NÖ Wirtschaftspressedienst - Ausgabe Nr. 1630 vom 19.03.2021

19.03.2021
Mehr als 220 Unternehmen in Niederösterreich betreiben eigene Teststraßen

Nach den gravierenden Produktionseinbrüchen vor einem Jahr hat sich die Industrie in Niederösterreich schneller als die gesamtösterreichische aus der Corona-Krise erholt. Bereits zur Jahreswende hatten mehr als drei Viertel (77,2 %) der Industriebetriebe eine Produktionsauslastung von mehr als 80 Prozent erreicht. „Da aber je nach Industriezweig die Betroffenheit unterschiedlich ausgefallen ist, haben wir mit einer Umfrage unter den Mitgliedern deren Bedarf erhoben und daraus ein Aktionsprogramm entwickelt“, erklärte Helmut Schwarzl, Geschäftsführer des Sanitärunternehmens Geberit in Pottenbrunn und Spartenobmann der Industrie in der NÖ Wirtschaftskammer. Was die NÖ Industriebetriebe in erster Linie benötigen, seien krisenfeste Infrastrukturen der Energie- und Wasserversorgung sowie der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT).

„Die Krise hat den Wert der Sozialpartnerschaft in Niederösterreich ins Licht gerückt und sie noch mehr zusammengeschweißt“, sagt Schwarzl. „Gemeinsam ziehen Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer und Land Niederösterreich an einem Strang. Wir tauschen uns regelmäßig aus und entwickeln für unsere Unternehmen wirksame Initiativen und Angebote.“ So seien die Betriebe seit Oktober Vorreiter im betrieblichen Testen und Impfen. Mehr als 220 niederösterreichische Unternehmen bieten mittlerweile Teststraßen in ihren Betrieben an. Als erstes Bundesland habe es das Land Niederösterreich möglich gemacht, dass sich Firmen als betriebliche Impfstellen registrieren lassen können.

Als einen Schwerpunkt nennt das Aktionsprogramm den konsequenten Ausbau der wirtschafts- und industrierelevanten Bildungsstrukturen in Niederösterreich. Alle Umfrageergebnisse zeigen, dass die Krise für knapp ein Drittel der Unternehmen als Impulsgeber für die Entwicklung neuer Produkte und Leistungen dient und für 23 Prozent zur Planung verstärkter Forschungs- und Innovationsaktivitäten. Laut einer Modellhochrechnung des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) aus 2019 zeichnet sich allein in der metalltechnischen Industrie ein zusätzlicher Bedarf an 1.800 bis knapp 2.000 Fachkräften ab.

„Deshalb sind den NÖ Unternehmen Ausbildung, Weiterbildung und Qualifikation so wichtig“, betont Schwarzl. Das gelte für alle Ebenen der Ausbildung, ob Schulausbildung, wie Neue Mittelschule, HTL und Fachhochschule oder die Lehrlingsausbildung. Hier verstehe sich die Industrie als ein starker Partner, der im Bildungssystem Projekte und Initiativen fördere.

Auf die Frage, welchen Ratschlag er für künftige Industrielehrlinge habe, antwortete er: „Die NÖ Industrie bietet sichere Jobs mit Zukunft. Wichtig ist mir festzustellen, dass das auch für Mädchen und Frauen gilt. Nach der Lehre stehen viele Karriereschritte mit hervorragenden Verdienstmöglichkeiten offen. Wer sich für eine Industrielehre interessiert, sollte sich anschauen, wie breit das Spektrum an Berufen ist. Hier kann man aus dem Vollen schöpfen.“ (mü)

http://wko.at/noe/industrie



19.03.2021
Tourismus im Mostviertel will heuer mit seinen Geheimtipps punkten

In den Sommer- und Herbstmonaten 2020 haben viele Ausflugsziele im Mostviertel einen regelrechten Besucheransturm erlebt. Vor allem die bekannten Wanderwege in der Region, wie z.B. die Rundwanderung Hochbärneck im Naturpark Ötscher-Tormäuer, die Route entlang des Holz-Themenweges im Mendlingtal oder der Wanderweg um den Lunzer See, waren stark frequentiert – insbesondere von Familien. Schönes Wetter vorausgesetzt, dürfte der Wander-Boom auch heuer anhalten, weshalb die Tourismus-Verantwortlichen im Mostviertel zurzeit an entsprechenden Konzepten feilen.

