaliger Münchner IT-Unternehmer und seit Jugendtagen passionierter Segler, war genervt von den immer umfangreicheren Mengen Plastikmülls, die er auf seinen Segeltörns auch an den entlegensten Orten antraf.

Eigene Recherchen ergaben, dass zu Plastikmüll nur punktuell geforscht wurde und es keine Technologien gab, um Plastikmüll wieder aus dem Meer zu holen. Er beschloss, sein IT-Unternehmen ruhen zu lassen und sich intensiv mit der Lösung dieses globalen Problems zu befassen.

2011 gründete er die Umweltorganisation One Earth - One Ocean e.V. mit Sitz in München, stellte ein Expertenteam aus Meeresbiologen, dem Schiffskonstrukteur Thomas Hahn, der bei BMW Oracle das Siegerschiff des America Cup mitkonstruierte, dem Metallbauer Michael Lingenfelder und weiteren freiwilligen Helfern zusammen und entwickelte gemeinsam mit seinen Mitstreitern das Konzept der „Maritimen Müllabfuhr“ für die Reinigung weltweiter Gewässer vom Plastikmüll.

http://www.manta-clothing.at

http://www.stanleystella.com

http://www.europeangreenaward.com

http://oneearth-oneocean.com



30.04.2021
Weinberg der Habsburger-Kaiser soll UNESCO-Weltnaturerbe werden

Im mährischen Znaim arbeiten die ansässigen Winzer schon geraume Zeit an einem interessanten Projekt, dessen Verwirklichung auch positive Effekte auf die in Niederösterreich angrenzende Region Retzer Land und den Nationalpark Thayatal haben könnte. Geht es nach den Vorstellungen des Weinguts Znovín Znojmo – einem der renommiertesten Qualitätsweinproduzenten in Tschechien – soll die von ihm bewirtschaftete Spitzenlage, der Weinberg Šobes im Nationalpark Podyji knapp hinter der Staatsgrenze, zum UNESCO-Weltnaturerbe erhoben werden.

Erst vor kurzem haben Forscher der Mendel-Universität Brünn den Šobes in einer wissenschaftlichen Studie untersucht und die Erkenntnisse veröffentlicht. Der Berg ist nicht nur wegen seiner Lage, des Mikroklimas sowie der dort heimischen Tier- und Pflanzenwelt einzigartig. Auch bringen die zwölf Hektar großen Rieden, die auf – ähnlich der Wachau – steilen Terrassen wachsen, exzellente Tropfen hervor, sie gelten als „Ikone des mährischen Weinbaus.“ Mehr als 200 Jahre lang wurden die besten Weine vom Šobes, darunter Rieslinge, Weiß- und Grauburgunder, an den Kaiserhof nach Wien geliefert.

Der Weinberg, den die Thaya in einer engen Schlinge umfließt, ist so gelegen, dass er aus nördlicher und westlicher Richtung vor Kälte und Wind geschützt ist, von Süden und Osten hingegen Wärme und trockenes pannonisches Klima empfängt. Seine einmalige Fauna und Flora – sieben verschiedene Eichenarten wachsen ausschließlich hier – verdankt er aber noch einem weiteren Umstand: Bis zum Fall des Eisernen Vorhangs 1989 war der Zutritt zum Šobes streng verboten. (mm)

http://www.znovin.cz/en

http://www.nppodyji.cz

http://mendelu.cz/en



30.04.2021
St. Pöltner Unternehmen bringt individuelle und stabile Kratzbäume auf den Markt

Auf die individuelle Herstellung von Kratzbäumen für Katzen hat sich das Start-up-Unternehmen CALUPPER OG in St. Pölten spezialisiert. Sonja Hammerschmid betreibt diese Firma zusammen mit ihrem Partner Michael Bichler. Gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst betont die Unternehmerin, dass ihre eigenen drei Katzen den Ausschlag zur Firmengründung gaben und auch für den Firmennamen Pate standen. Mit dieser Geschäftsidee war CALUPPER beim riz up Creative Business Award 2021 in der Kategorie Creative Idea/Start-Up nominiert.

“Wir waren mit den im Handel angebotenen Kratzbäumen nicht zufrieden. Weder passten sie zur Einrichtung noch hielten sie sehr lange. Da beides für uns sehr unbefriedigend war, haben wir kurzerhand begonnen, selbst einen stabilen und zu unserer Einrichtung passenden Kratzbaum zu bauen, der von unseren Katzen Cap, Luna und Capper sehr gut angenommen wurde“, erklärt Sonja Hammerschmid die Geschäftsidee.

Alle Kratzbäume werden individuell nach Kundenwunsch angefertigt und sind ab 210 Euro erhältlich. Das Trägergerüst besteht großteils aus Buchenholz und kann farblich an die jeweilige Einrichtung angepasst werden. Polster, die man auch selber nähen kann, werden abgenommen und gewaschen. Weiters sind Ersatzsäulen und weitere Polster im Angebot.

Kunden hat die Firma in ganz Österreich. Kunden aus Niederösterreich werden direkt beliefert, ihnen werden die Kratzbäume vor Ort auch montiert. Laut Hammerschmid sind die Kunden mit den Kratzbäumen sehr zufrieden, was sich auch in einer regen Nachfrage niederschlägt. Mit der Fachhochschule (FH) Krems hat sich CALUPPER zusammen getan, um im Rahmen einer studentischen Arbeit einen Kratzbaumkonfigurator für die Homepage zu programmieren. (hm)

http://www.calupper.at



30.04.2021
Bio-Fruchtsaftkonzentrate aus Brunn am Gebirge wecken reges Interesse

Auf die Umwelt achten und trotzdem auf lieb gewonnene Gewohnheiten nicht verzichten? Zumindest bei Fruchtsaftgetränken ist dies Wirklichkeit geworden. „Zumeist gibt es im Handel Fruchtsäfte aus Fruchtsaftkonzentrat, welche dann aufgespritzt werden. Wir verkaufen nur das Konzentrat in der 200 Milliliter Verpackung. Der Kunde und die Kundin kann entscheiden, wie viel Wasser jeweils dazu kommen soll“, erklärt Martina Giczy ihr Konzept. Gemeinsam mit Bernhard Gager hat sie im Februar 2020 in Brunn am Gebirge das Unternehmen „Green Bag“ gegründet.

