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19.03.2021 - Ausgabe Nr. 1630

Mehr als 220 Unternehmen in Niederösterreich betreiben eigene Teststraßen



Nach den gravierenden Produktionseinbrüchen vor einem Jahr hat sich die Industrie in Niederösterreich schneller als die gesamtösterreichische aus der Corona-Krise erholt. Bereits zur Jahreswende hatten mehr als drei Viertel (77,2 %) der Industriebetriebe eine Produktionsauslastung von mehr als 80 Prozent erreicht. „Da aber je nach Industriezweig die Betroffenheit unterschiedlich ausgefallen ist, haben wir mit einer Umfrage unter den Mitgliedern deren Bedarf erhoben und daraus ein Aktionsprogramm entwickelt“, erklärte Helmut Schwarzl, Geschäftsführer des Sanitärunternehmens Geberit in Pottenbrunn und Spartenobmann der Industrie in der NÖ Wirtschaftskammer. Was die NÖ Industriebetriebe in erster Linie benötigen, seien krisenfeste Infrastrukturen der Energie- und Wasserversorgung sowie der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT).

„Die Krise hat den Wert der Sozialpartnerschaft in Niederösterreich ins Licht gerückt und sie noch mehr zusammengeschweißt“, sagt Schwarzl. „Gemeinsam ziehen Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Land Niederösterreich an einem Strang. Wir tauschen uns regelmäßig aus und entwickeln für unsere Unternehmen wirksame Initiativen und Angebote.“ So seien die Betriebe seit Oktober Vorreiter im betrieblichen Testen und Impfen. Mehr als 220 niederösterreichische Unternehmen bieten mittlerweile Teststraßen in ihren Betrieben an. Als erstes Bundesland habe es das Land Niederösterreich möglich gemacht, dass sich Firmen als betriebliche Impfstellen registrieren lassen können.

Als einen Schwerpunkt nennt das Aktionsprogramm den konsequenten Ausbau der wirtschafts- und industrierelevanten Bildungsstrukturen in Niederösterreich. Alle Umfrageergebnisse zeigen, dass die Krise für knapp ein Drittel der Unternehmen als Impulsgeber für die Entwicklung neuer Produkte und Leistungen dient und für 23 Prozent zur Planung verstärkter Forschungs- und Innovationsaktivitäten. Laut einer Modellhochrechnung des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) aus 2019 zeichnet sich allein in der metalltechnischen Industrie ein zusätzlicher Bedarf an 1.800 bis knapp 2.000 Fachkräften ab.

„Deshalb sind den NÖ Unternehmen Ausbildung, Weiterbildung und Qualifikation so wichtig“, betont Schwarzl. Das gelte für alle Ebenen der Ausbildung, ob Schulausbildung, wie Neue Mittelschule, HTL und Fachhochschule oder die Lehrlingsausbildung. Hier verstehe sich die Industrie als ein starker Partner, der im Bildungssystem Projekte und Initiativen fördere.

Auf die Frage, welchen Ratschlag er für künftige Industrielehrlinge habe, antwortete er: „Die NÖ Industrie bietet sichere Jobs mit Zukunft. Wichtig ist mir festzustellen, dass das auch für Mädchen und Frauen gilt. Nach der Lehre stehen viele Karriereschritte mit hervorragenden Verdienstmöglichkeiten offen. Wer sich für eine Industrielehre interessiert, sollte sich anschauen, wie breit das Spektrum an Berufen ist. Hier kann man aus dem Vollen schöpfen.“ (mü)

http://wko.at/noe/industrie

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