„Wir wollen unseren Gästen auch jene Routen zeigen, die noch wenig bekannt und daher nicht überlaufen sind“, erklärt Andreas Purt, Geschäftsführer des Mostviertel Tourismus, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Mit Streckenlängen zwischen 1,5 und maximal 10 Kilometern seien diese Wanderungen besonders für Familien mit Kindern gut geeignet. Sprechen sich die „Geheimtipps“ einmal herum, „haben wir damit auch eine Entzerrung der Besucherströme erreicht“, meint Purt.

In allen seinen Teilregionen hat das Mostviertel für jeden Geschmack und jede Kondition passende Wanderwege im Programm. „Den Erlaufstausee kann man auf einer kleinen 3 Kilometer langen, oder auf einer großen 5,6 Kilometer langen Route umrunden“, verrät der Tourismus-Fachmann. Im Traisen-Gölsental seien auch der Naturlehrpfad Annaberg oder der Wasserfallsteig bei Lilienfeld für Familien zu empfehlen.

Besonders viele noch unentdeckte Wanderwege locken in den Ybbstaler Alpen. Als lohnenswerte Ausflugsziele nennt Purt hier u.a. die Höhensteinrunde in der Nähe von Lunz/See, die Kogler Wasserfälle in Göstling/Ybbs oder den Kräutergarten am Königsberg bei Hollenstein. „Darüber hinaus bieten auch die Sagenwandermeile in Lackenhof am Ötscher, der Schluchtenweg Opponitz oder die Schmiedemeile in Ybbsitz beeindruckende Wander-Erlebnisse“, sagt Andreas Purt. (mm)

http://www.mostviertel.at/wandern-bergtouren



19.03.2021
Mit der Rakete von Elon Musk fliegen SBO-Spezialteile in den Weltraum

Schon bald werden Spezialprodukte eines niederösterreichischen High-Tech-Unternehmens ins Weltall starten. Für das Raketen- und Satellitenprogramm des US-amerikanischen Raumfahrtunternehmens Space X von Tesla-Gründer Elon Musk liefert der Ternitzer Ölfeld-Ausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) widerstandsfähige Komponenten aus hochlegiertem Metall. Diese Teile werden in Houston im Bundesstaat Texas im 3-Druck-Verfahren durch direktes Laserschmelzen erzeugt.

„Wir haben uns angesehen, wo man das, was wir gut können, auch noch in anderen Industrien außerhalb von Öl und Gas erfolgs- und gewinnbringend einsetzen kann“, erklärt SBO-Vorstandvorsitzender Gerhard Grohmann. Denn langfristig würden die fossilen Energieträger an Bedeutung verlieren. Für diesen Verschiebungsprozess wolle man nicht nur gerüstet sein, „den wollen wir auch aktiv begleiten“, unterstreicht Grohmann.

Das Corona-Jahr 2020 findet in der Bilanz des Industrieunternehmens seinen Niederschlag. GegenĂĽber 2019 ist der Konzernumsatz um 35 Prozent auf 291 Millionen Euro zurĂĽckgegangen. Das Betriebsergebnis (EBIT) hat von 60,2 Millionen Euro auf minus 28 Millionen Euro in die roten Zahlen gedreht.

SBO ist Weltmarktführer in der Produktion von Hochpräzisionsteilen für die Ölfeld-Serviceindustrie und erzeugt neben Bohrstrangkomponenten für die Richtbohrtechnologie auch Bohrmotoren und Bohrwerkzeuge. Hauptkunden des Ternitzer High-Tech-Unternehmens sind große Öl-Servicegesellschaften, wie z.B. Schlumberger, Halliburton oder Baker Hughes. Weltweit beschäftigt SBO mehr als 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 350 in der Zentrale in Ternitz. (mm)

http://www.sbo.at



19.03.2021
Umweltbundesamt: Klosterneuburg hängt weiter in der Warteschleife

Bis Ende 2020 hätte die Entscheidung fallen sollen, ob und wann das Umweltbundesamt mit seinen rund 500 Beschäftigten aus Wien nach Klosterneuburg übersiedelt. Dies ist weiter in Schwebe, zumal „noch zahlreiche rechtliche und finanzielle Detailfragen zu klären sind“, wie Umweltministerin Leonore Gewessler in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Nationalratsabgeordneten der SPÖ mitteilt. Zurzeit ist das Umweltbundesamt in zwei Wiener Gemeindebezirken an vier verschiedenen Standorten mit veralteter unsanierter Büroinfrastruktur untergebracht.