Beide haben viele Jahre in der Getränkebranche gearbeitet. Das war bei der Unternehmensgründung ein Vorteil, denn sie wussten, worauf es ankommt. „Vielleicht gerade deswegen war es ein Aha-Erlebnis, als wir Konzentrate in reiner Form erstmals in Schweden entdeckt haben“, so Giczy. Sie unterstreicht, weshalb das Konzept gerade für Österreich ideal ist: „Schließlich haben wir hierzulande Trinkwasser in höchster Qualität.“

Die Unternehmerin hebt vor allem die Aspekte der Nachhaltigkeit hervor: Es fallen 66 Prozent weniger Verpackungsmüll an, und das Transportvolumen reduziert sich sogar um 80 Prozent. „Getränke müssen verpackt werden. Wir haben uns für den Verbundkarton entschieden, da dieser zu mehr als 70 Prozent aus recyceltem Material besteht“, so Giczy. Sie weist darauf hin, dass von Einwegglas die Umweltbilanz negativer ausfällt und vor allem Glas auch sehr schwer ist. „Wir möchten ein Produkt vertreiben, das leicht ist und überall mitgenommen werden kann.“

Das Grundprodukt, der Saft, stammt von der Firma Austria Juice aus Kröllendorf im Bezirk Amstetten und wird in der Steiermark abgefüllt. Die Logistiklager befinden sich in der Nähe des Unternehmensstandortes. „Wir prüfen schon im Vorfeld stets die Zusammensetzungen“, sagt Giczy. „Beispielsweise haben wir ein Multikonzentrat im Sortiment, das wir im Vorfeld getestet haben, was optimal ist.“

Handelsunternehmen sind bereits auf die Startup-Firma aufmerksam geworden. „Green Bag“ ist bei sämtlichen heimischen Lebensmittelhändlern auf der Großfläche erhältlich ebenso in Reformhäusern, in Biogeschäften, natürlich wird aber auch online verkauft. Der Gesamtabsatz in den letzten zwölf Monaten, also vom 1. Mai 2020 bis 30. April 2021, betrug rund 120.000 Packungen, der online Anteil lag bei rund 20 Prozent, der Exportanteil bei 10 Prozent.

Die Geschäftsführerin blickt jedenfalls optimistisch in die Zukunft: „Nicht nur im Inland, sondern auch im Export sehen wir ein großes Wachstumspotential. Aufwind erwarten wir, wenn sich die Schwierigkeiten, die durch die Pandemie entstanden sind, gelegt haben, in den Zentralen wieder über Neuheiten diskutiert und Entscheidungen getroffen werden, und wir uns letztlich wieder auf nationalen und internationalen Messen präsentieren können.“ (jm)

http://www.green-bag.at



30.04.2021
Findige Schustermeisterin aus dem Mostviertel entwickelt Dirndlleder

Einen neuen pflanzlichen Gerbstoff hat die als Maßschuhmachermeisterin tätige Einpersonenunternehmerin Doris Pfaffenlehner in Kernhof, Bezirk Lilienfeld, entwickelt. „Aus den Kernen der Dirndlfrucht bzw. der Kornelkirsche entsteht das Dirndlleder“, erklärt sie dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Aus einem Abfallprodukt werde ein regionales und nachhaltig neues Produkt. Das Dirndlleder ist dem riz up Creative Business Award 2021 in der Kategorie Creative Idea/Start-Up eine Nominierung wert gewesen.

“Mir war um zwei Abfallprodukte leid“, sagt Pfaffenlehner, „um die Dirndlkerne und die Rohhäute des erlegten Wildes. Beides ist nicht verwertet worden, und bei beiden handelt es sich um hochwertige Rohstoffe, die auch noch regional sind. Da mir als Maßschuhmacherin Leder als Werkstoff besonders am Herzen liegt und mich fasziniert, habe ich begonnen, mit regionalen Gerbereien Versuche zu machen, woraus das Dirndlleder entstand.“

Aus den Kernen der Kornelkirsche, auch Dirndl genannt, die nach der Fruchtverwertung anfallen, wird ein Extrakt erzeugt, das zur pflanzlichen bzw. vegetabilen Gerbung verwendet wird. Die Rohhäute kommen vom erlegten Wild der Region, wo sie meist nicht genutzt werden. Die Gerbung schafft ein altrosa Leder, das man zu Schuhen, Taschen und Gürteln weiterverarbeiten kann. Die Markteinführung des Dirndlleders soll noch heuer im Herbst erfolgen. Mit den Gerbereien arbeitet Pfaffenlehner noch an weiteren Dirndlledervarianten, die z.B. auch als Bekleidung oder Felldecken gut geeignet sind.

Als Maßschuhmacherin erzeugt Pfaffenlehner Modeschuhe für Damen und Herren. Ein Paar Maßschuhe sind ab 1.300 Euro erhältlich. Die Kunden kommen aus ganz Österreich. Drei Prozent der Maßschuhe gehen ins Ausland, wie nach Deutschland, Finnland, die Philippinen und Afghanistan. (hm)

http://pfaffenlehner.com

http://dirndlleder.at