Für die Standortsuche in Klosterneuburg habe man eine mit dem Betriebsrat, dem Aufsichtsrat und der Finanzprokuratur abgestimmte Bewertungsmatrix erstellt, in die auch Umwelt- und Klimakriterien, wie u.a. der Umgebungslärmpegel, die Lage zu hochrangigen Verkehrsmitteln, zu Nahversorgern, zu Radwegen, zu Grün- und Freiflächen, sowie eventuell vorhandene Synergien mit anderen Institutionen einfließen. „Die Lage und Bauweise des Objektes muss jedenfalls so gewählt werden, dass eine Zertifizierung im klima.aktiv-Standard Gold erreicht werden kann“, unterstreicht Gewessler.

Von zwei Grundstücken, die die Babenbergerstadt dem Ministerium als Standort für das Umweltbundesamt angeboten hat, musste man eines aufgrund seiner Größe ausscheiden. Bei der zweiten Liegenschaft handelt es sich um ein Grundstück mit Bestandsobjekten im Eigentum der Stadtgemeinde Klosterneuburg. „Im wirtschaftlichen Interesse der Betroffenen (potenzielle wirtschaftliche Nachteile, Preisabsprachen, etc.) und damit im Interesse der Vorbereitung einer Entscheidung kann eine detailliertere Auskunft zu dieser Liegenschaft nicht erteilt werden“, gibt sich die Umweltministerin kryptisch. (mm)

http://www.bmk.gv.at

http://www.umweltbundesamt.at

http://www.klosterneuburg.at



19.03.2021
Donaukraftwerke holen aus dem Strom groĂźe Mengen an Ă–ko-Strom

Niederösterreichs mit Abstand größte Erzeuger von erneuerbarer Energie, die vier Donaukraftwerke Ybbs-Persenbeug, Melk, Altenwörth und Greifenstein, haben im Vorjahr eine Gesamtleistung von rund 6,4 Milliarden Kilowattstunden produziert. Damit lag die mit Hilfe der Donau-Wasserkraft 2020 in Niederösterreich erzeugte Strommenge um vier Prozent unter der Produktion eines Durchschnittsjahres. Diese Zahlen teilt die Erzeugergesellschaft Verbund dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. (mm)

http://www.verbund.com



19.03.2021
Ă–sterreichische Weine haben wieder einen Exportrekord erzielt

Noch nie zuvor haben Österreichs Winzer, Weinhandelsfirmen und Winzergenossenschaften mit ihren Weinen im Ausland so hohe Umsätze erzielt wie 2020. Im Vorjahr ist die Menge des exportierten Weines um 6,3 % auf 67,4 Millionen Liter gestiegen. Das hat wertmäßig mit einem Exportzuwachs um 2,4 % auf 187,3 Millionen Euro einen neuen Rekord eingebracht. Diese Zahlen gibt die Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) auf Basis der Exportergebnisse 2020 dem NÖ Wirtschaftspressedienst bekannt.

Mit Abstand wichtigster Auslandsmarkt des österreichischen Weins ist Deutschland, wohin gemessen am Umsatz fast jede zweite Exportflasche geht. Nach Deutschland wurden im Vorjahr Weine im Wert von 86,7 Millionen Euro exportiert. Das ist ein Anstieg um 1,7 % gewesen.

Weitere wichtige Exportmärkte für die heimischen Qualitätstropfen sind die Schweiz, die Niederlande, die USA und die skandinavischen Staaten. Mit Ausnahme der USA, wo bedingt durch die Corona-Pandemie ein Minus um 7,9 % zu verzeichnen gewesen war, hat es auf den anderen Auslandsmärkten wertmäßige Zuwächse gegeben. In der Schweiz stiegen die Weinexporterlöse um 5,2 %, in den Niederlanden um 6,1 % und in Skandinavien sogar um 32,8 %. (mm)

http://www.oesterreichwein.at



19.03.2021
Corona-Pandemie beutelt auch den Arbeitsmarkt fĂĽr Akademiker heftig

In Folge der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt ist die Zahl arbeitsloser Akademikerinnen und Akademiker in Niederösterreich um 20,3 % gestiegen. Dieser Wert liegt deutlich über dem Wachstum der Gesamtarbeitslosigkeit im Land mit 15,6 %. Um den Betroffenen den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben zu ermöglichen, startet das Arbeitsmarktservice Niederösterreich (AMS NÖ) in Zusammenarbeit mit der NÖ Arbeiterkammer (AKNÖ) und NÖ Wirtschaftskammer (WKNÖ) die sogenannte „INITIATIVE Niederösterreich“.

Die „INITIATIVE Niederösterreich“ hat Beratungsstellen in St. Pölten, Mödling und Korneuburg. Hier erarbeiten Spezialisten für 550 Arbeitslose mit Studienabschluss maßgeschneiderte Strategien zum beruflichen Wiedereinstieg. Außerdem wird rund die Hälfte der teilnehmenden Personen in ein Projekt zur gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung übernommen und dort befristet angestellt. Das AMS NÖ finanziert 50 Prozent der anfallenden Lohn- und Lohnnebenkosten.

Heuer kostet die „INITIATIVE Niederösterreich“ voraussichtlich rund 5,3 Millionen Euro. Von diesem Betrag übernimmt das AMS NÖ 3,1 Millionen Euro. 2,2 Millionen Euro werden mit Erlösen aus den Lohnkostenanteilen der Beschäftigten erwirtschaftet. (mm)

http://www.ams.at/noe



19.03.2021
Gummihandschuhe von Semperit waren im Vorjahr gefragt wie nie zuvor

Die starke Nachfrage nach medizinischen Schutzhandschuhen, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst worden ist, hat dem Kautschuk- und Kunststoffproduzenten Semperit AG Holding im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz- und Ergebnisrekord beschert. Der Konzernumsatz des Industrieunternehmens, das in Wimpassing im Schwarzatale einen seiner Hauptstandorte betreibt, ist um 10,4 Prozent auf 927,6 Millionen Euro gestiegen. Das Betriebsergebnis (EBIT) hat von negativen 16,5 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 237,8 Millionen Euro im Vorjahr ins Plus gedreht. Diese Zahlen entnimmt der NÖ Wirtschaftspressedienst der vorliegenden Konzernbilanz über das Geschäftsjahr 2020.

Neben Untersuchungs- und Operationshandschuhen aus Gummi erzeugt Semperit in weltweit 14 Werken eine breite Palette an Produkten: Hydraulik- und Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe und Elemente für den Eisenbahnoberbau. Die Fabrikate werden in mehr als 100 Ländern rund um den Globus abgesetzt.

Zurzeit beschäftigt das Unternehmen rund 6.900 Mitarbeiter, davon rund 3.600 in Asien und rund 900 in Österreich. In Wimpassing im Schwarzatale produziert Semperit Operationshandschuhe, Gummimischungen sowie Handläufe für Rolltreppen. Dort betreibt der Konzern auch sein Forschungs- und Entwicklungszentrum. (mm)

http://www.semperitgroup.com

http://www.sempermed.com



19.03.2021
Fahrrad-Spezialist aus Hollabrunn fertigt Räder nach Maß, die er auch exportiert

Auf die Produktion von Fahrrädern und Fahrradrahmen nach Maß hat sich der Start-up- und Einpersonenunternehmer Michael Eigl mit seiner Firma Eigl-Bike e.U. in Hollabrunn spezialisiert. Er fertigt aber auch Spezialfahrzeuge und Erntemaschinen mit Fahrradtechnologie, da er in der Produktion breit aufgestellt und flexibel bleiben will, um auch einen größeren Markt bedienen können, erklärte er dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Mit dieser Geschäftsidee ist Eigl beim riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2020 in der Kategorie Geniale Start-Up nominiert gewesen.

Seine neueste Entwicklung ist eine Erntemaschine für Erdbeeren. Sie basiert auf einem Liegerad, mit dem der Erntehelfer die reifen Erdbeeren ernten und sich selber am Feld fortbewegen könne. „Wie man sieht, ist diese Fahrradtechnologie vielseitig einsetzbar“, so Eigl, der auch Spezialanfertigungen für Menschen mit Handicaps und Fahrradtransporter in seinem Programm hat.

Da der Fahrrad-Spezialist schon seit 25 Jahren auch im Fahrrad- und Motorradsport aktiv ist, weiß er genau Bescheid um die Wichtigkeit eines Rades, das zu ihm passen muss. „Jeder Mensch hat eine persönliche Proportion und braucht daher ein Rad, das auf seine Maße eingestellt ist“, sagt er. Demnach können Kunden entweder zu ihm kommen und über ein „Fit-Bike“ die optimale Einstellung ermitteln oder über einen speziellen Konfigurator auf der Homepage die Maße feststellen lassen. Danach wird eine Skizze angefertigt und per Telefon und Mail die Feinabstimmung des jeweiligen Rades bzw. Rahmens vorgenommen. Unter den Lackierungen und Logos kann der Kunde frei wählen. Am Schluss bekommt jeder Kunde die Design-Skizze als Bild zum Fahrrad geliefert, das er auch an die Wand hängen kann.

Eigl verarbeitet Stahl, Aluminium und Titan. Ein fertiges Rad ist ab 2.500 Euro erhältlich, nur der Rahmen ab 1.500 Euro. Die Kundschaft setzt sich aus Sportlern, Privatpersonen, Unternehmen und Landwirten zusammen. Die Nachfrage ist sehr gut, meldet Eigl. Die Exportquote, die derzeit bei etwa fünf Prozent liegt, will er in den nächsten Jahren auf 25 Prozent steigern. (hm)

http://www.eigl-bikes.com



19.03.2021
Im GroĂźraum Lilienfeld machen die Unternehmen gegenseitig Werbung

Um kleineren Unternehmen eine regionale leistbare Werbeplattform bieten zu können, hat Wolfgang Waschhofer zusammen mit Peter Linzbauer die meinSpot GesbR in Lilienfeld gegründet. Im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst betont Waschhofer, dass es sich hier um eine Werbegemeinschaft handelt, wo sich die Unternehmen der Region gegenseitig unterstützen und sozusagen jeder für jeden wirbt. Diese Geschäftsidee war dem riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2020 in der Kategorie Geniale Start-Up eine Nominierung wert.

„Auf die Idee dieser Plattform kam ich, als ich beim Friseur auf einem Bildschirm kurze Spots gesehen habe. Da dachte ich mir, das kann man doch regional für kleine und mittlere Betriebe als Werbeplattform nutzen“, erklärt der Jungunternehmer, der hinzufügt, dass mit „meinSpot“ nicht nur dem Gedanken der Regionalität Rechnung getragen wird, sondern auch Werbestrategien der oftmaligen Wiederholung jetzt auch für kleine Unternehmen finanziell möglich sind.

Die Teilnehmer dieser Werbegemeinschaft stellen jeweils Bildschirme in ihren Geschäften oder in ihren Auslagen auf, wo dann die Spots der andern zu sehen sind. Diese Spots laufen ständig und sorgen somit für entsprechende Wiederholungen und Bekanntmachung der Firmen und ihrer Angebote. Die Spots sind immer wieder neu zusammengestellt und werden von „meinSpot“ bei den Teilnehmern über das Internet eingespielt.

Teilnehmen kann man ab 65 Euro im Monat. Mit diesem Grundpaket sind vier unterschiedliche Spots pro Jahr inkludiert, die von „meinSpot“ professionell produziert werden. Auf Wunsch können es auch sechs oder zwölf Spots jährlich sein. Laut Waschhofer stocken etliche Teilnehmer bereits auf, da sie merken, dass diese Form der Werbung effektiv ist.

Seit Beginn 2020 läuft diese Initiative im Pielachtal, Traisen-Gölsental und in St. Pölten. Das Interesse an dieser Werbeform ist groß. Derzeit besteht die Gemeinschaft aus 40 Firmen. Bei entsprechender Teilnehmerzahl ist geplant, die drei Regionen zu trennen, um nicht zu viele Spots zu bringen, sondern um die Aufmerksamkeit zu bündeln. In weiterer Folge wird erwogen, Regionalwerbung auf ganz Niederösterreich auszurollen. (hm)

http://www.meinspot.at



19.03.2021
Bisamberger Bioladen verkauft Lebensmittel ohne Verpackung

Seit etwa drei Jahren verkauft Sonja Bergler in ihrem Bioladen in der Gemeinde Bisamberg Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Eier, Obst, Gemüse, etc. unverpackt. „Einen Großteil der Milchprodukte, Getränke, Müsli und hausgemachten Gemüseprodukte bieten wir jedoch in einem Pfandglas an. Grundsätzlich nämlich legen wir großen Wert auf Wiederverwendung und Kompostierbarkeit der Verpackungen“, erklärt die Geschäftsfrau dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Unterstützt wird Sonja Bergler in ihrer umweltschonenden Verkaufspraxis von den Kunden, die ihre eigenen Behältnisse mitbringen.

Die biologisch erzeugten Lebensmittel kommen überwiegend von regionalen Kleinbauern, die der Geschäftsfrau persönlich bekannt sind. Mit Hilfe einer Teilzeitbeschäftigten bietet Bergler den Kunden Milchprodukte von Kuh, Ziege und Schaf sowie Frischfleisch und Fisch auf Vorbestellung. Alle weiteren Lebensmittel, wie Obst, Gemüse, Getränke und auch selbst erzeugte Produkte, sind lagernd vorhanden. „Seit dem ersten Lockdown bieten wir auch Hauszustellungen mit einem lokalen Taxiunternehmen an“, sagt die Chefin.

Der Bisamberger Bioladen ist 2014 von der ARGE Rosenauerwald in Bisamberg gegründet und 2017 von der damaligen Mitarbeiterin Sonja Bergler übernommen worden. „Seit der Übernahme verzeichnen wir durch gute Mundpropaganda ein jährliches Wachstum von etwa 20 Prozent. Mit dem Lockdown ist der Umsatz derzeit sogar noch höher“, so die engagierte Geschäftsfrau.

Aufgrund des Erfolges ist Sonja Bergler vor kurzem in ein größeres Geschäftslokal übersiedelt. Damit können noch mehr unverpackte Produkte angeboten werden. In Zukunft will die Bisamberger Unternehmerin ihr neues Lokal weiter ausbauen. „Wie bisher werden die Produzenten ihre Produkte auch wieder vor dem Bioladen den Kunden und Passanten anbieten“, kündigt sie an. (km)

http://www.bioladen-bisamberg.at



19.03.2021
Flugpionier aus Mödling bereitet autonomes Fliegen mit Elektroflugzeug vor

„Mein Ziel ist es, das Fliegen in den Alltag zu integrieren und zwar dort, wo es um den individuellen Regionalverkehr im ländlichen Raum geht, in Gegenden ohne gute Infrastruktur“, sagt Andreas Fürlinger, Gründer und Geschäftsführer von Volare, jenes Unternehmens aus Mödling, das mit dem Apeleon-Elektroflugzeug die Mobilität vorantreiben möchte. Fürlinger betont, dass es ihm nicht darum geht, heutige Verkehrsmittel zu ersetzen. Es sei auch nicht möglich, beispielsweise auf bestimmten Strecken der Bahn Konkurrenz zu machen. Vielmehr soll dort ein Angebot geschaffen werden, wo andere Alternativen unrentabel oder zu kostenintensiv wären.

Spontan nennt der Unternehmer als Beispiel die Strecke Wien bis Mariazell. Für sie braucht ein Auto mindestens zwei Stunden. Eine Verkürzung ist aufgrund der notwendigen Tunnels und Brücken nicht möglich. Auf internationaler Ebene, wo das autonome Fliegen jedenfalls ein Thema ist, geht es häufig darum, Hindernisse wie etwa einen See zu überwinden.

Fürlinger geht im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst nochmals ins Detail des Zwecks seines Luftfahrzeuges Apeleon: „Wir wollen in Regionen ohne ausreichende Verkehrsanbindung neue Möglichkeiten der Mobilität schaffen, ohne dass eine aufwendige Infrastruktur zusätzlich gebaut werden muss und ohne kreuz und quer in der Luft herumzufliegen.“ Der Umweltschutz stehe für ihn dabei stets klar im Fokus. „Unser Luftfahrzeug wird elektrisch betrieben, und wir achten darauf, dass der Reiseflug effizient ist“, sagt er. Das Credo des Unternehmers lautet daher: „Das richtige Verkehrsmittel für die gewünschte Wegstrecke.“

Apeleon ist zwar noch in der Projektphase, aber schon jetzt stehe fest, dass dieses Luftfahrzeug sämtliche Kriterien der sicheren Luftfahrt erfüllen wird. „Wir gestalten ein möglichst einfaches System, das sowohl die Anschaffungskosten als auch die Wartungskosten reduziert“, so Fürlinger.

Bis das alles in der Praxis funktioniert und tatsächlich für jedermann auch leistbar ist, wird es noch eine Zeitlang dauern. „Aktuell geht es uns darum, einen Prototypen zu entwickeln. Dafür suchen wir noch Investoren“, so Andreas Fürlinger, der bisher auf Fördergelder und auf Geld aus der Familie zurückgegriffen hat. (jm)

http://www.apeleon.com